Frage von Werniman, 36

Mindestlohn aufs Jahr bezogen oder den Monat ?

Hallo!

Wie ist das mit dem Mindestlohn,wenn es flexible Arbeitszeiten,aber Festlöhne gibt ? Dürfen Minusstunden in einem Monat durch Mehrarbeit in anderen Monaten ohne Anpassung des Festlohnes ausgeglichen werden ?

Um es mal praktisch zu erklären: Person A hat einen Minijob, vertraglich sind 20h/Monat für 200€ Pauschallohn vereinbart. Das wären 10€/h. Tatsächlich arbeitet A aber meist nur rund 10h,bekommt trotzdem die vereinbarten 200€. In der Hauptsaison im Nov/Dez fällt dann immer mehr Arbeit an, so daß A 30h/Monat benötigt wird. Dafür kriegt er aber auch nur die üblichen 200€,das wären 6,66€/h. Aufs Jahr gerechnet wäre das dann ein durchschnittlicher Stundenlohn von 15€h. Wäre in so einem Fall der Mindestlohn trotzdem erfüllt oder wird hier das Einkommen jedes einzelnen Monats betrachtet ?

Antwort
von Snooopy155, 35

Nicht zwei Dinge durcheinander bringen. Du hast einen Arbeitsvertrag, der die Anforderungen an den Mindestlohn erfüllt. Zudem hast Du eine Vereinbarung mit Deinem Arbeitgeber über ein Arbeitszeitkonto. Solange die Jahresarbeitsleistung nicht die 240 Stunden überschreitet und alle anderen rechtlichen Aspekte zur täglichen/wöchentlichen Arbeitszeit eingehalten werden, solange ist alles im grünen Bereich.

Kommentar von Werniman ,

Folglich wäre es dann zulässig,daß man die Minusstunden,die man über das Jahr aufgebaut hat, in der Hauptsaison (zu den üblichen 200€/Monat( nachholt,obwohl man auf den Monat allein betrachtet dann weniger als den Mindestlohn hätte ?

Antwort
von wfwbinder, 28

Arbeitszeitkonten sind möglich. Da müsste dann aufgeschrieben werden, das in den Monaten Jan. bis .... nur 10 Stunden gearbeitet wurden, dann baut er ein Stundenmalus auf, dass in den Hauptmonaten mit Überstunden abgearbeitet wird.

Das wäre zulässig.

Würde nciht aufgeschrieben, aber so wie oben verfahren, würde sich kein Prüfer an den 20,- Euro pro Stunde stören, aber wenn dann in den "Hauptkampfmonaten" der Stundenlohn durch die Mehrstunden auf 5-6 Euro sinkt, gäbe es Probleme.

Also, nach MiLoG müssen sehr viele nun Arbeitszeitkonten führen. §§ 1 und 3 MiLog.

Kommentar von Werniman ,

Genau das ist ja die Frage: In den normalen Monaten wird weniger gearbeitet,als eigentlich vereinbart ist, es gibt aber trotzdem die volle Kohle. Und in der Hauptsaison wird ein kleiner Top dieser angesammelten Minusstunden wieder abgebaut, der Lohn bleibt aber auch bei den 200€. Auf den einzelnen Monat gesehen wäre das dann weniger als der Mindestlohn, anteilig aufs Jahr gesehen aber immer noch mehr.

Antwort
von Primus, 22

Gegenrechnung: So sähe es ohne Arbeitszeitkonto aus:

Du arbeitest 10 Std. und bekommst dafür den Mindestlohn von 8,50 € pro Stunde. Also 85 € pro Monat.

In der Hauptsaison sind es dann 2x 30 Std. x 8,50€ = 510€ .

Nebensaison: 10 x 85€ = 850 €,

Hauotsaison: 2x 255 €= 510 €,

850 + 510 = 1360 € Jahresgehalt.

In der jetzigen Regelung bekommst Du 12x200 € = 2400 €

Welche Variante ist für Dich die günstigere?

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