Frage von Miles, 42

Mitspracherecht in der Erbengemeinschaft

Wenn ein Miterbe einer Erbengemeinschaft ein kleines Restdarlehen, das aus dem Nachlass noch abbezahlt werden muss, alleinig mit einem Schlag zurückzahlt, ohne die übrigen Miterben dazu zu befragen und um damit einem anderem Miterben mit der Behauptung, er hätte sich nicht an der Rückzahlung beteiligt, eines auszuwischen, liegt dann ein Rechtsbruch vor? Ich als Betroffener fühle mich dadurch hintergangen und um mein Mitspracherecht innerhalb der Erbengemeinschaft gebracht.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Miles,

Schau mal bitte hier:
Erbengemeinschaft Mitspracherecht

Antwort
von wfwbinder, 37

Also ich versteh das mal so. 2, oder mehr Leute erben (als Beispiel) 60.000,- Euro.


Es gibt ein Restdarlehen von 3.000,-, mit dem Das Erbe belastet ist.


Einer der Erben ist flüssig und zahglt die 3.000,-.


Wo ist das Problem? Der, der gezahlt hat, sagt den anderen beiden, gebt mit bitte jeder 1.000,- so wie es passt, oder ich möchte die jeweils 1.000,-, wenn wir das Erbe aufteilen.



Wo ist einer der Erben dadurch benachteiligt?


Sieh lieber das andere Problem. Die Erben haften selbstschuldnerisch. wenn der, der  gezahlt hat angesprochen wurde, hat er recht gehandelt um eventuelle Zwangsmassnahmen zu vermeiden

Kommentar von Miles ,

Das Problem besteht darin, dass die Erbengemeinschaft völlig zerstritten ist und ich als Miterbe bei allen Fragen, die die Gemeinschaft betreffen, übergangen werde.

Zwangsmaßnahmen stehen und standen keine an.

Was mich irritiert ist die Tatsache, dass das einfach so geht. Und dass dann danach behauptet wird, ich hätte mich um die Begleichung gedrückt. Genau das passiert nämlich in übler Nachrede.

Das kann doch nicht rechtens sein? Das Darlehen hätte problemlos aus dem Bankvermögen getilgt werden können, entweder in weiteren Raten oder eben sofort komplett abgelöst.

Derjenige, der jetzt allein das Darlehen abgelöst hat, wollte einfach nur verhindern, dass es aus der Erbmasse über das Bankvermögen abgelöst wird. Und zwar nur, um meine Zustimmung nicht einholen zu müssen und seine dazu nicht geben zu müssen.

Ich fühle mich übergangen, um nicht zu sagen an meine Mitspracherecht betrogen.

Kommentar von wfwbinder ,

Es erscheint mir nach Deinem Kommentar so, dass der Streit und diese Zahlung von dem Miterben genutzt wurden um Dich zu ärgern, zu mobben und weiter auf die Palme zu bringen und Du steigst darauf ein, anstatt es ganz sachlich zu klären.

Denn objektiv ist nichts passiert.

Es hätte vom Konto er Erbengemeinschaft gezahlt werden können.

Meine Antwort an den anderen wäre gewesen, "warum machst Du so ein Theater? 1. hättest Du anregen können, dass wir es gemeinsam vom Konto zahlen. 2. Willst Du Dich mit dieser Zahlung nur profilieren und nun erstatten wir Dir das Geld vom Gemeinschaftskonto und fertig ist die Laube."

Antwort
von Mikkey, 42

Wobei hättest Du denn ein Mitspracherecht gehabt? Dass der Anspruch des Kreditgebers berechtigt ist, ziehst Du ja nicht in Zweifel.

Inwiefern bedeutet denn die "Behauptung" einen Nachteil für den sich nicht beteiligenden Erben? Durch die frühzeitige Rückzahlung des Kredits erwirbt derjenige doch keinerlei Sonderrechte (lediglich, dass er bei der Schlussabrechnung entsprechende Anteile von den anderen Erben bekommt).

Kommentar von Miles ,

Der Anspruch des Kreditgebers wird auch nicht angezweifelt. Der "sich nicht beteiligende Erbe" wurde gar nicht um seine Meinung gefragt. Kann ein Miterbe einfach so übergangen werden? Gestattet sich der Übergehende damit nicht ein "Sonderrecht"? Bei der Schlussabrechnung will er dann aber entsprechende Anteile für etwas, das er gar nicht zu leisten aufgefordert war? Was ist mit dem Übergehen einzelner Miterben in Fragen bzgl. der Erbengemeinschaft? Das ist doch nicht rechtens?

Kommentar von Mikkey ,

Wenn einer der Erben eigenmächtig für die Erbengemeinschaft handelt, obwohl die anderen Erben problemlos hätten zu Rate gezogen werden können, so ist das tatsächlich nicht rechtens.


Dein Beispiel ist aber lediglich die Befriedigung eines zweifelsfrei bestehenden Anspruchs, noch dazu aus eigenen Mitteln. Mit dem Ablösen läuft er sogar Gefahr, seine Auslage nicht ersetzt zu bekommen, falls die Forderung tatsächlich gar nicht zu Recht bestand.

Antwort
von Franzl0503, 32

Miles:

Vielleicht erklärst du uns noch den Grund, warum alle Miterben vor der Rückführung des Restdarlehens hätten gehört werden sollen. War es die berechtigte Verweigerung der Leistung, eine Aufrechnung, die Streckung der Fälligkeit oder?

Kommentar von Miles ,

Es gab weder Leistungsverweigerung, noch Aufrechnung, noch Streckung der Fälligkeit. Ich war der offenbar irrigen Meinung, dass bei Geschäften dieser Art, jeder der zu gleichen Teilen beteiligte Miterbe befragt werden muss. Dass einzelne dabei einfach übergangen werden können, will ich nicht begreifen.

Im Nachhinein hat diese einseitige Tilgung des Darlehens nämlich einen sehr interessanten Effekt. Dadurch, dass jetzt aus dem Nachlass keine Verbindlichkeiten mehr bestehen, ist es einem einzigen Miterben möglich, in ruinöser Weise die Teilungsversteigerung der Erbmasse beantragen zu können. Gäbe es noch diese Verpflichtung bzgl. des Darlehens, wäre die Teilungsversteigerung nach meinem Wissen nicht so einfach möglich gewesen. Zuerst hätte das Darlehen mit seiner restlichen Laufzeit abbezahlt werden müssen und erst dann hätte man die Teilungsversteigerung mit Erfolg beantragen können. Ob das dann noch relevant gewesen wäre, ist eine andere Frage.

Deshalb wundere ich mich nämlich sehr, dass die vorzeitge Ablösung, ohne dass alle Miterben zugestimmt haben, einfach so rechtens sein soll. Da stimmt was nicht, für meine Begriffe.

Kommentar von Franzl0503 ,

Miles:

Vielen Dank für die schnelle Reaktion. Grundpfandrechte jeder Art können eine Teilungsversteigerung nicht verhindern. Nur: der Ersteigerer muss sie übernehmen. Ich empfehle dir, dich über das Thema "Teilungsversteigerung" ausführlich zu informieren.

Antwort
von Snooopy155, 25

Deinen Ausfürungen nach zu urteilen ist es nicht verwunderlich, dass die Erbengemeinschaft zerstritten ist. Schon daran zu zweifeln, dass die Forderung aus einem Kredit nicht rechtmäßig sei, ist absurd. Möglicherweise hätten Abschlußgebühren aus dem Kreditgeschäft zurückgefordert werden können, aber das funktioniert bei Erbengemeinschaften auch nur, wenn die Erben sich in der Vorgehensweise einig sind. Auch für die Auflösung einer Erbengemeinschaft im Wege der Zwangsvollstreckung stellt ein Restdarlehen kein Problem dar, zumindest dann nicht, wenn im Gegenzug noch ausreichend andere Geldmittel vorhanden sind. Das mit dem Rechtsbruch mußt Du schon ausführlicher erklären, ebenso wo es hier einen Geschädigten gibt. Des weiteren sehe ich keine Falschaussage, wenn er behauptet, Du hättest Dich an dieser Sonderzahlung nicht beteiligt. Das stimmt doch so auch.

Kommentar von Miles ,

Ich muss sagen, ich bin von dieser Antwort einigermaßen überrascht.

Wo habe ich daran gezweifelt oder behauptet, die Forderung an dem Kredit sei nicht rechtmäßig, bitteschön?

Wo habe ich gesagt, ich hätte mich an dieser Sonderzahlung nicht beteiligt? Es war nach meiner Schilderung so, dass ich zu dieser Sonderzahlung gar nicht befragt wurde.

Was stimmt denn hier noch, von dem was du da schreibst, kannst du lesen? Was ist das für ein Unsinn, der nicht auf das Problem eingeht?

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