Frage von SteDa79,

Mietminderung bei Wasser im Kellerabteil

Hallo zusammen, wir wohnen in einer Altbau Wohnung in München. Bei Einzug wurden wir darauf hingewiesen, dass der Keller leicht feucht sein kann, dafür gebe es aber extra eine Belüftungsanlage. Jetzt tropft aber das Wasser stetig von der Decke und wir haben ca. jede Woche einen Eimer Wasser im Keller stehen, den wir teils selbst aufwischen. Angeblich liegt das an der Tresenkühlanlage des Coffeeshops über unserem Keller. Darf ich in diesem Fall die Miete mindern? Und falls ja um wieviel Prozent? Wer hat hier schon Erfahrungen gemacht. DANKE

Antwort
von williamsson,

Du musst erstmal schriftlich(!) Deinen Vermieter unterrichten und zur Schadensbehebung auffordern. Frist setzten. Passiert nicht nichts, kann immer noch an eine 5% Mietminderung gedacht werden.

Antwort
von Rat2010,

Im dem Fall von Münchner zu Münchner:

ein feuchter Keller könnte generell zu 5 - 10 % Miteminderung berechtigen. In dem Fall (kein Schimmel?) denke ich mehr bis zu 5 %.

Nun kann ich mir eure Lage aber vorstellen. Die Kühlanlage ist sicher der Grund, aus dem es bei euch tropft. Es geht um Kondenswasser, das in dem Fall entsteht. Nicht zwangsläufig wird in dem Altbau auch Schimmel im Keller entstehen und einen (leicht) feuchten Keller habt ihr aufgrund des Hinweises akzeptiert. Das war wahrscheinlich schon beim Vormieter nicht anders und wird im Sommer schlimmer!

In Anbetracht der Umstände wären 5 % denkbar, nur solltet ihr euch fragen, ob ihr nicht - der Vermieter kannte das Problem - schon 5 % weniger Miete als ortsüblich zahlt denn: ihr macht euch durch die Mietminderung für eine Sache, die der Vermieter nicht mit vertretbarem Aufwand beeinflussen kann angreifbar. Freilich kann es sien, dass der Bereich unter der Kühlanlage eher einfach isoliert werden kann, aber das ist von hier nicht zu beurteilen. Bei der Installation ist was schief gelaufen aber ohne die Anlage weg zu heben und ohne Fachleute wird es nicht gehen.

Du kennst den Münchner Mietmarkt. Vermutlich findet der Vermieter mit einem Hinweis auf tropfendes Kondenswasser im Keller auch einen guten Mieter. Man verkauft es mit Regentonne als kostenloses Wasser zur Balkonbewässerung ;). Problematisch ist diese Mieminderung natürlich auch, wenn ihr den Verdacht habt, dass andere im Haus mehr zahlen oder eure Miete unter dem Mietspiegel liegt. Dann kann nämlich die 5-%-igen Mietminderung eine bis zu 20-%-ige Mieterhöhung zur Antwort haben.

Vielleicht ist alles ganz anders! Eure Miete ist über der ortsüblichen und vermutlich würde der Vermieter Leerstand riskieren, wenn er die 5 % Mietminderung nicht akzeptiert. Vielleicht ist die Situation für euch untragbar und ihr würdet sowieso gerne ausziehen. Dann 5 % (und warum nicht gleich 10 % Mietminderung) wegen tropfender Feuchte im Keller. Er akzeptiert es oder gibt die Sache zum Anwalt und der schreibt euch, dass ihr darauf hingewiesen wurdet und deshalb nicht mindern könnt.

Ihr überlegt also zurecht, was zu tun ist und fragt zurecht nach. Die Antwort hängt aber davon ab, in welcher Verhandlungsposition ihr euch befindet.

Grüße aus Menzing

Kommentar von LittleArrow ,

Für Münchner Verhältnisse eine sehr schöne Analyse!

Es ist ja aufgrund der Sachverhaltsbeschreibung bei der Frage zu befürchten, dass der Vermieter bei einer schriftlichen Ansprache einen ganz falschen Eindruck bekommt. Nur zwei Hinweise:

...Keller leicht feucht sein kann, dafür gebe es...

Wenn hier wenigstens "dagegen" gestanden hätte!

...jede Woche einen Eimer Wasser im Keller stehen, den wir teils selbst aufwischen.

Warum soll ein Eimer aufgewischt werden?

Nun setzt eine Mietminderung auch noch eine Gebrauchsbeeinträchtigung des Kellers voraus. Hierzu hat man wenig gelesen, außer dem ohnehin wöchentlich erforderlichen Putzdienst.

Nein, aber im Ernst:

Anwalt und der schreibt euch, dass ihr darauf hingewiesen wurdet und deshalb nicht mindern könnt.

Ein feuchter Keller ist was anderes als ein nasser Keller. Und nass schien er bei dem Hinweis des Vermieters nicht zu sein. Eine Belüftungsanlage kann kaum einen nassen Keller permanent trocknen. Dazu müßte sie entfeuchtete Warmluft und nicht nur Außenluft liefern, die die Nässe aufnehmen könnte. Der Hinweis ist bei vorliegender Nässe völlig unzureichend gewesen, um den Vermieter aus der Verpflichtung zu lassen.

LG - LittleArrow

Antwort
von robinek,

Warum immer und immer wieder gleich Mietminderung in Erwägung ziehen?? (noch dazu für einen Kellerraum!) Wie Du schilderst ist darüber ein "Coffeeshop neudeutsch genannt". Wie wäre es wenn Dein Vermieter sich mit dem Besitzer zunächst wegen einer Schadensbehebung in Verbindung setzen würde? Warum immer zuerst auf evtl. eigene Vorteile pochen? Der Schuss kann auch mal rückwärts losgehn!

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