Frage von wandern, 2.481

Mitglied bei einer Volksbank mit Geschäftsanteilen

Meine Volksbank will von mir das ich mehr Aufträge erteile damit Sie mehr Geld verdient. Bin seit sehr vielen Jahren Mitglied und habe bedeutend mehr als die 3 übliche Anteile erworben. Dies hat die damalige Volksbank Situation ergeben indem Sie den Mitgliedern den kauf von mehr Genossnschaftsanteile anbot. Durch Fusion wurde Sie später von einer größeren Volksbank übernommen. Die Dividendenzahlung heute ist mit über 7% sehr gut. Das führt dazu das die Volksbank mir mehr Dividende auszahlt als Sie von mir Kosten einnimmt. Die Geschäftsbeziehung war bis vor 2 Jahren stabil und meine Rabatte für Depot und Kauf, die der damalige Vorstand mir schriftlich zusagte sollten auf einmal nicht mehr gelten.
Ich habe mein Wertpapierdepot verlagert und das Bereistellungskonto gekündigt.
Deshalb soll ich meine Anteile kündigen, Begründung, Geschäftsbeziehung beendet. Ich habe weiterhin ein Flexi Sparkonto mit Einlage, das reicht der Bank aber nicht. Begründung bei 3 Anteilen reicht es, bei mir aber nicht. Frage kann die Volksbank mich zwingen die Geschäftsanteile zu kündigen und nutzt die Kundenbeschwerdestelle der Genossenschaftsbanken Berlin etwas. Ist Rechtsbeistand sinvoll oder das Risiko zu teuer.

Antwort
von LittleArrow, 2.367
Frage kann die Volksbank mich zwingen die Geschäftsanteile zu kündigen und nutzt die Kundenbeschwerdestelle der Genossenschaftsbanken Berlin etwas.

Die Beschwerdestelle hilft grundsätzlich nur, wenn Deine VB dort als Mitglied registriert ist. Dies kannst Du dort auf Anfrage schnell erfragen. Nach den Informationen der Stelle geht es um Produkte und Dienstleistungen. Hierzu gehört m. E. nicht Deine genossenschaftliche Beteiligung an Deiner VB. Vermutlich wird die Stelle also Deinen Fall ablehnen. Kannst ja mal fragen. Gucke aber sicherheitshalber auch mal in die Satzung Deiner VB.

Natürlich kann die Bank Dich nicht zu einer Kündigung zwingen. Wie eine bankseitige Kündigung abläuft, regelt die Satzung Deiner VB.

Kommentar von LittleArrow ,

Ich habe mal eben eine VB-Satzung (Stuttgart) gelesen. Nur das Mitglied kann kündigen. Der Vorstand kann in bestimmten Fällen nach vorheriger Anhörung des Mitglieds dieses ausschließen, wogegen das Mitglied beim Aufsichtsrat Beschwerde einlegen kann. Der Aufsichtsrat entscheidet endgültig. Also ist der Ombudsmann auch nicht mehr zu fragen.

Antwort
von hildefeuer, 1.921

Ich hatte das vor Jahren auch bei einer Voba. Ich würde nicht selbst kündigen, sondern mich rauswerfen lassen. Ich hatte damals allerdings nur die Mindestanteile und wegen eines kostenpflichtigem Girokonto Online Kontoführungsmodells das Girokonto gekündigt. Hatte noch Sparguthaben dort. Man kann auch zur letzten Mitglieder-Versammung gehen und dort mal öffentlich nachfragen was das soll. Bislang wollen die ja nur das Du einen Teil Deiner Einlagen kündigst.

Antwort
von gandalf94305, 1.618

VR-Bank-Satzungen sind alle sehr ähnlich. Üblicherweise enthalten Sie einen Passus, der den Ausschluß regelt:

"Ein Mitglied kann aus der Volksbank zum Schluss eines Geschäftsjahres ausgeschlossen werden, wenn [...] der Geschäftsbetrieb der Volksbank nicht oder nicht mehr genutzt wird."

Da in Deinem Fall ein Sparkonto besteht, wird der Geschäftsbetrieb der VR-Bank genutzt und Du kannst Deine Anteile weiter halten. In jedem Fall müßte die Gesellschafterversammlung Deinen Ausschluß beschließen - und dies mit Begründung unter Verweis auf die Satzung.

Daher: nicht irritieren lassen. Anteile weiter halten und abwarten. Die Satzung lesen :-;

Kommentar von volksbanker ,

Das wird nicht funktionieren - ein Sparkonto ist keine "aktive Geschäftsverbindung". Unabhängig davon braucht die Bank keinen Grund und kann - ebenso wie der Kunde - eine Geschäftsverbindung kündigen.

Kommentar von gandalf94305 ,

Nicht wirklich... mein ältester Sohn hat von meiner Mutter drei Anteile geerbt und unterhält bei der hiesigen VR-Bank nur ein Sparkonto. Darauf bewegt sich etwas, denn es laufen vom Onkel, der es besser wissen sollte, monatlich kleine Beträge ein, aber eine aktive Geschäftsbeziehung ist das durchaus. Bisher hat noch niemand auf den Verkauf dieser Anteile gedrängt.

Kommentar von LittleArrow ,
eine Geschäftsverbindung kündigen.

Ich bezweifele, dass die Bank es sich so einfach machen kann, einen Genossen, also einen Teilhaber, zu kündigen. Die Genossenkündigung dürfte in der Satzung geregelt sein und nicht in der Geschäftsordnung.

Kommentar von LittleArrow ,

Die Bank kann gar nicht kündigen, sondern nur das Mitglied. Die Bank kann nur mittels des Vorstandes das Mitglied nach dessen vorheriger Androhung und Anhörung ausschließen, wogegen sich das Mitglied mit einer Beschwerde beim Aufsichtsrat wehren kann. Der Aufsichtsrat entscheidet endgültig.

Kommentar von wandern ,

Habe den 2013 Geschäftsbericht gelesen und festgestellt da ist System dahinter ca. 1700 Mitgl. neu sind etwas über 4000 Anteile, ca. 1200 Mitgl. verloren sind über 11000 Anteile. Die Satzung finde ich in Internet nicht.

Kommentar von wandern ,

Es sieht so aus wie sie es sagen, habe in der Satzung unter Kündigungsgründe nachgelesen, da gibt es über 10 Punkte die man anwenden kann. Die Frist für eine Selbstkündigung hat spätestens 3 Monate zum Jahresende zu erfolgen, die ist aber erst im Oktober angedroht worden, also keine 3 Monate. Die nächste Kündigung sollte eigendlich erst zum selben Zeitraum 2015 möglich sein. Hat eine Bank andere Fristen wie das Mitglied ?

Kommentar von gandalf94305 ,

Die Anteile kann man nicht "kündigen", sondern man kann die Anteile an die Bank zurückgeben, den Nennwert zurückerhalten und als Mitglied ausscheiden.

Ein Mitglied kann dies immer tun, effektiv wird jedoch i.d.R. dies erst zum Ende des Geschäftsjahres wirksam und dann auf der nächsten Mitgliederversammlung verabschiedet. Du selbst willst aber nicht austreten, also sind diese Klauseln nicht zutreffend.

Die Bank kann Mitglieder nur über die Mitgliederversammlung ausschließen, d.h. hier muß ein konkreter Beschluß gefasst werden. Mithin kann dies nur begründet auf Basis von Satzungsklauseln in bestimmten Situationen, die dort beschrieben sind, erfolgen.

Natürlich kann die Bank ein Mitglied bitten auszutreten, da wohl die Geschäftsbeziehung nicht mehr besteht oder zu geringfügig ist. Das sind jedoch nur Bitten, keine verbindlichen Forderungen. Wenn Du Dich weigerst, wird der nächste Ausschluß erst zur nächsten Mitgliederversammluung erfolgen. Insbesondere bekommst Du übrigens dann die Dividende für das laufende Jahr noch ausgezahlt :-) s

Antwort
von volksbanker, 1.273

Die Mitgliedschaft bei einer Genossenschaftsbank hat weniger mit einer Geldanlage zu tun -viel mehr ist es eine Identifikation mit seiner Hausbank. In Zeiten niedriger Zinsen kommen schlaue Zinsjäger auf die Idee und wollen bei allen VR-Banken in ihrer Umgebung Geschäftsanteile zeichnen.

Die Grundlage für einen Beitritt ist eine „aktive Geschäftsverbindung“. Ein Sparbuch mit 18,37 Euro ist dies sicherlich nicht. Ein Girokonto ja, eine Finanzierung ja, ein Depot ja – denn daran verdient die Bank etwas (beim Girokonto nicht wirklich aber egal). Wenn alle Kunden nur Geschäftsanteile zeichnen und sonst nichts, dann können auch keine 5 oder 7 Prozent Dividende ausgeschüttet werden. Es handelt sich hier um ein Geben und Nehmen. Für die Bank ist es Eigenkapital, das für die Kredivergabe benötigt wird. Es ist aber sehr teures Eigenkapital, Ziel ist es viele Mitglieder mit wenig Anteilen zu haben. Wenige Mitglieder mit vielen Anteilen haben das Risiko, dass bei Kündigungen das Eigenkapital unter Druck geraten kann.

Sicherlich kann die Bank die Geschäftsanteile nur aus Gründen kündigen, die in der Satzung genannt sind. Allerdings herrscht in Deutschland immernoch Vertragsfreiheit – wenn die Bank dich also nicht mehr als Mitglied will, dann ist das so und du kannst das keinesfalls erzwingen. Viele VR-Banken führen mittlerweile eine Bonussystem ein und belohnen aktive Mitglieder mit höhren Dividenden – die Grunddividende wird auf 1 oder 2 Prozent gekürzt. Ein Trend, der sich weiter fortsetzen wird. Denn auch eine VR-Bank hat nichts zu verschenken, schon gar nicht in Zeiten in denen die Erträge unter Druck stehen wie zurzeit.

Kommentar von LittleArrow ,
Für die Bank ist es Eigenkapital, das für die Kredivergabe benötigt wird. Es ist aber sehr teures Eigenkapital,

Ich sehe hier eine verkürzte Sicht der Dinge, denn das Risiko aus der mehrfachen Nachschussverpflichtung bleibt völlig unberücksichtigt.

Antwort
von mig112, 1.092

Du Rosinenpicker hast das genossenschaftliche Prinzip nicht verstanden - nun trage die Konsequenzen!

Kommentar von wandern ,

Das ist keine Rosine sondern war damals eine echte Hilfe für unsere Bank aber die Geschäftspraktiken der Bänker sind leider negativ geworden.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten