Frage von artic, 197

Minijob - Überstunden - kein Änderungsvertrag auf 450 € - bezahlten Urlaubsanspruch ?

Hallo an Alle, ich arbeite seit knapp zwei Jahren in einer WP-Kanzlei (1 Mann-Betrieb) als Aushilfe zur weiteren Halbtagskraft auf Minijob-Basis, 11,25 Std./Woche - 10 Euro Std.-Lohn - 3 Tage die Woche. Ich werde jedoch fast täglich verplant. Bei Abwesenheit der Kollegin arbeite ich ganztags. Wie steht dies zur Sachlage Sozialversicherungsbetrug?

Ich möchte gerne kündigen, habe aber über 60 Überstunden. Wenn ich kündige, fürchte ich stark, dass ich keinen Ausgleich für diese Mehrarbeit erhalte, diese also verloren wären. Was kann ich tun, um diese Ü-stunden abgegolten zu bekommen. Eine Auszahlung sowie eine Freistellung oder sukzessiver Abbau wird definitiv nicht vorgenommen. Wie könnte ich vorgehen oder welches Recht habe ich auf Ausgleich? Insbesondere wenn ich kündigen würde. Könnte ich bei Kündigung etwa gleich die Überstunden nehmen und den Kündigungszeitraum entsprechend weit nach hinten legen?

Desweiteren habe ich nur einen alten Arbeitsvertrag mit 400 Euro. Es werden mir aber 450 Euro um den 15. d. M. (warum auch immer nicht am 1.) bezahlt. Habe ich bezahlten oder unbezahlten Urlaubsanspruch?

Ich bitte um Hilfe zu meinen Fragen und bedanke mich schon jetzt im voraus.

Grüße Artic

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Antwort
von Lohnverrechnung, 179

Du arbeitest da schon 2 Jahre und hattest noch nie Urlaub, richtig? Natürlich hättest Du Urlaubsanspruch-aber so mancher davon ist bereits verjährt, Du hättest die Übertragung ins neue Jahr beantragen müssen. Bzgl. der Überstunden-waren diese angeordnet? Bekommst Du Arbeitszeitprotokolle-könntest Du diese belegen? Es ist sehr ehrenhaft, daß Du so fleißig bist und entgegenkommend, aber das wird wohl gehörig ausgenutzt. Ein klärendes Gespräch mit dem Chef steht an, sag ihm, daß er sich nicht korrekt der SV gegenüber verhalten hat, er beschäftigt Dich mehr als der 450 Euro Job hergibt und dies entspricht einer Teilzeitbeschäftigung, die mehr Sozialabgaben für ihn zur Folge gehabt hätten. Wenn Du sowieso kündigen willst, geh ins Gespräch und stell klar Deine Forderungen:Urlaub, Überstundenausgleich, Kündigung. Viel Glück-und laß Dich nicht mehr für Mehrdienste einteilen!!!

Kommentar von artic ,

Ja, ist richtig. Ich weiß ja nicht mal, ob ich auf bezahlten Urlaub Anspruch habe. Die Überstunden kommen angeordnet, bzw. ich werde für die nächste Woche entsprechend per E-Mail (sonntags) oder mündlich während der laufenden Arbeitswoche von ... bis in das Büro (WirtschaftsprüferIn) berufen. Einmal habe ich etwas zu der Mehrarbeit gesagt, dann wurde ich überaus forsch darüber aufgeklärt, dass dies in dieser Kanzlei nicht ginge (Dienst nach Vorschrift). Ich trage auf ein eigen erstelltes Formular die Tage und die Uhrzeit ein. Gebe dies am ersten d. M. ab und bekomme zwischen 11. und 16. des Folgemonats mein Geld. Ich habe sogar einmal erwähnt, ob das nicht Sozialversicherungsbetrug ist, dann wurde mir von der cholerischen Chefin wiederum forsch geantwortet, dies sei nicht so. Über Urlaubsanspruch, Kündigungsfrist usw. weiss die Chefin nicht Bescheid.

Aber lieben Dank für deine Antwort. Nur bräuchte ich einen Plan, wie ich vorgehen könnte - auch im Hinblick auf das Ziel der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses.

Viele dankende Grüße artic

Antwort
von LittleArrow, 137

Guck mal, was die hiesige Suchfunktion Dir so bringen würde: http://www.finanzfrage.net/frage/habe-ich-bei-einem-minijob-einen-anspruch-auf-b...

Die Urlaubsfrage dürfte also geklärt sein.

Die übrigen Fragen nicht. Willst Du tatsächlich kündigen, ohne eine andere Beschäftigung zu haben? Das ist nicht so gut. Du solltest erst einmal um ein Zwischenzeugnis bitten, da Du eine Voll-/Teilzeitbeschäftigung suchst. Dagegen kann Dein Arbeitgeber ja nichts einwenden. Wer so fleißig ist wie Du, sollte tatsächlich eine angemessene Beschäftigung suchen.

Diese vergangenen zwei Jahre waren auch Lernjahre. Da muss man nicht dem Arbeitgeber drohen (auch wenn es dazu "juckt" und es angebracht wäre). Erst muß die Alternative her, nicht umgekehrt!!

Kommentar von artic ,

Herzlichen Dank für den Link. Eine klare Auskunft, mit dieser ich etwas anfangen kann.

A propos: Ich habe eine Erst-Arbeitsstelle im lehrenden Bereich - angemeldet als Kleingewerbetreibender. Ich bin 50 Jahre jung und wenn ich vorgebe eine Teilzeitstelle zu suchen, würde ich und hatte schon das Angebot in der Kanzlei bekommen. Das gleiche Spiel im Teilzeitbereich; dies bekomme ich mit meinem Erstjob und der Familie nicht hin. Und wie der Vorredner schon treffend beschrieb, man wird ausgenutzt.

Nochmals herzlichsten Dank.

Viele Grüße artic

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