Frage von mohfezzi, 25

Mein Anwalt ist für mich seit Wochen unerreichbar.

Meine Verhandlungen für eine Kauf-Rückabwicklung einer Immobilie seit Ende September 2014 befinden sich meine Angelegenheiten im Stillstand. Außerdem will mein RA meine Forderungen (meine Anwaltskosten, ect.) an den Verkäufer nicht vertreten. Er beantwortete nicht mehr meine Fragen, meine Rechnungen und der Entwurf der Rückabwicklung wird seit 2 Wochen nicht weiterleitet. Ich kann meinen Anwalt telefonisch nicht mehr erreichen, noch beantwortet er meine Emails.

Wie kann ich mit so einer Angelegenheit umgehen, wenn der RA wochenlang meine Angelegenheit ignoriert?

Danke im Voraus

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, 24

Außerdem will mein RA meine Forderungen (meine Anwaltskosten, ect.) an den Verkäufer nicht vertreten.

Tatsächlich setzt direkte Rechnungstellung einen Verzugsschaden oder gerichtliche Kostenfestsetzung voraus.Bis dahin schuldest du ihm Zahlung seiner Kostenrechnung(en) außergerichtlicher Vertretung :-)

Dass es überhaupt berechtigte Gründe für den Anfechtung eures Kaufvertrages gibt, dürfte ja streitig sein, von kaufvertraglicher Vereinbarung eines "Rücktrittsrechts" gehe ich nicht aus.

Tatsächlich ist es üblich, gar vorgesehen, der Gegenseite angemssen, d. h. meist 14 Tage Frist, für Antworten einzuräumen. Diese Fristen kann er garnicht verkürzen oder beschleunigen :-(

Und es macht wenig Sinn, vor Stellungnahme der Gegenseite zu dem Vorwurf etwa arglistiger Täuschung, Verschweigen von Mängeln usw. gleich "Entwurf der Rückabwicklung" zu fordern, wenn der dem Grunde nach bestritten oder gar gegenbeweislich gegenstandslos wäre. Zu deinem Irrtum Rückabwicklung vs. Anfechtung habe ich bereits kommentiert.

Ebensowenig nützt der Vorschlag, bei der Lobbyvertretung Rechtsanwaltskammer Beschwerde einzureichen, wenn gar keine standesrechtliche Verfehlung vorläge.

Natürlich kann mein dem Anwalt jederzeit sein Vertrauen und damit Mandat entziehen. Seine bis dahein erfolgten Bemühungen und außergerichtliche Vertretung zahlt man trotzdem und ob eine anderer Kollege, der sich zunächst einarbeiten muss, deine Interessen schneller oder anders verfolgt, bliebe abzuwarten.

Im Ergebnis sollte man einen Termin machen und darin weitere Vorgehensweise detalliert besprechen und verbindliche Zielvereinbarungen treffen oder als Ergebnis eben Mandat entziehen und neu vergeben.

G imager761

Antwort
von Privatier59, 21

Ich würde dem Anwalt per Einschreiben/Rückschein eine konkrete Frist zur weiteren Bearbeitung Deiner Angelegenheit setzen und Entziehung des Mandats androhen. Zugleich würde ich darauf hinweisen, dass Du den Vorgang der örtlich zuständigen Rechtsanwaltskammer zur Kenntnis gibst.

Antwort
von Primus, 25

Hier kannst Du lesen, was eventuell zu tun ist:

http://www.e-juristen.de/Rechtsberatung/Berufsrecht-Rechtsanwalt.htm> > >

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