Frage von Lukanne,

MiniJob: Sozialversicherung > 50 %?

Hallo an alle Experten,

ich habe ein kleines Problem und hoffe auf gute Tipps von Euch.

Mein Fall: Ich bin zur Zeit familienversicherte Hausfrau und habe als "gewerbliche" Nebeneinkünfte ca. 200 EUR/Monat aus der Einspeisevergütung unserer PV-Hausdachanlage.

Nun wollte ich ein paar Euronen dazu verdienen und habe einen Minijob angenommen, der mit 250 - 350 EUR/Monat (je nach Aufwand) vergütet wird. Daraufhin meinte unsere Krankenkasse, mit diesem Nebenverdienst von ca. 550 EUR (200,- gewerbl. + 350,- Minijob) falle ich ab sofort aus der Familienversicherung, da ich maximal 385 EUR dazu verdienen darf, und muss mich entweder privat oder freiwillig gesetzlich zu mind. 140 EUR/Monat versichern. Also zu gut deutsch: Für 250 EUR Verdienst soll ich 140 EUR Sozialversicherung bezahlen!

Frage 1: Ist das korrekt oder muss man das anders sehen? Der größere Teil des Verdienstes stammt doch immerhin aus einem Angestelltenverhältnis.

Frage 2: Kann man sich in einem Minijob nicht "normal" sozialversichern mit 15,5% (oder wo der Beitragssatz gerade liegt)?

Hinweis: Zu Steuern und Rente brauche ich keine Info, mir geht es wirklich nur um die Sozialversicherung

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Kevin1905,

Du kannst statt einem Minijob einen Midijob annehmen (Verdienst zwischen 450,01 und 850,- €) im Monat. Dann fallen die Sozialabgaben anteilig an. Dann wärst du nebenberuflich selbständig und dies hätte keine Auswirkungen auf die Sozialversicherung.

Ansonsten gilt Gewinn aus Selbständigkeit + Minijob darf 450,- € im Monat nicht überschreiten, sonst ist Ende mit Familienversicherung.

Steuerlich ist dies allerdings im Gegensatz zum Minijob wieder relevant und wird der Summe der Einkünfte hinzugerechnet als Einkommen aus nicht-selbständiger Arbeit.

Kommentar von Lukanne ,

Wow, das ging aber schnell hier.

Tja, soviel Arbeit, dass ein MidiJob draus wird, hat mein Arbeitgeber zur Zeit leider nicht. Und für die Famlienversicherung zählt schon eine Grenze von 385 EUR.

Also: MIST! Da kann ich auch zu Hause bleiben! Mit diesen Ausgaben bin ich ja fast ein 2-Euro-Jobber.

Kommentar von Kevin1905 ,

Bei Minijob 450,- € ansonsten 385,- €.

Antwort
von RHWWW,

Hallo,

ergänzend zu der Antwort von "Kevin1905":

Die Einkommensgrenze zur Familienversicherung kann bis zu 2 Monate im Jahr überschritten werden. Bei schwankenden Einnahmen wird der Durchschnitt genommen. Am besten mnit allen Unterlagen zur Einnahmehöhe persönlich zur Krankenkasse gehen und die Sache klären. Bei einer gewerblichen Tätigkeit können ggf. die betrieblichen Kosten von den Einnahmen abgezogen werden.

Gruß

RHW

Kommentar von Lukanne ,

Hallo RHWWW,

wo steht das, mit diesen 2 Monats-Überschreitungen? In 2012 habe ich ja nur im Dezember diese Grenze gerissen. Das restliche Jahr über hatte ich ja nur die 200,- EUR aus der PV-Anlage.

Bei der Krankenkasse meinten sie, das mit den 2 Monaten gilt nur für rein gewerbliche Einmaleinnahmen. Bei Minijob + gewerblich müssen genau die Einnahmen in diesem einen Monat gewertet werden.

Da wäre es natürlich Klasse, wenn Du mir Quellen nennen könntest. Danke!!

Kommentar von RHWWW ,

Einkünfte, die von vornherein für nicht mehr als zwei Monate erzielt werden, sind als unregelmäßig anzusehen und schließen die Familienversicherung nicht aus. Bei Arbeitsentgelten, die im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung im Sinne des § 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV erzielt werden, ist der Zwei-Monats-Zeitraum auf das Kalenderjahr der Beschäftigung begrenzt.

Quelle: Seite 18

http://www.vdek.com/vertragspartner/mitgliedschaftsrecht_beitragsrecht/familienv...

Kommentar von Lukanne ,

Danke! Damit werde ich noch mal bei der Krankenkasse vorsprechen. :-)

Kommentar von RHWWW ,

Gern geschehen! Viel Erfolg!

Antwort
von Primus,

Ist das korrekt oder muss man das anders sehen

Es ist vollkommen korrekt, denn sobald Du mit Deinem Gesamteinkommen 450 € überschreitest, bist Du selber für Deine Krankenversicherung verantwortlich.

Kann man sich in einem Minijob nicht "normal" sozialversichern

Nein, kann man nicht.

Alles weitere liest Du bei Kevin.

Antwort
von Rentenfrau,

Bei der Familienmitversicherung, die in der gesetzlichen Krankenkasse ja kostenlos ist, gibt es nun mal gewisse Einkommengrenzen für die mitversicherte Person, und zwar sind es bei einer geringfügigen (abhängigen) Tätigkeit 450 Euro und bei einer selbständigen Tätigkeit, liegt die Grenze bei 385 Euro, diese beiden SUMMEN kann man nicht addieren. Du kannst also nur Deine Selbständigeneinkünfte bis 385 Euro steigern, aber eben nicht zusätzlich einen Minijob annehmen. Oder Du müßtest Dich dann eben freiwillig versichern, was Dich aber, wie Du bereits geschrieben hast, 140 Euro im Monat an Krankenversicherungsbeitrag kostet. Die Sicht der Krankenkasse daher (leider) korrekt.

Kommentar von Lukanne ,

Hallo Rentenfrau, dass man als Familienversicherte nicht unendlich zuverdienen darf ist klar und logisch. Ursprünglich waren für den Minijob auch nur 150 - 200 EUR Verdienst geplant gewesen, bis dann plötzlich mehr Arbeit anstand. Leider aber nicht genug, um einen Midijob draus zu machen. Und so saß ich plötzlich in einer Sozialversicherungsfalle. Diese Gesetze sind ganz offenbar von Leuten gemacht, die sich um 3stellige Monatseinkünfte keinen Kopf machen müssen.

Ich danke Dir trotzdem!

Antwort
von barmer,

Hallo,

das ist fast korrekt, außer dass die Grenze 450 EUR sind, wenn ein Minijob beteiligt ist. Aber die überschreiten Sie ja auch.

Sie sollten versuchen, auf einen Midijob mit 451 + EUR zu kommen. Da tritt Pflichtversicherung ein.

Kann die Einspeisevergütung nicht auf jemand anderen übertragen werden ?

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