Frage von Annkathrin, 73

Mieterhöhung - trotz gravierender Mängel?

Was passiert, wenn ich meine Zustimmung zur Mieterhöhung von 60,- nicht geben "kann", weil die Wohnung erhebliche Mängel aufweist? Mir ist bewusst, das ich Mietminderungen bis dato nicht in den Raum gestellt habe. Jetzt aber, will der Vermieter die ortsübliche Miete - und ich empfinde das, in Anbetracht meiner Wohnung als zu viel. Sein Verweis auf teurere Vergleichswohnungen, finde ich mehr als unangemessen, zumal mein Vermieter "sein eigenes Haus" kennt und genau weiß, wo er "Glaswolle" eingespart hat. Im Vorab und im Begehen einer Wohnung sieht man es nämlich nicht, sondern erst durch/im Gebrauch, bemerkt man die Mängel, wie hellhörige Regipswände, aufgrund schlechter Dämmung. Ebenso verhält es sich mit dem Fußboden, auf welchem zu Mietbeginn Teppichboden lag, so das man einlagige Spannplatten, nicht vermuten konnte. Das unter diesen Spannplatten, die Glaswolle nicht flächendeckend ausgelegt ist, habe ich auch > erst bei einer Reparatur (Wasserschaden/WC) sehen können. Es gibt noch weitere Mängel, die ich hier aber nicht alle aufzählen möchte. Fakt ist, daß ich bisher immer jeder Mieterhöhung zugestimmt habe, um Ruhe zu haben. Nun aber, verspüre ich einen heftigen Widerstand in mir, dieser Mieterhöhung von fast 60 Euro zuzustimmen. Frage: Kann ich bei diesen Mängeln den Zustimmungs-Prozeß verlieren - und im Nachhinein mit Kosten rechnen, wenn der Vermieter auf Zustimmung klagen sollte? Oder weiß der Vermieter ganz genau, was er vermietet hat, und läßt die Klage, weil er sonst alles zu tragen hat? (Gutachten meinerseits sind vorhanden). Vielen Dank im Voraus für eure Antworten

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Antwort
von Snooopy155, 57

Du nennst hier Mängel die Dein Vermieter so nicht sieht. Da Du diese Mängel ihm gegenüber auch noch nicht schriftlich angegeben hast. Im Zustimmungsprozess geht es letztlich nicht darum festzustellen, in welchem Zustand sich die Wohnung befindet, sondern nur darum ob der Vermieter das Begehren der Mieterhöhung formaljuristisch korrekt durchgezogen hat. Und das ist in der Regel auch der Fall, denn Vermieter haben dazugelernt. Eine minimale Chance auf Erfolg hast Du, wenn Du nachweisen kannst, dass die genannten Vergleichsobjekte in wesentlichen Punkten deutlich höherwertiger sind als Deine Mietwohnung. Das wird Dir aber nur mit Gutachtern gelingen - auf diesen Kosten wirst Du auch noch weitgehend selbst sitzen bleiben - dann frage ich mmich, was ist unterm Strich kostengünstiger.. Hättest Du schon früher beim Erkennen der Mängel auf Beseitigung von diesen gedrängt, dann wäre Dein Stand heute leichter.

Kommentar von Annkathrin ,

SNOOOPY ist ein netter Name :-)

 Ganz herzlichen Dank für die ausführliche Antwort.

Du schreibst, daß mein Vermieter nicht das "sieht", was ich sehe. 

Durch Gespräche mit den Handwerkern (Wasserschaden/WC) habe ich im Nachhinein erfahren, das sich damals, mein Vermieter gegen die ausdrücklichen Empfehlungen der ausführenden "Facharbeiter" gestellt hat. Da mein Vermieter "Auftraggeber" war, konnte die Handwerksfirma nur so, wie mein Vermieter bereit war, zu zahlen. Daher wurden die Spannplatten letztendlich nur einlagig verlegt. So wie hier, ist auch bei anderen Sachen (Glaswolle etc.) das volle Sparprogramm zum Tragen gekommen. Also, was ich sagen möchte -  "gesehen" hat er schon!  

Kommentar von HilfeHilfe ,

nur bist du in der beweispflicht und ob handwerker wegen deiner Miete vor Gericht ziehen..............

Kommentar von Broni ,

Ich würde auch jetzt noch die Mängel auf jeden fall schriftlich anzeigen. Quasi als verhandlungsbasis.

Antwort
von Primus, 54

Das eine schließt das andere nicht aus.

Hier hast Du einen interessanten Bericht zu diesem Thema:

http://www.mietrecht.org/mieterhoehung/mieterhoehung-trotz-maengel-mietminderung...

Kommentar von Annkathrin ,

Guten Abend Primus! 

Ganz herzlichen Dank für den tollen Hinweis. 

Das ist inhaltlich eine ganz wertvolle Seite!

Vielen Dank nochmals :-)

Kommentar von Primus ,

Immer wieder gerne. Viel Erfolg!

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