Frage von Weihnachtsmann7, 3

Mischfonds und Tagegeld

Wenn ein Rentnerpaar plant, einen höheren Geldbetrag anzulegen zu

2/3 in 4 defensive Mischfonds (Carminac Patrimoine A, Flossbach von Storch, JPM Global Income und Ethna Aktiv)

und

1/3 Tagesgeld bei der DIBA (zzgl. mtl. überschüssige Einnahmen)

ist dieses Verhältnis 2/3 und 1/3 ok so?

Antwort
von LittleArrow, 3

Deine Frage läßt schon einige Fragen offen, die eine Empfehlung stark beeinflussen können:

  1. Rentnerpaar mit 67, 77 oder 87 Jahren Durchschnittsalter? Dementsprechend unterschiedlich sollte man auf den Anlagehorizont schauen.

  2. Einkommensquellen: Renten, Pensionen, Mieteinnahmen, Zinserträge und/oder Fondsausschüttungen?

  3. Einkommensverwendung: Was wird tatsächlich zum (guten) Leben gebraucht? Wozu brauchst Du soviel kurzfristig verfügbares Tagesgeld, wenn Du schon monatliche Einzahlungen aus Renten, Pensionen und Mieterträgen hast? Wenn Du ca. € 15-25.000 Tagesgeld hast, dann kannst Du doch damit sicherlich 3-5 Monate durchhalten oder was befürchtest Du an an unvorhergesehenen Ausgaben? Schließlich könntest Doch auch mal schnell einige Fondsanteile verkaufen.

  4. Planungshorizont: Das Thema habe ich schon angesprochen. Bei über 10 Jahren könnte ein Teil (10-15 %) noch gut in einem sehr flexibel orientierten Fonds angelegt werden, z. B. Flossbach von Storch Multiple Opportunities R (WKN A0M430, ausschüttend, 5 Morningstar-Sterne).

  5. Tagesgeldanlage bei DIBA: Ergänzend oder alternativ sollte auch ein Tagesgeldkonto mit wesentlich höherer Verzinsung überlegt werden: http://tagesgeld.fmh-rechner.de/rechner/fmh2/schnellcheck.aspx.

  6. JPM Global Income (WKN A0RBX2?): Dieser Fonds legt offenbar mehr als 55 % in US-Papieren an, woraus ein erhebliches Euro-USD-Risko/-Chance resultiert. Dieses Währungsrisiko (in beide Richtungen) ist für Rentner weniger ideal.

  7. Carmignac Patrimoine A (WKN A0DPW0?): Bei diesem thesaurierenden Fonds beträgt der $-Anteil immer noch 25 %. Fast ebenso hoch ist der Anteil der Finanzdienstleister. Die Performance stagniert seit einem Jahr (ein Zeichen der finanziellen Repression). Willst Du damit glücklich werden? Vielleicht vergleichst Du einfach mal den ausschüttenden Kapital Plus A (WKN 847625).

Kommentar von GAFIB ,

DH - gute Analyse. Vielleicht zeigt auch der Artikel im folgenden Link, dass man Einzelaktien bei einem größeren Portfolio nicht vernachlässigen sollte. Die vermiedenen Kosten von Fonds helfen der Rendite häufig nach - bei größeren Portfolios eben auch ohne den Nachteil einer fehlenden Risikostreuung.

http://www.fondsprofessionell.de/news/news-products/nid/geldanlage-generation-60...

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 2

Größerer Geldbetrag? Ich würde das nicht per Verhältnis festmachen, sondern per Betrag.

Max. 20.000 EUR auf Tagesgeld, das sollte als schnell liquide Reserve ausreichen. Den Rest in die Fonds. Monatliche Überschüsse würde ich dann per Sparplan oder Einmalkäufe in die genannten Fonds oder einen Templeton Global Total Return (monatliche Ausschüttungen) stecken. Tagesgeld dient als Parkplatz für Überschüsse und Fondserträge.

Kommentar von Weihnachtsmann7 ,

Aber sollte man im Rentenalter nicht mehr in Tagesgeld anlegen? Also so ca. 80.000 wären zuviel? Ist denn ein Fonds mit monatlichen Ausschüttungen gut, wenn sowieso schon überschüssige monatliche Einkünfte (Miete) vorhanden sind?

Also du würdest sagen, 20.000 Tagesgeld und der Rest in die 4 Mischfonds?

Kommentar von gandalf94305 ,

Was will man denn mit 80.000 EUR auf Tagesgeld? Das dürfte ungefähr der Bedarf für ein Jahr sein.

Was ist denn das Ziel?

Wenn die monatlichen Einkünfte aus Rente und Mieten bestehen, dann sind die Fonds eigentlich Kapital, das niemand kritisch benötigt. Man könnte es also deutlich weniger konservativ als in den Mischfonds anlegen. Aber gut, lassen wir mal die konservative Anlage so bestehen.

Dann stellt sich die Frage nach einem Liquiditätspuffer für den ggf. bestehenden Bedarf über die Einkünfte per Rente und Mieten hinaus. Tagesgeld ist das Mittel der Wahl... aber nur als Reserve mit hoher Liquidität, nicht als Ertragsquelle. Mehr als 6 Monate Bedarf sollten auf dem Tagesgeld nicht geparkt werden. Der Rest kann in Fonds angelegt werden. Davon hast Du bereits recht konservative Positionen herausgesucht, wobei ein paar Überlappungen bestehen. Ich würde mich dem Vorschlag von LittleArrow anschließen und den JPM Global Income durch einen Kapital Plus ersetzen. Letztendlich leben die Senioren ja in Europa und zahlen ihre Rechnungen in EUR. Also sollte auch der Schwerpunkt eines konservativen Investments im EUR-Raum sein.

Antwort
von ratgeberconsult, 2

Finde das Verhältnis völlig ok. Bei einem Rentnerpaar geht es ja nicht so sehr um Wertzuwachs (was immer mit einem Verlustrisiko verbunden ist), sondern viel mehr darum, Geld zum Abruf verfügbar zu halten, um sich die Rente aufzubessern.

Die Fonds haben alle recht hohe Gebühren, die die Rendite schmälern. Da würde ich eher in ETFs investieren (Aktien ETFs und Renten ETFs, um einen defensiven Mischfonds nachzubauen). Hier sind die Gebühren deutlich geringer.

Antwort
von bodjw123, 2

Kommt darauf an, welche monatlichen Ausgaben sie haben und welche plötzlichen. z. B. Unterstützung der Enkel.

1/3 scheint mir zu hoch 20% sollten reichen.

Antwort
von qtbasket, 2
  • einen höheren Geldbetrag anzulegen ....1/3 Tagesgeld bei der DIBA

Um Gottes Willen, schlimmer gehts nimmer. Bei 1% Zinsen und ca. 2% Inflation, kann jeder nachrechnen, das das eher Geldvernichtung als Geldanlage ist.

  • 2/3 in 4 defensive Mischfonds

auch das keine gute Idee, viel zu magere Renditen.

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