Frage von dinum, 118

Meine Mutter hat einem Freund ein Privatdarlehen in Höhe von 200.000,-€ für seine Firma gewährt..

Meine Mutter hat einem Freund ein Privatdarlehen in Höhe von 200.000,-€ für seine Firma gewährt. Dieses Privatdarlehen wurde auch in der Bilanz so verbucht. Eine Kopie der Bilanz liegt als Nachweis vor. Nun ist meine Mutter verstorben und ich habe die Forderungen in Höhe von 200T€ geerbt. Nun behauptet der "Freund" aber, meine Mutter hätte ihm das Darlehen zu lebzeiten erlassen und er hätte es aus der Bilanz ausgebucht. Was kann ich nun machen um an das Erbe zu kommen. Meine Mutter hatte mir bis zuletzt erklärt, dass sie das Geld immer noch in der Firma ihres Freundes stecken hat. g

Antwort
von imager761, 116

Und was genau ist nun die Frage, welchen Rat erwartetst du?

Was haben Lehrer und Richter gemeinsam? Sie wissen, dass man Ihnen die Hucke volllügt, müssen aber nach den Gesetzen ein Urteil fällen.

Grds. muss man einen Forderungsanspruch beweisen. Andernfalls wird er kostenpflichtig abgewiesen.

Unstreitig sind 200 TEUR geflossen. Dass das ein Darlehen gewesen sein soll, behauptetst du, kannst aber weder einen dementsprechenden Vertrag vorweisen noch Rückzahlungen belegen, die das glaubhaft machen. "Meine Mutter hatte mir bis zuletzt erklärt, dass sie das Geld immer noch in der Firma ihres Freundes stecken hat" könnte nun genausogut eine stille Beteiligung, Investment oder Steuerabschreibung gewesen sein.

Ebenso wäre der Vortrag, das zugegebene Darlehen wäre eine Sache zwischen den Beteiligten und auf den Tod der Darlehensgeberin schenkungsweise erlassen worden, um einen Bankrott der Firma durch Nachlassforderung zu verhindern, erst einmal zu entkräften.

Je nachdem, wer hier besser lügt, vielmehr vorträgt, Zegen aus dem Hut zaubert oder glaubhafter rüberkommt, ist der Ausgang einer Klage also völlig ungewiß. Da sollte man wissen, dass man 21.870,19 EUR an vorschüssigen Anwalts- und Gerichtskosten riskiert, wenn dass nach Ausschöpfung des Rechtswegs verloren würde.

G imager761

Kommentar von dinum ,

Vielen Dank für Dein Feedback, imager761,

ein Darlehensvertrag kann auch in mündlicher Form geschlossen werden. Die Eckpunkte des Darlehens sind nachgewiesen, nämlich der Zweck, die Parteien und die Höhe des Darlehens. Das Darlehen wurde nämlich im Jahresabschluss als "Privatdarlehen XXName meiner MutterXX" ausgewiesen. Der Freund hat den Jahresabschluss selbst erstellt (Personengesellschaft) und unterschrieben. Eine Kopie des Jahresabschluss liegt vor. Somit ist auch die Rückzahlungsforderung meiner Mutter ersichtlich. Eine Rückzahlung kann der Freund nicht nachweisen. Wer muss vor Gericht, nun was, beweisen. Der Freund die Schenkung oder Rückzahlung, oder muss ich tatsächlich beweisen, dass so eine Schenkung nicht statt gefunden hat. Das könnte ich lediglich durch einen Zeugen belegen, der mitbekommen hat, das meine Mutter das Geld definitiv zurück haben wollte?

Kommentar von Rat2010 ,

Ohne einen weiteren Beleg hast du extrem schlechte Karten. Das ist bei Darlehen, die zurück gezahlt werden sollen extrem selten und macht deine Position schlecht. Wie willst du, auch ohne Schenkung, an das Geld kommen, wenn eine Kündigung nicht vereinbart wurde? Man kann Geld auch ohne Zins und "einfach so" verleihen.

Warst du am Sterbebett oder der Freund deiner Mutter? Wenn eine Aussage gegen eine Aussage steht, was soll der Richter machen? Nach Lage der Fakten hast du aus meiner Sicht schlechte Karten. Woher weisst du, dass deine Mutter das Geld am Ende nicht Ihren Freund geschenkt hat? Warum sollte seine Aussage falsch sein?

Warst du am Ende bei ihr? Ich würde als Richter meine Entscheidung davon abhängig machen aber wenn dein Gegenüber einen Zeugen aus dem Hut zaubert, hilft dir auch das nicht.

Kommentar von imager761 ,

ein Darlehensvertrag kann auch in mündlicher Form geschlossen werden.

Stimmt, ein Schriftformerfordenis besteht nicht.

Das Darlehen wurde nämlich im Jahresabschluss als "Privatdarlehen XXName meiner MutterXX" ausgewiesen.

Besagt nichts außer einem (steuer)relevanten Posten in der Bilanz :-)

Somit ist auch die Rückzahlungsforderung meiner Mutter ersichtlich.

Das stimmt gerade nicht. Durchaus denkbar, dass sie ihm das Geld mit den Worten gab: "Hier, zahle es mir (nicht meinen Erben) irgendwann mal zurück, wenn du kannst". Und schon ist es keine Nachlassforderung mehr, die zudem im Inneverhäktnis ausdrüchlich als mit dem Tod des Darlehensgebers erloschen vereinbart sein kann :-O

Eine Rückzahlung kann der Freund nicht nachweisen

Und inwiefern muss die nun ausgerechnet belegt erfolgen? Oder überhaupt in Geld erfolgt sein?

oder muss ich tatsächlich beweisen, dass so eine Schenkung nicht statt gefunden hat.

Du musst tatsächlich beweisen, dass überhaupt ein rückzahlbares Darlehen gewährt wurde :-O

Der Bilanzposten ist kein Beweis, die fehlende Ratenzahlung spricht augenscheinlich dagegen und deine Zeuigenaussage ist nichts wert, wenn deine Mutter noch auf dem Stebebett generös verzichtet, um die Firma nicht zu ruinieren.

Ich schätze ebenso wie Rat20120 deine Chnacen als gering ein, kann und will dich aber nicht davon abhalten, es für das beschriebene Prozesskostenrisiko zu versuchen.

Antwort
von Rat2010, 90

Hat er dazu etwas schriftliches? Du vermutlich schon.

Dem Freund einer Mutter sollte bewusst sein, dass er irgendeinen Nachweis über die Schenkung braucht, die ja auch hätte versteuert werden müssen (womit du den Druck erhöhen kannst). Aus Bilanzen kann ich keine Privatdarlehen ausbuchen, ohne dass das ein Betriebsprüfer merkt. Gibt es also einen Beleg zur Ausbuchung des Darlehens?

Entweder er hat irgendeinen Nachweis über die Schenkung oder du hast sehr gute Karten, was ihm dann auch bewusst sein sollte. Wenn es ihm nicht klar ist, muss es hallt über den Anwalt laufen.

Kommentar von LittleArrow ,

Interessante Überlegung. DH!

Antwort
von freelance, 76

solche Beträge wie auch der Tatbestand laufen mit Verträgen ab. Wenn ein Steuerberater oder Wirtschaftprüfer hier ohne Nachweis agieren sollte, den er sehen will und zu den Unterlagen nimmt, dann wäre das schon ein sehr "spezieller" Fall.

Ein Forderungsverzicht wirkt sich bilanziell aus. Und auch das wäre zu dokumentieren, nicht einfach per Handschlag festzulegen.

meine Mutter hätte ihm das Darlehen zu lebzeiten erlassen und er hätte es aus der Bilanz ausgebucht

das ist in der Bilanz erkennbar, wenn es denn ein Forderungsverzicht war. Und hier gibt es steuerliche Auswirkungen, die sicherlich die Firma geleistet hat - sonst hat der Geschäftsführer ein Problem.

Eine Möglichkeit wäre auch, dass die Forderung abgetreten wurde und genau das würde ich prüfen - was man auch in der Bilanz sieht, wenn die Forderung noch in den Büchern steht.

Du solltest Unterlagen haben, z.B. Verträge und Vereinbarungen. So eine Behauptung ist auf jeden Fall zu belegen - zur Not über juristische Hilfe.

Antwort
von billy, 47

Seine Aussage muss der „Freund“ schon nachweisen. Ich würde einen Anwalt beauftragen.

Antwort
von wfwbinder, 53

Aus der Bilanz ausbuchen kann er es ja.

Er kann es gegen Ertrag ausbuchen, dann zahlt er für die 200.000,- Einkommen, bzw. Körperschaftsteuer.

Er kann es gegen privat ausbuchen, wie eine Einlage (ggf. auf ein Darlehn von ihm an die GmbH), wenn es ihm als Privatperson geschenkt wurde. Das würde Schenkungssteuer ausgelöst haben.

Nur diese gesamte Bucherei interessiert nur ihn udn das Finanzamt.

Wenn ich an Deiner Stelle wäre, gäbe es für mich nur die folgenden Fragen:

  1. Hast Du eine Quittung für die Rückzahlung?

  2. Hast Du ein Schriftstück, dass es Dir geschenkt wurde?

Beides nicht? Dann zahle mir die 200.000,- (bzw. bis auf weiteres die Zinsen, bis zur Fälligkeit der Tilgung).

Kein langes federlesen, sondern Anwalt.

Antwort
von vulkanismus, 45

Verkürzen wir doch das ganze auf einfache Art.

Deine Mutter hat Geld verleihen und es bis heute nicht zurückbekommen.

Also jetzt das übliche Procedere.

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