Frage von Kelby,

Markise vom Wohnungseigentümer zu zahlen oder vom Mieter?

Ich hatte eine Diskussion mit meinem Mieter weil dieser eine Markise auf seinem Balkon haben will. Er will, dass ich das zahle und ich will das er das zahlt. So wirlich konnten wir uns nicht einigen... Was wäre in so einem Fall normal? Wenn ich es zahlen würde, könnte man es dann über die Miete wieder indirekt reinholen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MadRampage,

Also der Mieter hat die Wohnung ohne Markise genommen/akzeptiert/gemietet? Und es wurde nichts im Übergabeprotokoll oder Mietvertrag vezüglich einer Markiese festgehalten? Dann gibt es erstmal keinen ANSPRUCH vom Mieter auf eine Markiese.

Nun sehe ich 3 Möglichkeiten:

  • der Mieter will eine, also KANN das der Vermieter erlauben (ggf. nach Rücksprache mit den Miteigentümern weil Balkone und Fassade meistens zum Allgemeineigentum zähen). Güte Vermieter bieten dem Mieter an, dass Sie die Markise im Falle des Auszgs übernehmen und der Mieter diese bei Auszg nicht ausbauen muss

  • der Mieter will eine und der Vermieter sieht den Wohnwert dadurch gesteigert. Beide Einigen Sich darauf dass der Vermieter diese Markise bezahlt und die Miete in Einvernehmen mit dem Mieter erhöht (was immer da angemessen ist: bei 5% der Kosten auf die Jahresmiete wäre die Markise nach 20 Jahren bezahlt)

  • der Mieter will eine und der Vermieter nicht: dann gibt es eben keine Markise und keine muss dafür zahlen.

Kommentar von Helge001 ,

Letzter Punkt hat etwas. :-)))

Antwort
von LittleArrow,

Zunächst wäre zu berücksichtigen, dass eine solche Markise an die Örtlichkeit angepaßt werden muss. Sie kann von einem Mieter bei einem Umzug nicht sinnvoll demontiert und woanders weitergenutzt werden. Es ist auch problematisch, mit dem Nachmieter einen angemessenen Preis zu vereinbaren. Andererseits ist mit der Montage ein Eingriff in die Bausubstanz erforderlich, über den es keinen Streit mit dem Mieter über die fachgerechte, sichere Ausführung geben sollte. Der Markisenbetrieb, das Raus- und Reinholen, liegt allein letztlich in der Hand des Mieters (man könnte auch eine wind-/wettergesteuerte Bedienungselektrik vorsehen!). Er muss dafür sorgen, dass sie bei starkem Wind rechtzeitig eingeholt werden muss, um Beschädigungen an der Markise zu vermeiden. Der Wohnungseigentümer hat bei der Markise übrigens auch noch die hausspezifischen Bedingungen des WEG zu beachten, evtl. die Genehmigung der Eigentümerversammlung einzuholen und auf die Harmonie mit den übrigen Markisen am Objekt zu achten.

Aus meiner Sicht wäre die Anbringung der Markise durch den Wohnungseigentümer daher normal und sinnvoll. Die Installation einer solchen Markise ist Modernisierungsaufwand nach § 539 BGB, weil der Gebrauchswert der Mietsache nachhaltig erhöht und die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessert werden. Von den Installationskosten kann der Vermieter eine Mieterhöhung wegen Modernisierung nach § 539 von 11 % pro Jahr (also davon ein Zwölftel pro Monat) vornehmen. Dies ist ein direkter, dauerhafter Mietzuschlag, unabhängig von einer Mieterhöhung aufgrund der ortsüblichen Vergleichsmiete.

Es sollten vor dieser Maßnahme Ankündigungen erfolgen und Fristen gewahrt werden. Näheres unter http://www.bmgev.de/uploads/media/Modernisierung.pdf

Kommentar von LittleArrow ,

PS: Will der Vermieter die Markise nicht oder wird sie ihm von der Eigentümerversammlung nicht erlaubt, dann kann der Mieter ihn nicht zu einer Anbringung einer Markise zwingen, selbst wenn der Mieter die Kosten in voller Höhe selber zahlt und die Wiederherstellung nach Demontage zusagt.

Antwort
von Gaenseliesel,

Hallo, der Mieter ist das Mietverhältnis ohne Vorhandensein einer Markise eingegangen.

Meiner Meinung nach liegt es an Dir, entweder dem Mieter wird das Anbringen einer Markise auf eigene, seine Kosten gestattet oder Du finanzierst diese "Wohnwertverbesserung", holst Dir die Investition über die Miete zurück .

Es gibt bezahlbare Markisen ( Teleskop ) ohne großartig in die Bausubstanz eingreifen zu müssen. Ich würde allerdings die erstere Variante vorziehen. Hintergrund : Eigentum verpflichtet zum ordnungsgemäßen Gebrauch vornehmlich gegen die Sonne. Oftmals wird bei aufkommenden Sturm und Regen nicht rechtzeitig oder gar nicht reagiert - bist dann ewig für Ersatz verantwortlich. Gruß K.

Antwort
von Helge001,

Ist er nun Eigentümer oder Mieter? Falls er Mieter ist, kannst du die Markise eben auf die Miete umlegen. So doof kann man eigentlich nicht sein. Wenn ich mal von den Standardbalkons ausgehe, reden wir von maximal 600 EUR Kosten. Kommt natürlich auf die Größe an. Kleine Markisen sind schon für 300 EUR mit anbringen zu bekommen.

Antwort
von Tina34,

Nur mal so, sollte es noch andere Eigentümer in dem Haus geben - du kannst dann nicht einfach eine Markise dran schrauben. Das Thema hatten wir auch schon dafür brauchst du eine Genehmigung der Eigentümergemeinschaft!

Außerdem bist du nicht für die Markise von deinem Mieter zuständig max für die Genehmigung bzw. das Einholen der Genehmigung der Eigentümergemeinschaft!

Antwort
von cocoB,

Frage deinen Mieter, wenn Du sowieso schon eine Markise besorgen gehst ob er nicht noch eine schöne Sitzgruppe für den Balkon haben möchte. Außerdem könntest Du ja jeden ersten Samstag im Monat für ihn Grillen, das Fleisch besorgst Du selbstverständlich auch noch.

Dein Mieter kann froh sein wenn Du ihm überhaupt genehmigst eine Markise anzubringen.

Antwort
von robinek,

Zunächst muss(sollte) in grösseren Objekten über Markisenanbringung mehrheitlich abgestimmt werden oder bereits worden sein. Zum andern als kluger Vermieter würde ich die Markise wenn sie denn genehmigt ist anbauen lassen , (somit auch selbst Angebote einholen) 1. Kannst Du sie abschreiben 2. Sollte der Mieter ausziehn und er hat sie selbst bezahlt, kann er sie ja mitnehmen und dann?

Antwort
von althaus,

Lass es sein. Das gibt nur Ärger. Erlaube ihm eine Markise einfach nicht.

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