Frage von birgit5, 2.221

Meiner Mama kaufte Uni Immo: Deutschland Aktien sie musste Bearbeitungsgebühr zahlen! Ist das o.K.

Meine Mutter wurde so schlecht ausgeklärt! Vorteile hervor gehoben. Nachteil besprochen, aber nicht das sie es wahrgenommen hat. War mit 70 Jahren überfordert. Erst als ich fast nach einen Jahr einen Auszug sah. Stellte sie fest, das das Geld weniger ist und beim Nachfragen erfuhren wir das sie soviel Gebühr am Anfang gezahlt hat. Ist das üblich? So hohe Spesen? Vielen Danke

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 2.165

Der UniImmo Deutschland (DE0009805507) ist ein Immobilienfonds, keine Aktie. Er hat einen Ausgabeaufschlag von 5% und eine jährliche Ausschüttung von 3-4%, wobei diese als Erträge aus Immobilien steuerlich begünstigt sind. Man hat also eine relativ stabile Rendite von ca. 4% p.a.

Es fallen beim Kauf über die Union Investment keine weiteren Gebühren an, aber es kommen jedes Jahresende noch 12 EUR (wenn ich mich recht entsinne) an Depotführungsgebühren hinzu, die vom Referenzkonto abgebucht werden.

Der Fonds ist nicht schlecht und auch die bisherige Rendite ist ok. Er gehört zu der Handvoll Immobilienfonds, die in der Finanzkrise keine häßlichen Schließungen vornehmen mußten, sondern vorübergehend sogar für die Ausgabe neuer Anteile geschlossen war, da der Fonds nicht genug investieren konnte.

Das Dumme beim Ausgabeaufschlag ist, daß er die Rendite der ersten beiden Jahre praktisch auffrißt. Man hätte hier sicher etwas optimierter handeln können, aber bei einer Anlegerin mit 70 Jahren gehe ich davon aus, daß sie nicht schnell den Fonds wieder verkaufen will, sondern ihn für die nächsten 10+ Jahre oder so hält. Langfristig betrachtet ist das also ok.

Beachte jedoch die besonderen Bedingungen für den Verkauf offener Immobilienfonds. Man kann diese nicht einfach schnell mal verkaufen, wenn man Geld benötigt.

http://www.finanzen.net/nachricht/fonds/Neue-Regeln-fuer-Immofonds-Offene-Immobi...

Kommentar von Rat2010 ,

Tut mir leid aber da ist einiges an Unsinn dabei. Jedenfalls auch auf der Homepage von Union Investmentkonnt der Fonds (nach BVI, also mit reinvestierten Ausschüttungen) auf derzeit 2,19 % im letzten Jahr und 4 % hatte er die letzten sechs Jahre nicht mal annähernd.

Das mit der Ausschüttung ist richtig, nur hat das nichts mit der Rendite zu tun. Der Fondspreis ging also bei der letzten Ausschüttung - um die 3,50 € - von 93,72 auf 90,22 € zurück. In den Charts siehst du das oft nicht, weil auch die nach BVI die Ausschüttung wieder angelegt haben.

http://privatkunden.union-investment.de/handle?action=viewFundPortrait&isin=...

Der Fondspreis fällt also aufgrund der Ausschüttung Jahr für Jahr. Nachvollziehen kann man das bei den Tagespreisen zum Download. Der Preis am 11.06.2008 lag z. B. bei 102,87 €

Kommentar von gandalf94305 ,

Für einen langfristigen Anleger zählt im wesentlichen die Ausschüttung, die bei 3,50 EUR auf ca. 95-100 EUR liegt. Mithin 3-4%. Ich sollte vielleicht Ausschüttungsrendite schreiben.

Die Charts werden split- und ausschüttungskorrigiert und natürlich gehen Kurse exDiv um den Ausschüttungsbetrag zurück. Die Ausschüttungen bestehen nichtsdestotrotz.

Der Grund, warum der Kurs fällt, liegt primär in der Veräußerung von Objekten, nicht an einer Neubewertung. UniImmo veräußert seit ein paar Jahren gezielt kleinere Objekte, um sich auf eine bestimmte Größe von Immobilien und bestimmte Lagen zu konzentrieren.

Ich persönlich würde keinen UniImmo-Fonds kaufen, da mir der zu teuer wäre und aus meiner Sicht hausinvest oder die RREEF-Fonds besser aufgestellt sind. Der Fonds ist IMHO jedoch durchaus akzeptabel.

Kommentar von Rat2010 ,

Ich habe mich natürlich vor allem an den "relativ stabile Rendite von ca. 4% p.a" gestört.

Sie erinnern an die (Substanz-)Ausschüttung von geschlossenen Fonds und natürlich bringt es wenig, mit etwas anderem als der BVI-Rendite zu arbeiten, weil man sonst schnell Äpfel mit Birnen vergleicht. Z. B. 5 % AA mit 3,5 % Ausschüttung. Dazu kommt ja auch, dass den im letzten Jahr 2,19 % Rendite 105 % Kapitaleinsatz gegenüberstehen.

Antwort
von Rat2010, 1.545

Wenn der Fonds nach dem Jahr im Minus ist, wird es wohl der Uniimmo Deutschland sein (980550). Das wesentliche Problem daran ist, dass es gut zwei Jahre dauert, bis der Ausgabeaufschlag (von satten 5 %) hereingewirtschaftet wurde.

Wenn die Mutter aber zum Banker geht, (aus berechtigter oder erzeugter Angst) etwas anderes als Geldwerte und nichts was schwankt will, ist der Fonds - wenn sie zur Volks- oder Raiffeisenbank geht - keine Fehlberatung.

Was soll der Berater machen???

Deine Mutter vergleicht vermutlich weder den Markt noch hat sie sonst viel Erfahrung. Wenn du zu einer der Genossenschaftsbanken gehst, dann können die ohne einen Beratungsfehler zu machen je nach den Wünschen nur Immobilienfonds verkaufen.

Der Gag aus Erfahrung: so wie sie früher älteren gerne Sparbiefe verkauft haben, die oft nach dem Erbfall fünf Jahre lang nicht kündbar waren, werden die Rolle in Zukunft Immobilienfonds übernehmen. Das ist eine legale Form der Kundenbindung denn weil die Erben nicht gleich an das Geld kommen sondern kündigen (was bei Erbengemeinschaften schwierig werden kann) und ein Jahr Kündigungsfrist abwarten müssen. In der Zeit kommt man mit den Erben ins Gespräch.

Antwort
von 911freak, 1.539

Ich selbst habe den Immofonds UniImmo:Deutschland und bin sehr zufrieden damit. Die Anlagestrategie wurde im Jahr 1966 aufgelegt und hat bis heute Bestand. Der Ertrag beläuft sich im Moment auf 2 bis 3% im Jahr. Mit Aktien hat die Anlage überhaupt nichts zu tun. Die Gelder deiner Mutter werden in Sachwerte wie Hotels, Einkaufscenter und Logistikimmobilien investiert. Die Objekte werden vermietet und dadurch erwirtschaftet der Fonds zum großen Teil den Ertrag. Die Empfehlung der Bank ist nachvollziehbar, da es bei Geldwertanlagen (Bankprodukte) eine Verzinsung von 0,1 bis 0,6 % gibt. Sieht man die Inflationsrate in Europa, so würde deine Mutter bei Geldwertanlagen ihr Geld vernichten. Das Ziel einer Anlage ist ja der Erhalt der Kaufkraft des Geldes und deshalb sind Sachwerte notwendig!Deine Mutter könnte auch eine Eigentumswohnung kaufen und vermieten.Durch Kaufnebenkosten wie Makler, Grunderwerbssteuer etc. kommt sie auf Kosten/Spesen von 10% - bei dem Fonds dann eben nur 5%. Schau doch mal Monopoly an!Wer gewinnt hier immer - immer derjenige,der investiert und Hotels/Häuser hat!:-) Weiterhin sind hier exklusive Immobilien hinterlegt,die kein Schrott sind. Eine Immobilie war schon immer eine gute Geldanlage!Siehe die Häuser,die seit über 100 Jahren bestehen!Sie haben mehreren Generationen gedient und sind währungsneutral! Häuser existieren immer noch trotz unterschiedlicher Währungen wie Reichsmark, DM und Euro. Sachwerte eben... Die Anlage eignet sich ab einem Anlagehorizontvon fünf bis sechs Jahren.Deine Mutter hier eine gute und relativ sichere Anlage!Viele Grüße

Antwort
von Scrooge, 1.356

Bei Fonds gibt es in der Regel einen Ausgabeaufschlag, meist 5 %. Der wird bei Kauf fällig. Und dann kommen noch jährliche Gebühren dazu, das läppert sich ganz schön. War Deine Mutter allein vor einem Jahr beim gespräch? Denn ohne Zeugen ist es schwer nachzuweisen, dass sie nicht über diese Punkte aufgeklärt wurde. Bzw. nicht in der Lage war, das alles zu verstehen. Du kannst es gern mal beim Filialleiter probieren, mit Verweis auf falsche Beratung / Aufklärung. Gibt es ein Beratungsprotokoll zu diesem Kauf? Das ist gesetzliche Vorschrift. Was steht da drin? Was hat Deine Mutter als Anlagezeile genannt? Das sind vielleicht Ansatzpunkte ...

Antwort
von volksbanker, 1.187

Das sind keine Spesen oder Bearbeitungsgebühren - es handelt sich um den Ausgabeaufschlag. Der ist bei Fonds üblich und beträgt beim von dir genannten Fonds 5 Prozent. Daher ist eine Anlage von mindestens 3-5 Jahren sinnvoll, damit sich die ganze Sache halbwegs rechnet.

Immobilienfonds sind grundsätzlich eine sichere Anlage - gerade die Immofonds von Union-Investment sind gut durch die Krise gekommen und machen konstant ihre 2-3 Prozent Performance pro Jahr.

Da du nicht beim Gespräch dabei warst solltest du vorsichtig mit solchen Äußerungen sein. Davon abgesehen gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ein Beratungsprotokoll, dass deiner Mutter ausgehändigt wurde.

Antwort
von Privatier59, 1.060

Meine Mutter wurde so schlecht ausgeklärt!

Nun ja, dazu sage ich jetzt mal nichts.

Wenn ich aber auf die Bankberatung zu sprechen kommen soll, so ist meine Vermutung, dass Du nicht ganz genau hingeschaut hast. Was Du als Bearbeitungsgebühr bezeichnest ist mit 100%iger Sicherheit der Ausgabeaufschlag und der hatte vermutlich die Höhe von 5% des Anlagebetrags. Wie heißt es: "Wer sich in Gefahr begibt kommt darin um". Fonds bekommt man billiger bei Direktbanken, z.T. sogar ohne jeden Ausgabeaufschlag. Da gibt es aber auch keine Beratung. Der Ausgabeaufschlag ist der Preis für die Beratung und muß anschließend erst mal wieder verdient sein. Da hätte man besser nicht die heiligen Hallen der Filialbank betreten sollen wenn man das nicht zahlen will.

Wie heißt der Fonds denn eigentlich genau? Immobilien und Aktien das beißt sich nämlich. Da ich nicht annehme, dass ein Fonds mit Immobilienaktien verkauft wurde, vermute ich einen offenen Immobilienfonds und da dauert es noch ein paar Jährchen bis der Rücknahmepreis auf Höhe des Ausgabepreises ist.

Kommentar von Rat2010 ,

Was du zu Rabbaten und Beratung schreibst ist jedenfalls im Internet (für Deutsche weltweit), in Nürnberg (City) und München (Menzing, Pasing und ab Mitte 2014 auch mobil) von vorgestern.

Kommentar von Privatier59 ,

Was wollen uns diese Worte sagen? Ich schlag mal bei "gestern" nach.

Kommentar von Rat2010 ,

Die worte sollen dir sagen, dass deine Aussage falsch ist. Wenn man Fonds billig will, sind Fondsdiscounter wesentlich billiger als Direktbanken. Wenn man Fonds mit Beratung und ohne Ausgabeaufschlag will, gibt es auch Möglichkeiten. Man muss sich dann halt ein bisschen anstrengen. Das ändert aber nichts daran, dass deine Aussage falsch ist.

Kommentar von Privatier59 ,

Machst Du da etwa Eigenwerbung? Da könnte ich mich anschließen: Hab grad ne Wohung in Köln zu vermieten. Interessenten bei mir melden!

Kommentar von Rat2010 ,

Ich zwei in der Nürnberger Innenstadt zu verkaufen ;)

Eigenwerbung würde mir nie einfallen. Ich bin da nur angestellt ;)

Kommentar von Rat2010 ,

P.S. der erste Satz war Eigenwerbung!!!

Das andere sind Feststellungen/Informationen und ich denke, dass ein Forum wie dieses nicht dazu da ist, Unwahrheiten zu verbreiten auch wenn sie noch so weit verbreitet sind. Zeiten ändern sich und nicht mal mehr Steuerberater empfehlen das Sparbuch, Versicherungen oder geschlossene Fonds. Sie wussten es nicht besser, weshalb es ihnen nicht anzulasten ist. Jetzt empfehlen sie Tagesgeld. Immobilien und Direktbanken. Auch das wissen sie nicht besser aber auch da wird eine Zeit danach geben.

Kommentar von Privatier59 ,

Aha, Du bist ein Finanz-Messias. So wie Bernie Cornfeld.

Kommentar von Rat2010 ,

Bist du so alt??? "Meine" gebrannten Kinder sind von 2000 gebrannt. Wenn man natürlich die IOS-Zeit noch life miterlebt hat, muss man ja einen ähm ... wie drücke ich es aus ... Schaden haben. Dann warst du ja vermutlich schon in Rente, als das Investmentgesetz eingeführt wurde, wodurch die Madoff-Geschädigten ihr Geld in Österreich angelegt haben. Dass seit 1.1.2013 sogar der Markt der Anlagevermittler reglementiert ist - was sich allerdings erst im Lauf von Jahren auswirkt und sicher ein Jahrzehnt braucht, bis es sich rumspricht - ist dann natürlich noch viel, viel weiter entfernt.

Nein, kein Bart ;) und gesalbt werde ich hoffentlich auch noch nicht so schnell.

Auch sonst. Aus Überzeugung keine eigenen Fonds, kein Geld von Anlegern in die Hand nehmen und überhaupt ... ne. Kein Finanz.Messias und keinerlei Ähnlichkeit mit Bernie Cornfeld.

Kommentar von Privatier59 ,

Bei meiner Oma lagen immer Zeitschriften der Yellowpress herum und da war Bernie zu sehen: Ein kleiner Mann am Rand eines Pools und um ihn herum ein Haufen junger Mädels, sicherlich alles Anlageberaterinnen denen er was beibringen wollte.

Antwort
von althaus, 1.098

Es muss ja nach einem Jahr weniger sein, denn der Fonds erwirtschaftete einen Ertrag über 2,6%/Jahr und sie zahlte 5% Ausgabeaufschlag, demnach fehlen ihr derzeit gut 2,4%. In den ersten zwei Jahren verdient sie nichts. Ich bin mir sicher, sie wurde auf den Ausgabeaufschlag aufmerksam gemacht, aber beachtet hat sie das nicht. Demnach ist es auch kein Beratungsfehler. Ich wurde auch auf den AA aufmerksam gemacht, habe das Produkt an sich aber abgelehnt. Kaufe anderswo einen anderen Fonds ohne Aufschlag.

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