Frage von GabrielS,

Minijob + Übungsleiterpauschale kombiniert: Kindergeld? Versicherungspflichtig?

Hallo ihr :) Ich habe eine wichtige Frage die mich langsam echt zum verzweifeln bringt. Es ist so ich studiere, an einer nicht voll staatlich anerkannten Akademie: Ich habe einen Minijob: 450€ Eine Übungsleiterpauschale: 200€

Ich bin 22 und verheiratet! Meine Frau studiert AUCH und bezieht ebenfalls einen Minijob!

Darf ich mit den 650€ sowie dem Kindergeld dass mir noch zu steht, bei meinem Vater versichert bleiben? Oder muss ich selbst für die Krankenversicherung aufkommen?

Liebe Grüße und vielen Dank schonmal!

Antwort
von Primus,

Wird der steuerfreie Betrag überschritten, ist zu prüfen, ob die Beschäftigung geringfügig entlohnt ist. Dies ist der Fall, wenn das Entgelt einschließlich der steuerfreien Aufwandsentschädigung 650,00 EUR (450,00 EUR + 200,00 EUR) monatlich nicht übersteigt; in diesen Fällen sind ggf. Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung (sofern der Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist) sowie Beiträge (unter Berücksichtigung der besonderen Beitragsanteile) zur Rentenversicherung zu zahlen. Wird eine versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung ausgeübt, liegt Geringfügigkeit aufgrund der Additionsregelung des § 8 Abs. 2 Satz 1 SGB IV in der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung nicht vor, soweit es sich bei der Tätigkeit als Übungsleiter nicht um eine "zeitlich zuerst ausgeübte Nebentätigkeit" handelt.

http://www.lexsoft.de/cgi-bin/lexsoft/tk_sec.cgi?chosenIndex=69312nv&templat...:

Kommentar von MadRampage ,
  • Steuerfreibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG (höchstens) 2400€ im Jahr.

Dieser wird mit 200€ monatlich erreicht aber nicht überschritten, somit müsste die Konstuktion: 450€ minijob plus 200€ Übungsleiterpauschale wirklich komplett steuer- und sozialabgabenfrei sind und sogar noch die Familienversicherung erlauben.

Kommentar von Primus ,

Richtig, da dürfte nichts gegensprechen!

Kommentar von GabrielS ,

Voll super, danke für eure Hilfe, hat mich echt weitergebracht! Jetzt noch ein-zwei Detailsachen: Es besteht ja die Möglichkeit eine Tankkarte bis max. 44€ zu erhalten und zb. die Handyrechnung vom Arbeitgeber bezahlt zu bekommen! Addieren sich solche Zahlungen auf die 450€ und beeinflussen meine Krankenversicherung, oder interessiert das nicht?

Kommentar von Primus ,

Für Sachzuwendungen kommen insbesondere folgende Vergünstigungen in Betracht: •Kostenlose oder verbilligte Sachbezüge können bis zu einer Monatsgrenze von 44 EUR - insgesamt für alle Vorteile - steuerfrei erbracht werden.

Also sage ich Vorsicht bei zusätzlicher Händyrechnung.

Kommentar von GabrielS ,

Macht sinn, aber beispielsweise 44€ für eine Fahrmarke ist kein Problem und zählt nicht als Gehalt!?

Kommentar von Primus ,

Wie gesagt, bis zu 44 € darfst Du als Sachzuwendung zusätzlich erhalten.

Kommentar von MadRampage ,

So sehe ich das auch.

Kommentar von alfalfa ,

Klar darfst Di das zusätzlich erhalten, musst Dich dann aber freiwillig in der GKV versichern. Entweder Studententarif (so um die 80€) oder als freiwilliges Mitglied - so um die 155€ im Monat. über den Status entscheidet die GKV.

Kommentar von alfalfa ,

Sachzuwendungen in der Sozialversicherung zählen zu den immer wiederkehrenden Leistungen im Sinne der Legaldefinition des Jahresentgeltes. Die steuerliche Behandlung für den Status ist vollkommen irrelevant. Somit würden die nach § 3 EkStG erhaltenen Sachbezüge - Tankgutschein etc- im Sozialrecht dem Entgelt hinzugerechnet werden.

Fazit: Minijob plus Übungsleiterpauschale = kostenfreie Familienversicherung möglich.

Minijob + Übungsleiterpauschale + Sachzuwendungen = freiwillige Versicherung mit eigenem Beitrag, mindestens jedoch 155€ pro Monat.

Also, der Sachwertbezug kostet dich mehr als es dir bringt.

Kommentar von alfalfa ,

...Ergänzung: ggfs ist auch Absicherung über studentischen Tarif (ca 80€) möglich. Das entscheidet jedoch die GKV anhand des Status.

Kommentar von GabrielS ,

Interessant... bist du dir da echt sicher? Ein Freund von mir der Steuerberater ist meinte dass Sachzuwendungen unter Arbeitsmittel und dergleichen fallen und nicht als "Gehalt" zählen... Danke für deine Zeilen...

Kommentar von alfalfa ,

Ja, was Arbeitsentgelt im Sinne des SGB ist regelt § 14 SGB IV. Und die Definition ist relevant für die Statisbeurteilung. Da liegen Steuerberater gerne daneben. Übertrag ihm das Mandat und wenn Du bei der GKV nachzahlen musst aufgrund des grandiosen Tipps darf seine Vermögensschadenhaftpflicht zahlen! Ruf bei der GKV an, dann hast Du Rechtssicherheit. Ja, da bin ich mir sehr sicher in der Aussage. Das sind Basics im SGB!

Antwort
von Tina34,

na ja interessant könnte unter Umständen in Hinblick auch auf später noch eine Gehaltsumwandlung (betr. Altersvorsorge) sein! Damit liesen sich auch Beträge über 450,- € umwandeln!

Kommentar von MadRampage ,

richtig, auch das ist noch zusätzlich Möglich. Dann sind wir bei 450 + 200 + 44€/Sachwerte plus 216€/bAV = 910€ Gesamtbrutto und dazu die kostenlose Familienversicherung!

Kommentar von alfalfa ,

Nee...nimm mal den Sachwert raus. Und außerdem ist man bei baV Umwandlung bereits in der versicherungspflichtigen Midi Job Zone. Also die Idee ist Kappes!

Kommentar von alfalfa ,

Nene. Nicht Steuer- mit Sozialrecht verwechseln. Wenn etwas zum Umwandeln da ist, liegt das monatliche Brutto bereits in der versicherungspflichtigen Midi Zone mit eigenem GKV Beitrag. Schöne Idee, aber so tickt das nicht.

Kommentar von Julia23 ,

wirklich? die Entgeltumwandung ist doch steuer- und sozialabgabenfrei (dafür muss man dann bei Rentenbezug diese versteuern und KV-Beiträge davon entrichten).

Zitat: "Mit einer Entgeltumwandlung kann der 400-Euro-Jobber aber etwas mehr arbeiten, ohne den Status als Minijobber zu verlieren" (quelle http://www.welt.de/finanzen/tipp-des-tages/article9221332/Wie-man-auch-als-Minij... )

Kommentar von alfalfa ,

Ja wirklich. Denn es geht um den sozialrechtlichen Begriff des Entgelts. Der ist in § 14 SGB IV definiert. Ein Blick ins Gesetz und ein Anruf bei der AOK genügt. Da ich mich auf das SGB V verlasse statt auf schlecht recherchierte Artikel komme ich zu der Aussage.

Antwort
von MadRampage,

Ja, bis max. 2400€ im Jahr: In der Sozialversicherung sind steuerfreie Aufwandsentschädigungen nach ausdrücklicher gesetzlicher Bestimmung kein Arbeitsentgelt (§ 14 Abs. 1 Satz 3 SGB IV, § 1 Abs. 1 Nr. 1 SvEV), das heißt sie

  • führen zu keinem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis,
  • sind kein Gesamteinkommen in der Familienversicherung (§ 10 SGB V) und
  • sind keine Einnahmen nach § 240 SGB V in der freiwilligen Krankenversicherung

quelle und Details: http://www.aok-business.de/fachthemen/steuerrecht/ehrenamt-aufgewertet/

Somit bleibt Dein Gesamteinkommen bei einem Minijob mit Maximal 450€ brutto monatlich was gerade noch die kostenlose Familienversicherung ermöglicht.

Kommentar von MadRampage ,

vergessen: Für's Kindergeld ist Dein Einkommen (seit 2012) egal, solange Du unter 25 bist und Dich in Ausbildung befindest, bekommen Deine Eltern (auf Antrag) das Kindergeld.

Kommentar von Primus ,

So sehe ich das auch!

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