Frage von amwickel, 678

Marder auf Dachboden und Wespennest - muss Vermieter hier tätig werden? Kammerjäger?

Freunde haben ein Haus gemietet und zahlen wirklich eine hohe Miete. Das Haus ist alt, nun haben sich Marder auf dem Dachboden angesiedelt und es ist ein Wespennest in einem hohlen Dachbalken. Muss hier der Vermieter für einen Kammerjäger aufkommen oder ist das Sache des Mieters?

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Antwort
von Primus, 652

Bei Mardern ist der Vermieter in die Pflicht zu nehmen, denn bei erheblichen nächtlichen Lärmstörungen durch einen im Dachbereich eines Mietshauses nistenden Marder ist eine monatliche Mietminderung von ca. 30% der Bruttokaltmiete gerechtfertigt.

Ist das Wespennest nicht all zu groß, einfach eine Tüte drüber stülpen und hinaus damit. Allerdings erledigt sich das auch in den nächsten Wochen von allein, denn bald setzt das große alljährliche Wespensterben wieder ein.

Kommentar von LittleArrow ,

Ist das Wespennest nicht all zu groß, einfach eine Tüte drüber stülpen

Eine mutige Empfehlung und gut beobachtet! Momentan ist Wespen-hightime ("Hoch-Zeit").

Antwort
von LittleArrow, 678

Der Vermieter muss als Hauseigentümer tätig werden. Ein Schädlingsbefall wie auch ein hohler Dachbalken ist ein vom Mieter dem Vermieter anzuzeigender Schaden. Ob der Vermieter die Kosten an die Mieter weiterbelasten darf, ist allerdings eine sehr umstrittene Frage. Man denke nur an die Aufführung der Ungezieferbekämpfung als Betriebskostenart gem. § 2 Ziff. 9 Betriebskostenverordnung.

Nun wird man den unter Naturschutz stehenden Marder sicherlich nicht als Ungeziefer bezeichnen können, ebensowenig die Wespen. Zur Beseitigung sind Fachleute zu beauftragen, wie z. B. Kammerjäger.

Hier findet man eine Urteilssammlung sehr widersprüchlicher Gerichtsentscheidungen: http://www.rentokil.de/privathaushalte/rechtstipps-und-steuer/gerichtsurteile/

Kommentar von Privatier59 ,

Noch eine Anmerkung dazu: Auch manche Wespenarten stehen unter Schutz. Gegen Wespen schicke ich daher immer meinen Dachdecker an die Front: Der kennt die Unterschiede zwischen den Arten nicht und hat keine Skrupel jedwede Wespenart zu bekämpfen. Außerdem kann er besser klettern als Schädlingsbekämpfer, was bei den Standorten der Wespennester ein großer Vorteil ist.

Antwort
von billy, 541

Ein Wespennest ist relativ kostengünstig zu entfernen, da muss wohl der Mieter selbst für aufkommen. Der andere "Untermieter" muss vom Dachboden vertrieben werden und das Haus durch bauliche Maßnahmen Marderdicht gemacht werden. Dies ist wiederum Sache des Vermieters.

Antwort
von Privatier59, 493

Tätig werden muß der Vermieter. Die interessante Frage kann dann allerdings anschließend sein, ob die Kosten dafür als Nebenkosten umlegbar sind. Ich mach so was gnadenlos.

Kommentar von Primus ,

Hallo Richter Gnadenlos, sieh mal:

Kosten, die einem Vermieter für die akute Schädlingsbekämpfung entstehen, darf er nicht als Betriebskosten auf die Mieter umlegen. In diesem Fall sind sie als Instandhaltungs- bzw. Mängelbeseitigungskosten von ihm selbst zu tragen. Schädlingsbekämpfungskosten können als Betriebskosten nur dann auf die Mieter umgelegt werden, wenn sie für regelmäßige prophylaktische Maßnahmen entstehen. Amtsgericht Hamburg, AZ: 45 C 35/01

Jetzt lass Dir was einfallen, damit ich Deine Mieter nicht dazu aufhetze, ihren Betriebskostenabrechnungen zu widersprechen ;-))

Kommentar von Privatier59 ,

Zu spät: Die Kosten für Mäusebekämpfung (Schande über mich) haben sie mir letztes Jahr anstandslos überwiesen. Und um Mäuse zu bekämpfen muß man anständig Mäuse locker machen. Knapp 500 Mäuse -äh- Euro habe ich latzen müssen und mich gerne davon entlastet gesehen.

Kommentar von Primus ,

Na gut, einmal lass ich das noch durchgehen......und werde schweigen!

Kommentar von Gaenseliesel ,

"....... die Kosten der Mäusebekämpfung (Schande über mich) ..... " war dies Unwissenheit oder Berechnung ? ;-)

Aber manchmal haben eben auch Vermieter ums Überleben zu kämpfen. Sind wirklich harte Zeiten für Vermieter ! ! ! :o)) K.

Kommentar von Privatier59 ,

Gnä Frau, nicht weniger als 2 der Mieter sind Rechtsanwälte und auch die haben anstandslos bezahlt. Den mutmaßlichen Grund dafür kannst Du dem sehr informativen Kommentar von LA entnehmen.

Kommentar von Gaenseliesel ,

Hi Privatier59 ! .........Den mutmaßlichen Grund dafür kannst Du dem sehr informativen Kommentar von LA entnehmen .

Na dann ist doch alles nach Recht und Gesetz abgerechnet worden - wo ist das Problem ? Somit brauchst Du zum Glück kein schlechtes Gewissen mehr zu haben und kannst ganz beruhigt schlafen !

" Ein gutes Gewissen ist das beste Ruhekissen " !!!

:-))))) Gruß !

Kommentar von LittleArrow ,

Schädlingsbekämpfungskosten können als Betriebskosten nur dann auf die Mieter umgelegt werden, wenn sie für regelmäßige prophylaktische Maßnahmen entstehen.

"* Anderer Ansicht ist da das AG Offenbach, Urteil vom 20. September 2001, Az: 34 C 132/01 NZM 2002, 214: "Als Betriebskosten umlagefähig sind auch die Kosten einer einmaligen Schädlingsbekämpfung".* Quelle: Mietrechtslexikon.de

Kommentar von Primus ,

Wenn sich die Gerichte schon nicht einig sind, wie sollen wir da auf einen Nenner kommen ;-)

Kommentar von LittleArrow ,

Primus, es kommt noch dicker: siehe meine Antwort!

Kommentar von Primus ,

Hammer!!

Wer soll dabei noch durchblicken?

Antwort
von qtbasket, 411

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