Frage von musee23, 89

Mehrwertsteuer Finanzsamt Einkommenssteuer?

Vorweg:- Selbstständig seit 3 Monaten- Keinunternehmer- monatliche Abführung der Mehrwertsteuer (Vorsteuer wird abgezogen)- Steuerberater vorhanden

Frage: Mit welchen Kosten bzw. Erstattungen muss ich rechchen, wenn ich am Ende des Jahres die Einkommenssteuererklärung mache?

Beispiel1: Druck von Werbematerial kostet 60 Euro + 19% Mwst. Die 19% Mwst. des Drucks wird als Vorsteuer von der monatlich abzuführenden Mwst. abgezogen. Werden bei der Einkommensteuererklärung dann die 60 Euro Ausgaben komplett verrechnet?

Beispiel2: Tankstellenrechnung für 40 Euro + 19% Mwst.. Die 19% Mwst. der Benzinkosten werden als Vorsteuer monatlich abgeführt. Das Auto ist kein Privatbesitzt noch Firmenwagen (also zur Nutzung überlassen). Es wird nur beruflich genutzt. Werden dann bei der Einkommenssteuererklärung die kompltten Ausgaben (Tankquittungen) berücksichtigt, oder lediglich die 19% Mehrwertsteuer?

Beispiel3: Das Mobilfunktelefon wird privat UND beruflich genutzt. Wie werden hier anteilig die Ausgaben berechnet?

Danke. Freue mich über eine Antwort.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, Community-Experte für Finanzamt, 44

Die Umsatzsteuer udn die Vorsteuer betreffen erstmal nur die Umsatzsteuererklärung.

Für die Einkommensteuererklärung sind die Betriebseinnahmen wichtig (dazu gehört auch die vereinnahmte Umsatzsteuer) udn die Betriebsausgaben, dazu gehört auch die bezahlte Vorsteuer udn die an das Finanzamt überwiesenen Umsatzsteuervorauszahlungen. die Differenz ist der Gewinn, oder Verlust.

Was dabei an Steuerzahlungen raus kommt richtet sich nach dem Gewinn udn den anderen Einkünften.

Kommentar von musee23 ,

Danke für die Antwort.

Ich leiste keine Umsatzsteuervorrauszahlung. Ich führe momentan nur die Mehrwertsteuer monatlich ab. Ich habe zwar Vertrauen in meinen Steuerberater, möchte aber dennoch die Zusammenhänge hinterfragen/verstehen. Und genau, weil ich keine Umsatzsteuervorrauszahlung leiste, mache ich mir Sorgen, dass diese am Ende des Jahres fällig werden könnte.

Wie genau ist "Umsatz" daher definiert? Ich führe keinen Betrieb im herkömmlichen Sinne, sondern bin Handesvertreter (kein Einkauf von Waren). Für die Waren bzw. Dienstleistungen die ich umgesetzt habe, erhalte ich eine Provision inkl. Mwst. Ist es korrekt, dass in diesem Fall, die Mehrwertsteuer gleichzusetzten ist mit der Umsatzsteuer?

Kommentar von Ernsterwin ,

Entsprechend Deiner monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung führst Du auch die ermittelte Zahllast (= eingenommene Umsatzsteuer - bezahlte Vorsteuer) an das Finanzamt ab. Das ist die "Umsatzsteuervorauszahlung", die wfwbinder meint.

Umsatz im Sinne des Umsatzsteuergesetzes ist eine Leistung eines Unternehmers im Inland im Rahmen seines Unternehmens, für das er Entgelt erhält - genauer https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__1.html

Auch als Handelsvertreter bist Du Unternehmer i.S.d. UStG, arbeitest im eigenen Namen und auf eigene Rechnung. Du vermittelst Geschäfte und erbringst im Sinne des UStG eine steuerbare sonstige Leistung. Einen "Betrieb" mit Schornstein und Werkhalle brauchst Du nicht. Unternehmer i.S.d. UStG § 2 bist Du automatisch, wenn Du beruflich oder gewerblich selbstständig bist, nachhaltig dafür Einnahmen erzielst und am öffentlichen Wirtschaftsverkehr teilnimmst.

Mit den Begriffen Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer werden nur verschiedene Aspekte für die Grundlage dieser Steuer (Mehrwertschöpfung) und Steuer auf Umsätze gemeint.

Im Übrigen: Wer in Deutschland ein Kraftfahrzeug führen will, muss einen Führerschein machen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich Leute entschließen "Unternehmer" zu werden, ohne sich vorab wenigstens mal mit den Grundlagen des Unternehmerlebens vertraut zu machen. ;-)

Kommentar von Petz1900 ,


Ich leiste keine Umsatzsteuervorrauszahlung. Ich führe momentan nur die Mehrwertsteuer monatlich ab.

Sehen Sie, dass Sie glauben, Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer sei etwas ganz anderes.
Im Volksmund heißt das Mehrwertsteuer, im Fachdeustch Umsatzsteuer und meint genau dasselbe.

Sie leisten also doch monatliche Umsatzsteuervorauszahlungen....


Ich führe keinen Betrieb im herkömmlichen Sinne, sondern bin Handesvertreter

Und genau deswegen führen Sie einen Betrieb, auch wenn Sie das nicht wahrhaben wollen.....

Kommentar von musee23 ,

Ja genau das wollte ich damit hinterfragen. Die Mehrwertsteuer ist also die Umsatzsteuer.

Und selbstverständlich weiß ich, dass ich einen Betrieb führe! Mit "herkömmlich" meine ich natürlich, dass ich keine Pacht zahle, keine Lagerflächen habe, keine Produkltion usw.  Absichtlich Sätze falsch zu verstehen ist auch ne Kunst, was!

Außerdem ging es um die Abgerenzung der Begrifflichkeit zur Einkommensteuer!!!

Kommentar von EnnoWarMal ,

"Mit "herkömmlich" meine ich natürlich, dass ich keine Pacht zahle, keine Lagerflächen habe, keine Produkltion usw. "

Es ist immer hilfreich, wenn man in der Kommunikation mit anderen - insbesondere bisher Unbekannten - Begriffe verwendet, die allgemein gelten und aus sich heraus verständlich sind. Das erleichtert das gegenseitige Verstehen.

(Nach deiner Definition führe ich als Steuerberater auch keinen "herkömmlichen" Betrieb. Was sollte ich auch lagern? Karteileichen?)

"Außerdem ging es um die Abgerenzung der Begrifflichkeit zur Einkommensteuer!!!"

Multiple Satzzeichen erhöhen die Verständlichkeit nicht. Also ich zumindest habe jetzt nicht verstanden, worum es geht. Vielleicht kannst du es ja nochmal aufdröseln?

Kommentar von wfwbinder ,

Ich leiste keine Umsatzsteuervorrauszahlung

doch:

Ich führe momentan nur die Mehrwertsteuer monatlich ab.

Mehrwertsteuer ist nur der volkstümlich Ausdruck für Umsatzsteuer (Das Gesetz heißt Umsatzsteuergesetz).

Das Mobilfunktelefon wird privat UND beruflich genutzt. Wie werden hier anteilig die Ausgaben berechnet?

50 % werden betrieblich abgerechnet.

Du brauchst keine Umsatzsteuernachzahlung in größerer Höhe zu befürchten. Nur eventuell etwas auf Privatanteile.

Einzig die Frage der Einkommensteuer kann man nicht abschätzen, ohne Deine Einnahmen zu haben.

Kommentar von musee23 ,

Danke für die weitere Antwort. Prinzipiell hatte ich das auch so verstanden, bis zu dem Moment, wo meine Mutter (seit 40 Jahren Selbsständig) mir zwischen Tür und Angel irgendwas mit "Nächstes Jahr musst du dann Abschläge als Umsatzsteuervorrauszahlung leisten" erzählt hat. Da wollte ich es noch mal genau wissen! Hat mich etwas verwirrt, weil ich davon ausgegangen bin, dass die Mehrwertsteuer meine Umsatzsteuer ist. Was die Umsatzsteuer betrifft habe ich auch keine "Nachzahlungen" zu erwarten. Nur ist mir nicht klar, wie sich dann die Einkommenssteuer zusammensetzt bzw. berechnet wird? Wird die Einkommensteuer auf das ganze Jahr umgelegt, oder nur für die Monate brechnet, seit dem ich das Gewerbe angemeldet habe?

Kommentar von wfwbinder ,

Wird die Einkommensteuer auf das ganze Jahr umgelegt, oder nur für die
Monate brechnet, seit dem ich das Gewerbe angemeldet habe?

Die einkommensteuer ist eine Jahressteuer.

Also alles, was in 2015 an Einkünften angefallen ist, kommt in die Einkommensteuererklärung.

Somit der Gewinn aus der selbständigen Tätigkeit über die Anlage "G" und Deine Einkünfte, die Du vorher hattest, wenn Du angestellter warst, über die Anlage "N".

Kommentar von wfwbinder ,

Ergänzung: Natürlich bist Du kein Kleinunternehmer, entweder weil Dein Umsatz über 17.500,- p.A. ist, oder weil Du vernünftiger Weise optiert hast.

Kleinunternehmer ist in § 19 UStG geregelt.

Antwort
von Valeskix, 12

Hallo,

bei der Erstellung von Abschlüssen und Erklärungen durch einen Steuerberater rechnet der Berater idR anhand der StBVV ab. Bei den Steuern sollte der Berater so gut es geht vorausrechnen, ob die Vorauszahlungen ausreichen die voraussichtliche Jahresschuld zu begleichen. Privatanteile sind nach den GoBD bei der Buchführung unterjährig zu berücksichtigen.

Ein kleiner Unternehmer und ein Kleinunternehmer sind unterschiedliche Begriffe. Der Begriff des Kleinunternehmers ist aus dem Umsatzsteuergesetz abgeleitet und bezieht sich auf Unternehmer, die nicht mehr als 17.500€ Umsätze im Jahr erzielen und keine Umsatzsteuer vereinnahmen und abführen bzw. Vorsteuern geltend machen wollen.

Bei der Einkommensteuer ist es schwerer zu beurteilen, was exakt am Ende rauskommt, weil hier auch diverse private Aufwendungen und ggf. weitere Einkünfte steuermindernd oder erhöhend einfließen.

MfG

-Valeskix

Antwort
von EnnoWarMal, 30

Keinunternehmer

Das dürfte es so ziemlich treffen.

Den Fragen nach zu urteilen solltest du dir dringend einen Kurs gönnen.

Kommentar von musee23 ,

Ich brauche keinen Kurs, ich habe einen guten Steuerberater. Und vorallem habe ich keine Zeit, um irgendwelche Kurse zu besuchen. Ich bin Ingenieurin, ich interessiere mich für Physik, Chemie, Technik. Mit Papierkrieg habe ich nichts am Hut. Dafür gibt es ja andere, die sich in diesem Fachbereich auskennen.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Das ist löblich und ehrenwert, ich ziehe meinen Hut vor dir. So und nicht anders soll es sein.

Allerdings verstehe ich nicht, warum hier dann die Frage überhaupt vorgelegt wurde.

Mit Papierkrieg habe ich übrigens auch nicht viel am Hut. Steuerberater brauchen heutzutage keinen Papierwust mehr auf dem Tisch, um glücklich zu sein. Bei mir fragen sie immer alle, ob ich etwa gekündigt habe :-)

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