Frage von upintheair, 22

Mit wenig Geld in Immobilien investieren? Immobilienfonds?

Wenn man auch mit wenig Geld in Immobilien investieren will, sind dann Immobilienfonds noch guten Gewissens als Geldanlage zu empfehlen? Eher offene oder geschlossene Fonds?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Rat2010, 22

Geschlossene Immobilienfonds haben sich mittlerweile hoffentlich auch für den letzten als hochriskante unternehmerische Beteiligung mit hohem Totalverlust- vor allem aber sehr hohem Verlustrisiko herausgestellt. Ungehebelte - also reien Eigenkapitalfonds - sehen harmloser aus, was aber wenig zu sagen hat.

Alle derzeitig offenen Immobilienfonds investieren in - allerdings verschiedene - Gewerbeimmobilien, was man bei der Risikobetrachtung berücksichtigen sollte. Sonst kann man das machen, wenn man nichts besseres findet. Wesentlich sinnvoller ist, sich etwas anderes zu suchen. Wer "muss" schon in Immobilien investieren?

Antwort
von gandalf94305, 19

Immobilienfonds (offene und geschlossene) sind durchaus als Geldanlage eine sinnvolle Option. Allerdings sollte man wissen, worauf man sich einläßt.

Bei offenen Immobilienfonds kommt es auf eine sinnvolle Historie des Fonds und eine gute Diversifikation der Immobilien über verschiedene Länder und Immobilientypen an. Es gibt zwei oder drei im deutschen Markt, die man durchaus kaufen kann und die solide Renditen von um die 3-4% p.a. liefern, d.h. die Inflation nach Steuern schlagen.

REITs sind Immobiliengesellschaften, die hohe Ausschüttungen vornehmen müssen. Sie sind daher ein indirektes Immobilieninvestment, das in vielen Ländern gute Erträge abwirft. Man kann im Mittel mit 3-6% Rendite p.a. rechnen.

Bei geschlossenen Fonds kommt es auf die Seriosität und Nachhaltigkeit des Fonds an, denn Betrüger und solche, die es werden wollen, gibt es leider genug. Manche dieser Fonds spezialisieren sich auf Gewerbe-, Wohn- oder Pflegeimmobilien. Andere diversifizieren oder bilden erst nach Zeichnung über einen Blind Pool die Immobilien ab. Renditen liegen je nach Fonds bei 4-8%. Es gibt auch Fonds mit höheren Erträgen (ich habe einen, der in US-Immobilien investiert und seit meinem Einstieg ca. 12% im Mittel p.a. liefert), jedoch sind dann auch die Rückschlagsrisiken höher.

Die erste Frage ist daher: warum willst Du in Immobilien investieren? Weil das cool ist? Weil es gerade noch November ist? Oder weil diese Assetklasse in Deinem Depot fehlt?

Für Anleger mit einem Portfoliovolumen unter 500 kEUR würde ich empfehlen, nicht mehr als 10%, eher weniger, in Immobilien zu stecken. Das wären offene Immobilienfonds und REITs, vielleicht zu gleichen Teilen, keine geschlossenen Fonds. Der letzte Punkt liegt an Mindestanlagesummen geschlossener Fonds, aber auch an den inhärenten Risiken.

Wenn wir mit steigenden Kapitalmarktzinsen rechnen, dann werden REITs in den jeweiligen Märkten darunter zu leiden haben, da einerseits Finanzierungskosten steigen und andererseits der Renditespread zu risikolosen Anlagen fällt.

Bedenke auch, daß wenn Du eine selbstgenutzte Immobilie besitzt, bereits ein signifkanter Teil Deines Vermögens in Immobilien investiert ist :-)

Kommentar von q6r7new ,

... jetzt würde mich nur noch interessieren, wohin die restlichen 90% (bei Deiner Beispielempfehlung) "fließen" sollten.

Kommentar von gandalf94305 ,

Na, das sollte jeder für sich entscheiden. Hier gibt es keinen Königsweg.

In meinem Depot liegen momentan ca. 71% Aktien, 21% Renten, 6% Immobilien/REITs, 2% Rohstoffe. Das sind gut 80% der Anlagen. Der Rest sind zwei Beteiligungsfonds und ein Hedgefonds.

Antwort
von SBerater, 16

guten Gewissens als Geldanlage zu empfehlen

nicht zwingend. Man sollte schon Verständnis für die Materie haben, sonst wird es ein Blindflug. Ich kenne wohl mehr, die sich vergriffen hatten als die, die eine gute Anlage in dem Bereich hatten. Und alle haben eines Gemeinsam: schlechte Berater und Unwissen.

Das hat sich nicht geändert.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community