Frage von duffin, 4.387

Mit zwei Personen ein Kleingewerbe gründen?

Hallo zusammen, Mein Freund und ich haben vor, gemeinsam ein Kleingewerbe zu eröffnen. Die Arbeit soll aufgeteilt werden, aber in derselben Firma demselben (Neben-)Ertrag dienen. Nach unseren jetzigen Recherchen zufolge scheint es so, als könnte man das Kleingewerbe nur alleine eröffnen und müsste zu zweit gleich auf ein Großgewerbe Richtung Kommanditgesellschaft, GbR oder GmbH ausweichen... Kann jemand weiterhelfen?

Antwort
von wfwbinder, 4.387

Es ist immer wieder interessant, welche Probleme der Gesetzgeber mit dem Begriff: "Kleinunternehmer" geschaffen aht, wo es im Bereich Gewerbe nur das Haupt- oder Nebengewerbe gibt.

Nur Zur Sicherheit, man kann kein Kleinunternehmen gründen, sondern nur ein Unternehmen gründen, was dann wegen eines geringen Umsatzes von nicht mehr als 17.500,- ein Kleinunternehmen ist, bei dem die Umsatzsteuer nicht erhoben wird.

Vor allem weil es auch viele gute Gründe geben kann auf die Kleinunternehmerregel zu verzichten und auf die Regelbesteuerung zu optieren, selbst wenn man weniger als 17.500,- Euro Umsatz macht.

jede Gesellschaft ist, einfach weil sie unternehmerisch tätig wird, dann auch Unternehmerin. Wenn es weniger als 17.500,- ist, kann es Kleinunternehmen sein, ausser es wird eben darauf verzichtet.

Ob GbR, GmbH, UG, KG ist egal. Theoretisch könnte man sogar einen Fall konstruieren, wo eine Aktiengesellschaft Kleinunternehmerin ist.

Kommentar von EnnoBecker ,

Theoretisch könnte man sogar einen Fall konstruieren, wo eine Aktiengesellschaft Kleinunternehmerin ist.

"Wohnungsvermietungsunternehmen Groß Quenstedt AG"?

Kommentar von duffin ,

Vielen Dank schonmal für Eure Antworten, das bringt schonmal mehr Klarheit in unsere "Findungsphase"!

Bliebe noch die "2-Personen-Frage" ungeklärt... Wie "schafft" man es, dass beide Gründer gleichberechtigt und gleich haftbar sind? Allein das Formular, welches man für die Gewerbeanmeldung bei der Stadt auszufüllen hat, hat nur Platz für eine Person...

Kommentar von wfwbinder ,

Es gibt eine anlage zur Gewerbeanmeldung, wird auf bitte ausgehändigt. Man kann es aber auch auf ein zweites weißes Blatt schreiben.

beide gleich haftbar und gleihcberechtigt hat mit Steuer ncihts zu tun, sondern mit dem GbR vertrag:

A udn B schließen diesen Vertrag über die Gründung einer GbR. Zweck der Gesellschaft .....

Jeder Beteiligte hat 1 Stimme. Die Gewinne udn Verluste werden gleichmäßig verteilt. Zum Beginn der Gesellschaft zahlt jeder ..... Euro auf ein noch einzurichtendes Geschäftskonto ein. Jeder Gesellschafter ist einzelvertretungsberechtigt. Für Entscheidungen über ... Euro ist ein einstimmiger Gesellschafterbeschluß nötig.

Im übrigen gelten die Bestimmungen des BGB

Nur mal als Bespiel

Kommentar von EnnoBecker ,

Nur mal als Bespiel

Na das wird ja was, wenn die GbR bespielt wird :-)

Auf jeden Fall sollte beispielsweise eine Regelung rein, die bestimmt, was passiert, wenn einer der Gesellschafter stirbt. Sonst steht man plötzlich mit Zwangsentnahmen und Betriebsaufgabe da und wollte das gar nicht.

Kommentar von wfwbinder ,

Aber Aber, mit so einem würde ich mich nicht selbständig machen. Was soll man mit einem Partner der einfach stirbt und mit der Arbeit allein sitzen läßt?

Antwort
von EnnoBecker, 3.752

Also da es ein Kleingewerbe nicht gibt, ist mir etwas unklar, was du wohl meinst.

Wenn du mit einer oder mehreren anderen Personen zusammen einen gemeinsamen Zweck verfolgst, ist bereits eine GbR entstanden.

Je nach Ausrichtung der Tätigkeit und den Zielen der Gesellschafter muss man sich dann überlegen, welches Rechtskleid man dem Gebilde "Unternehmen/Betrieb/Beschäftigung" anzieht.

Um hier irgendetwas Sinnvolles antworten zu können, müssen wir ein wenig mehr wissen.

Kommentar von duffin ,

Mit Kleingewerbe meine ich diejenige Gewerbeform, bei der der Jahresumsatz noch unter der Steuergrenze von 17.500€ liegt. Also quasi das, was direkt entsteht, wenn man das Gewerbe bei der Stadt anmeldet.

Kommentar von EnnoBecker ,

Gut, da kommen wir der Sache schon näher.

Lies mal hier: http://www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer

Dann hast du schon mal eine Richtung. Ergänzend dazu wäre zu bemerken, dass der Unternehmerbegriff - also der umsatzsteuerliche - keinerlei Einschränkungen hat, was die Rechtsform betrifft.

Ein Einzelunternehmer, eine GbR, eine KG, eine AG, eine GmbH usw - sie alle sind Unternehmer oder auch nicht. Und bei Vorliegen der Voraussetzungen könne sie auch alle Kleinunternehmer sein. Ich kenne einige GmbHs, die im umsatzsteuerlichen Sinn kein Unternehmer sind.

Bei der Anmeldung eines Gewerbes bei der Stadt entsteht zunächst gar nichts, außer vielleicht ein bedruckter Zettel, auf dem draufsteht, dass man für rund 30 Taler nun ein Gewerbe betreiben darf. Wenn du einen Hebezeugführerpass machst, bist du ja auch nicht gleich Kranführer - du brauchst einen Kran und etwas, was du kranen kannst.

Kann es sein, dass du schlicht Sorge hast, mit einer GbR oder KG nicht umgehen zu können? Dann denke dran, dass bereits jede Ehe eine GbR ist, und das können die meisten - mehr oder weniger zumindest.

Was wollt ihr denn machen?

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