Frage von marix,

Mieter beschwert sich wegen zu viel Lärm, da Wände zu hellhörig seien sollen

Mein Mieter hat sich beschwert, dass es in der Wohnung zu laut sei und dass er nicht mehr bereit sei die volle Miete zu zahlen, weil er sich durch den Lärm der anderen Nachbarn gestört fühlt. Seiner Meinung nach sind die Wände zu hellhörig und deswegen ist der Mietpreis nicht gerechtfertigt. Ich muss dazu sagen, dass einer der Nachbarn ein kleines Baby bekommen hat und das Baby schreit wohl viel in der Nacht. Meine Frage ist nun, ob so was wirklich ein Grund zur Mietminderung wäre. Damit hat er indirekt gedroht. Und was ich als Vermieter machen muss.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Primus,

Bewegungs- und Spieldrang kleiner Kinder nicht einschränkbar

Dementsprechend müssenMieter Geräusche, die naturgemäß dem Bewegungs- und Spieldrang kleiner Kinder entsprechen, als vertragsgemäßen Gebrauch ertragen. Das gilt selbst für häufige und über das übliche Maß hinausgehende Lauf- und Spielgeräusche.

Das, was Mieter hinzunehmen haben, beginnt mit dem ersten Babygeschrei, geht in unbeabsichtigte Störungen aller Art über und endet bei Störungen wie Gepolter, Gestampfe, Gespringe und Gehopse.

Diese kinderfreundliche Tendenz des BGH ist kein Einzelfall, Sie finden diese in älteren und jüngeren Urteilen aller gerichtlichen Instanzen wieder.

Ruhezeiten müssen kleine Kinder nicht einhalten

So kann der Mieter nicht mindern, wenn Kinder während der Ruhezeiten laut sind. Auch wenn Nachbarn nach 22.00 Uhr generell nicht mehr belästigt werden dürfen, muss derMieter das nächtliche Geschrei des Babys eines anderen Mieters hinnehmen (OLG Düsseldorf, Urteil v. 29.01.97, Az. 9 U 218/96).

Das Gleiche gilt für das Geschrei eines Kleinkindes während der Mittagsruhe.

Antwort
von imager761,

Als Vermieter wärst du gut beraten, den Behauptungen erst einmal persönlich nachzugehen und dich selbst von den Vorwürfen zu überzeugen: Klagen auf Mietrückstand und Kündigung sind teuer, ein vergiftetes Mieterverhältnis zeitraubend aber meist vermeidbar.

Wenn es vermeindlich am lautesteten ist, mal einen Besuch abstatten - und bei der Gelegenheit einen Blick auf den Mietgegenstand (Schäden, Renovierungsbedarf) werfen :-)

Babies und Kleinkinder weinen und schreien, auch in der Mittags- oder Nachtzeit, um sich mitzuteilen. Kinder haben einen Spieldrang, den man nicht ruhigstellen darf. Solange man das und in unvermeidbarem Rahmen als Elternteil nicht minutenlang hinnimmt, hätte sich der Beschwerdeführer damit abzufinden, selbst wenn das Kind nach seinem Einzug geboren wäre.

Insofern wäre die "Ruhestörung" kein Mangel, den du als VM weder zu verantworten noch abzustellen hättest und berechtigt dann auch nicht zu Beseitigungsanspruch oder Mietkürzung des Beschwerdeführers :-)

Vielmehr wäre die dann als Zahlungsverzug zu bewerten und wirksam rechtsverfolgbar. Das lässt man ihn wissen und klärt über die Folgen auf: Mahnbescheid, dann qualifizierte Abmahnung mit Kündigungsandrohung. Wenn er dann ordentlich kündigt, musst du das aber akzeptieren.

Anders sähe es aus, wenn die Eltern ein schreinendes Kleinkind unbeaufsichtigt gewähren liessen oder der Junge Dribbeln mit dem Basketball in der Wohnung üben darf, ohne das eingeschritten würde.

Dies wäre ruhestörender Lärm, den man als VM unterlassen verlangen darf und den verursachenden Mietern ankündigt, andernfalls Mietkürzugen des ruhegestörten Nachbarn als Schadenersatz zu beanspruchen und eine Abmahnung mit Kündigungsandrohung aus Pflichtverletzung Mietvertrag auszusprechen, wenn der Mieterfrieden im Haus fahrlässig oder vorsätzlich weiter gestört bliebe.

G imager761

Antwort
von LittleArrow,

Du musst als Vermieter ihm nur das Stichwort "Kinder Lärm von ...." aus dieser Quelle vorlegen: http://www.mietrechtslexikon.de/index1.php

Der Mieter hatte sicherlich ausreichend Zeit, sich eine neue Wohnung zu suchen, da die Geburt des Babys beim Nachbarn ( oder etwa doch "bei der Nachbarin"?) absehbar war. Er ist in das Haus so eingezogen, wie es war - mit allen lärmtechnischen Vor- und Nachteilen. Eine Mietminderung ist in diesem Falle zurückzuweisen.

Es wäre allerdings anders, wenn z. B. durch nachträgliche, unsachgemäße Laminatverlegung die (Tritt)Schallisolierung wesentlich verschlechtert worden wäre. Bei einem Baby kann man allerdings kaum von einer spürbaren Trittschallerhöhung ausgehen. Das kommt allerdings im Kleinkindalter.

Antwort
von billy,

" Seiner Meinung nach sind die Wände zu hellhörig und deswegen ist der Mietpreis nicht gerechtfertigt. " Das ist seine subjektive Meinung und nicht mehr. Eine Mietminderung muss nicht akzeptiert werden. Er kann ja versuchen zu klagen, wahrscheinlich wird er scheitern.

Antwort
von Privatier59,

Als Vermieter machen kannst Du ja an sich nichts. Man kann nur abwarten, ob der Mieter seine Ankündigung in die Tat umsetzt und dann reagieren. Gerade Beschwerden wegen Kinderlärm werden von den Gerichten nicht gerne gesehen und ganz allgemein steht der Mieter vor erheblichen Nachweisproblemen.

Antwort
von althaus,

Um der Mietminderung zuvor zu kommen würde ich dem Mieter die Möglichkeit geben ordnungsgemäß zu kündigen und sich eine andere Wohnung zu suchen. Eine Mietminderung würde ich nicht akzeptieren und es auch kundgeben.

Antwort
von robinek,

Durch den Lärm anderer Nachbarn fühlt er sich gestört? Allso nicht nur wegen des Baby`s? Lass ihn weiterhin drohen, kündige ihm an dasser ja ausziehen kann. Die Wände wurden ja seit Einzug nicht verändert! Eine Mietminderung würde ich nicht akzeptieren. Wenn mir etwas im Leben nicht passt muss ich es ändern. Wenn erdie Miete kürzt ändert sich aber am Lärmpegel nichts.....Mein Tipp: Lass Dich von Haus und Grund über Deine mögliche Vorgehensweise beraten, habe schon mit meinen Mietwohnungen gute Erfahrungen gemacht

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