Frage von Rentenfrau, 120

Meine Nichte, 15 J., Schülerin, könnte den Riestervertrag bei der Bayer. Versorgungskammer (Zusatzversorgung) abschließen, da gäbe es 2,25 % Zinsen, wär das ok?

Hallo Leute, meine Nichte, 15 Jahre alt, die einen Schülernebenjob aufgenommen hat, könnte wohl die Riesterrente auch bei der Bayer. Zusatzversorgungskasse (sogenannte Plus-Punkt-Rente) abschließen, da ihr Job bei der Gemeinde (Wertstoffhof) ist. Ich habe dort angerufen, für neue Riesterverträge liegt der Zinssatz bei 2,25 %, das ist mom. wohl ganz ok. Was haltet Ihr davon? Die Kosten sollen dort auch niedrig sein, weil die eh' die Betriebsrenten der Beschäftigten vom öff. Dienst abwickeln. Ich frage mich bloß, weil sie noch so jung ist, was dann wird, wenn die Zinsen mal wieder anziehen sollen, bleibt sie dann lebenslang auf den 2,25 % "sitzen"? Denn siie hat ja dann noch gute 50 Jahre den Riestervertrag zu zahlen.

Antwort
von LittleArrow, 99

Zinssatz bei 2,25 %, das ist mom. wohl ganz ok. Was haltet Ihr davon?

Nichts. Denn Du bist einem psychologischen Trugschluss aufgesessen. Du vergleichst den sog. garantierten Zins (Garantiezins") einer (Kapitallebens)Versicherung mit einem Banksparzins. Die anfänglichen Einzahlungen in den Riesterversicherungsplan stehen aber als Sparkapital gar nicht zur Verfügung. Dies wird z. B. dann bemerkt, wenn Deine Nichte mit dem Riester-Sparguthaben in 5 oder 10 Jahren zu einem anderen zertifizierten Anbieter umziehen will.

Die Bayerische Versicherungskammer schreibt selber zum Garantiezins:

Kosten für den Vertragsabschluss und Provisionen mindern bei vielen Versicherern die eingezahlten Beiträge. Die Verzinsung erfolgt jedoch nur auf die Beitragsanteile, die nach Abzug dieser Kosten übrig bleiben.

Diese Beitragsanteile sind nur Bruchteile der Einzahlungen und Zuschüsse.

Antwort
von Larissa75, 120

Ich habe eine Pluspunktrente bei meinem letzten Arbeitgeber im Rahmen einer Entgeltumwandlung abgeschlossen. Jetzt führe ich die Pluspunktrente ohne Entgeltumwandlung privat weiter.

Die 2,25 % sind der Garantiezinsatz. Wie bei z.B. Lebensversicherung die 1,25 % momentan. Die "wirkliche" Verzinsung liegt aber bei der Pluspunktrente höher, da noch Überschüsse ausgeschüttet werden.

Hier in Punkt 10 nachzulesen:

http://portal.versorgungskammer.de/portal/pls/portal/!PORTAL.wwpob_page.show?_docname=6065011.PDF

Im Vergleich mit z.B. privaten Rentenversicherung schneidet die Pluspunktrente wirklich sehr gut dabei ab, was am Ende im Rentenalter dabei herauskommt.

Antwort
von steffmueller, 16

Ich finde eine frühe Riester-Versicherung ideal. Wenn man schon früh anfängt ist das Thema endlich erledigt und die Altersarmut wird dir/ihr keine Sorgen mehr machen. Außerdem ist 1.Es ein privater Vorsorge, das Geld gehört also jetzt und auch in 50 Jahren deiner Nichte. 2. Der "Riester-Mantel" sorgt für Förderung, wenn sie einmal selbst einzahlt 3. Ein Riester ist bei den meisten Anbietern sehr flexibel und kann auch wieder aufgelöst werden, (auch wenn das eher die notfall-option sein sollte)

Wie klarplus schon sehr deutlich geschrieben hat, ist der Garantiezins ein Witz und ich unterstütze die Aussage "Aktien-ETFs mit einzubinden um die Verzinsung zu erhöhen". Im Klartext heißt das die Chancen der Weltwirtschaft zu nutzen anstatt sich x-% von anbieter-y anbieten zu lassen. Sicher und garantiert ist da alles Dank des Riester-Mantels. Das kannst du so auch sehr bequem beim fairriester von fairr.de machen.

Antwort
von KrisKo, 43

Grundsätzlich gilt bei der Altersvorsorge: Je früher desto besser!! Den Zinseszinseffekt sollte man nicht unterschätzen! "Ab Mitte 30 mit der Altersvorsorge" wie hier schon geraten wurde, ist da genau der FALSCHE Rat!

Die klassischen Tarife mit Garantiezinsen werden heute i.d.R. nicht mehr empfohlen. Durch die lange Laufzeit, die hier ja gegeben ist, kann in fondsgebundenen Tarifen eine hohe Sicherheit erreicht werden (Cost Average Effekt).

Wenden Sie sich an einen unabhängigen Versicherungsmakler, und lassen Sie sich alle "Schichten" und verschiedene Produktmodelle zeigen. Ein guter Berater kann Ihnen mit Fakten und Erfahrung bei diesem komplexen Thema besser helfen als Halbwahrheiten aus dem Internet!

Antwort
von Klarplus, 45

Hallo,

1. Schülerjob: wenn sie Beiträge in die Deutsche Rentenvesicherung zahlt, kann Sie auch Riestern. Die Frage ist wie lange? Ich kann mir vorstellen, dass das keine Anstellung auf Lebenszeit ist und bei anderen Anstellungen die Einzahlung unterbrochen werden wird, ggf. sogar für länger. Das ist gerade bei Rentenversicherungen immer schlecht. Daher würde ich das noch nicht empfehlen.

2. 2,25% als Zinssatz ist ein Witz. Ein Beispiel: in 50 Jahren verdreifacht sich das Vermögen bei einem Zinssatz von 2,25%, bei 4,5% verneunfacht es sich und bei einem Zins von 6,75% kommt das 26fache dabei raus. Gerade wenn man so lange Zeit hat ist es daher enorm wichtig, Aktien-ETFs mit einzubinden um die Verzinsung zu erhöhen. Auf so lange Zeiträume ist das Risiko sehr sehr winzig, dass da nichts bei rauskommt. Daher sollte Deine Nichte auf jeden Fall, ich wiederhole, auf jeden Fall, eine Sparform wählen (z.B. Riester-Fondssparplan) in der auch in Aktien investiert wird. Zumal ja bei Riester die Beitragssumme, also eine 0%-Verzinsung, ohnehin garantiert sind. 

Das Angebot der Bayerischen Versicherungskammer scheint mir aber ein klassisches Versicherungsangebot ohne Aktien zu sein. Daher rate ich noch mal ab.

Antwort
von HilfeHilfe, 86

ich weiß nicht ob sie mit einem minijob Riesterberechtigt ist....

Zu deiner frage mit dem Zinssatz, wenn mal der Zins anzieht werden sich Banken und Versicherungen "gesund" verdienen. Das deine nichte mal die 4 oder 5 %  sieht mag ich zu bezweifeln

Kommentar von steffmueller ,

Grundsätzlich darf jeder einen Riester abschließen, ist also riester-berechtigt.

Die Frage ist, ob der Staat bei einem Mini-Job etwas zum Sparen dazugibt?  Ja, das macht er. Er zahlt genau so viel dazu, wie bei einem "Normalverdiener", wenn man mindestens 60 Euro spart.
Pro Jahr.
Das ist ein Anreiz. Normalverdiener müssen mindestens 4% vom Brutto sparen um genausoviel Geld vom Staat zu bekommen.

Antwort
von NasiGoreng, 47

Wie kann man nur auf die abstruse Idee kommen, für ein 15-jähriges Mädel eine Rentenversicherung (!) abzuschließen??? Für die wenigen Kröten aus dem Nebenjob soll sie sich besser hübsche Klamotten kaufen oder sich sonst ein paar Wünsche erfüllen. Man ist nur einmal jung und sparen kann man ab Mitte 30 noch lange genug.

Kommentar von Sammy760 ,

Dass mit 15 J. im Nebenjob ein Riester Unfug ist, da gehe ich mit. Erst mit 30 J. das Sparen zu beginnen ist jedoch auch fatal. Lieber in flexible Anlageformen Investieren, mit geringen Kosten. Honorarberater bieten hier passende Lösungen. 

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