Frage von tobiasheite, 90

Mein Arbeitgeber zahlt keinen Lohn mehr, und ich will nicht mehr mit ihm sprechen. Muss ich daraus ngativ Konsequenzen tragen ?

Ich arbeite seit 18 Jahren in dieser Firma, wurde durch den Arbeitgeber in den letzten Jahren immer mehr gemobbt und heruntergemacht, obwohl ich meinen Beruf mehr als gründlich und schnell ausführte. Doch als der letzte Monatslohehn ausfiel und meine finanzielle Situation nun einen negativen Höhepunkt erreicht hat, (absolute Zahlungsunfähigkeit) habe ich mich dazu entschlossen, nicht mehr arbeiten zu gehen und auch keinen Kontakt mehr mit meinem Arbeitgeber zu pflegen. Nun stehe ich ohne finanzielle Mittel da, keinen Pfennig kann ich entrichten und meine Existenz ist nun gefährdet. Es wurde mir nun ein abgeänderter Arbeitsvertrag zugesandt, der mir selbstverständlich noch viel üblere Konditionen, als sie derzeit bestehenden anbieten soll, natürlich mit der Aufforderung, ihn so schnell wie nur möglich unterschreiben zurück zu senden. Das Verhältnis zwischen meinem Arbeitgeber und mir ist über die Jahre so speziell geschrumpft, sodass ein Gespräch mit meinem Arbeitgeber unter keinen normalen Umständen mehr möglich wäre. Nun habe ich das Gefühl, daß ich finanziell ausgehungert werden soll, um mich total der Vernichtung preiszugeben. Eine Kündigung habe ich nicht erhalten, selbst zu kündigen kann ich mir nicht erlauben, da meine finanzielle Situation unhaltbar ist und ich in meiner jetzigen Situation keine neue Arbeit suchen kann, denn für Nahrung und Obdach fehlt mir vollkommen das Geld. Aber mein "Leben" will ich nicht noch weiter reduzieren, da ich privat mit meinem unzureichendem Einkommen schon durch die Hölle gegangen bin, im Winter frieren und hungern ist mein einziges Hobby. Da ich ja bis vor zwei Wochen noch arbeiten war, danach krankgeschrieben, bis heute und darüber hinaus, ist die Frage, ob mein Arbeitgeber einfach so die Lohnzahlung einstellen kann ? Bin ich wirklich verpflichtet, mich mi diesem Tyrann noch weiter auseinanderzusetzen ? Welche Möglichkeiten gibt es, um meine finanzielle Situation soweit zu korrigieren, daß ich wenigstens die laufenden Kosten aufbringen kann, oder wenigsten, um nicht zu verhungern ? Diese Firma ist sehr klein, hat keinen Betriebsrat und der Arbeitgeber hat freie Hand über seine Untergebenen, kann anstellen, was er will. Ist das alles in Deutschland so, daß solche Machenschaften unter dem Deckmantel der Legalität laufen ? Ich bin halb verhungert und brauche definitiv Rat.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo tobiasheite,

Schau mal bitte hier:
arbeitsrecht

Antwort
von Gaenseliesel, 62

Hallo,

ich kann dir nur empfehlen, insbesondere weil eine vernünftige Gesprächsbasis auf Grund der zugespitzten Situation zwischen AN und AG kaum mehr möglich ist, lass deine Rechte vor einem oArbeitsgericht klären.

Im Moment bist du auf dem richtigen Weg. Mobbing am Arbeitsplatz, insbesondere durch den Chef, macht extrem krank und rechtfertigt deine AU-Schreibung. Einfach dem Arbeitsplatz fern bleiben, nur weil der Lohn ausbleibt, wäre natürlich eine total falsche Reaktion gewesen. Dafür kann es plausible Gründe geben und würde dir nachteilig angelastet werden.

Ähnlich wie bei dir(Minifirma), wurde letzte Woche gerade bei meiner langjährigen Kollegin (21 Jahre in der Firma beschäftigt) der Tatbestand Mobbing sowie unbegründeter Lohneinbehalt, für sie positiv vor dem Arbeitsgericht entschieden. 

Ein zurück in die Firma, wäre für sie im Hinblick auf das gestrandete Vertrauensverhältnis der letzten Monate, ohnehin kein Thema mehr.

Ich würde dir hier Mut machen wollen, kämpfe um dein Recht !  

Viel Glück ! 

Antwort
von ellaluise, 39

Mal ganz ehrlich, warum willst du dort noch arbeiten oder warum arbeitest du dort noch? Suche dir einen neuen Job.

Wenn du nicht mit dem Arbeitgeber kommunizieren willst, kann er das auch nicht mit dir. Das erschwert ein Arbeitsverhältnis ungemein.

Ganz wichtig für dich, im Moment, melde dich immer korrekt krank und übersende die AU unverzüglich. Nach 6 Wochen Krankheit zahlt die Krankenkasse!

Deinen ausstehenden Lohn kannst du mit Hilfe des Arbeitsgerichtes einklagen, vielleicht hast du auch eine Rechtschutz inkl. Arbeitsrechtschutz oder bist Mitglied einer Gewerkschaft?

Fordere vorher mal ganz kurz und knapp und schriftlich, mit einer kurzen Frist (genaues Datum) die ausstehende Lohnzahlung.

Und eigentlich, wer in D bedürftig ist, hat die Möglichkeit ALG2 zu beantragen, wer wenig verdient, kann u.U. aufstockend ALG2 beantragen oder ggf. Wohngeld als kleineren Mietzuschuss. Kümmern muß man sich aber selber.

Antwort
von Snooopy155, 58

Deine lange Schilderung auf das Wesenliche zusammengefasst: Dein Arbeitgeber hat Dir aus welchen Gründen auch immer Deinen Monatslohn vorenthalten und Du bist seitdem dem Arbeitsplatz ferngeblieben. Ausserdem scheint der Betrieb so klein zu sein, dass besondere Kündigungsvorschriften angewandt werden können.

Das Vorenthalten des Lohnes kann Deinerseits mit einer Klage vor dem Arbeitsgericht sehr schnell zu Deinen Gunsten geklärt werden. Das unentschuldigte Fernbleiben vom Arbeitsplatz kann der Arbeitgeber mit einer Abmahnung und gegebenenfalls auch mit einer fristgerechten Kündigung ahnden. Der Dir neu angebotene Arbeitsvertrag bedarf einer Änderungskündigung - gegen diese kann man sich ebenfalls arbeitsrechtlich zur Wehr setzen.

Mit dem Arbeitgeber nicht mehr zu reden ist definitiv unklug, denn damit fehlt die Basis für jegliche Zusammenarbeit. Laß Dich ausführlich beraten - notfalls hole Dir hierfür einen Beratungsschein.

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