Frage von karljosef, 33

Meine Frau soll Betreuerin für ihre Mutter werden - was beachten?

Die Mutter meiner Frau ist 82 Jahre alt und muss nun ins Pflegeheim, sie ist auch an Demenz erkrankt. Der Vater meiner Frau ist bereits verstorben. Es liegt eine Verfügung vor, wonach sie meine Frau als Betreuerin einsetzen will. Meine Frau hat noch 3 Geschwister. Was muss sie beachten, hinsichtlich bestehender Geldanlagen? Beispielsweise gibt es ein Depot mit Aktienfonds, meines Wissens ist diese Anlageart nicht mündelsicher. Muss sie den Geschwistern regelmäßig Bericht erstatten, über die finanzielle Situation. Das Einkommen reicht nicht aus, um das Heim zu bezahlen. Wir müssen monatlich 500 Euro aus dem Vermögen zuschießen. Geht das ohne Beschluß aller potenziellen Erben?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, 27

Sofern die Mutter zu einer entsprechenden Bevollmächtigung in der Lage wäre, was je nach Demenzgrad durchaus zweifelhaft wäre und dann ein Gericht dies verfügen müsste, käme es auf den Umfang der Vollmacht an.

Da unterscheidet man Gesundheitsfürsorge, Vermögenssorge und alle rechtlichen Varianten von Postempfang über Heimvertrag, Hausverkauf bis gerichtlicher Vertretung.

Bezogen auf die angefragte Vermögenssorge gilt: Die meisten Banken akzeptieren nur Kontoverfügungen mit Vollmachten auf eigenen Vordrucken, die zusätzlich zu unterschreiben wären. Sinnvoll wäre es, gleich Teilnahme am Online-Banking abzuschliessen, um bequem die Finanzem der Mutter verwalten zu können.

Die Pflegebedürftige hätte Heimkosten zunächst aus eigenem Vermögen zu bestreiten.

Da dürfte man also monatlich Aktienanteile verkaufen und auf dem Girokonto der Mutter gutschreiben lassen, um Kosten für eine Heimrechnung zu decken und überweisen zu können :-)

Das sollte ihre Frau stets nachvollziehbar und beleghaft (Überweisung, Dauerauftrag mit Verwendungszweck) gestalten und Umbuchungen auf eigene Konten unterlassen :-)

Bei Barentnahmen wäre die Führung eines Ausgabenbuches (Juli 2014: Einahmen: Abhebung 200 EUR, Ausgaben: Schlecker 35 EUR, Hirsch-Apotheke 41, Modehaus Zar 104 EUR, Taschengeld 20 EUR) und Quittungssammlung über Pflegeartikel, Hausmantel, Medikamentenzuzahlung usw. sehr anzuraten, um die Mittelberverwendung für die Pflgebedürftige und Kontoinhaberin nachweisen zu können :-)

Nehmen sie diesen Rat ernst: Denn meist kommt es im Erbfall zu unliebsamen Auseinandersetzungen oder bösartigen Unterstellungen der Erbberechtigten, man hätte sich bedient :-O

Eine Zustimmung oder Information im Einzelfall schuldet sie lebzeitig der Vollmachtgeberin allerdings nicht. Auf diese Kontobewegungen haben die Geschwister und Pflichtteilsberechtigten 10 Jahre lang Zugriff und einen Auskunfstanspruch.

G imager761

Antwort
von blnsteglitz, 24

Wir müssen monatlich 500 Euro aus dem Vermögen zuschießen. Geht das ohne Beschluss aller potenziellen Erben?

Selbstverständlich geht das - das Heim muss vorrangig bezahlt werden.

Den Geschwistern gegenüber ist sie nicht auskunftspflichtig , aber auf Nachfrage sollte sie alle Ausgaben / Einnahmen hieb - und stichfest belegen können. Das verlangt auch das Amtsgericht 1x jährlich.

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