Frage von regloh36,

Makler Falschberatung??? Was tun???

Habe 2004 in verschiedene Fonds angelegt(über einen Makler), Schiffsfonds Ownership III, Albis Capital GmbH , sowie Apollo Pro Movie1 KG,(wegen Steuern) alle gehen den Bach runter, laufend Schreiben von RA, habe leider keine Rechtsschutzversicherung, wer kann helfen??

Antwort
von gandalf94305,

Diese Frage hätte eigentlich schon viel früher kommen müssen, denn seit Ende 2005 gibt es die Steuersparfunktion solcher Fondsanlagen nicht mehr.

Aus der schlechten Performance der Fonds ergeben sich keierlei Ansprüche Deinerseits, sofern den betreffenden Gesellschaften nicht strafbare Handlungen (z.B. Betrug, Unterschlagung, Veruntreuung von Kundengeldern) nachzuweisen sind.

Mit erhobenem Finger: letztendlich hat Deine naive Gier, Steuern zu sparen, dazu geführt, daß diese Investments getätigt wurden. Dafür solltest Du Dir selbst in ein Körperteil Deiner Wahl beissen, denn die Anlage einer Abfindung in solche Vehikel ist unsinnig. Hierfür gab es auch 2004 schon deutlich geeignetere Instrumente, die zwar keine Steuern sparen, dafür jedoch ein positives Ergebnis nach Inflation und Steuern lieferten.

Der einzige Ansatzpunkt, der hier bestehen könnte, ist in der Sorgfaltspflicht des Maklers zu suchen, Dir die Risiken der Anlagen darzulegen.

  • Es war nämlich 2004 schon stark in der Diskussion, die Steuersparmodelle abzuschaffen. Hat Dich der Makler über diesen Punkt nicht aufgeklärt, so wäre das ggf. fahrlässig.

  • Ebenso ist die Anlage in solche geschlossenen Fonds riskant, d.h. nur für einen Teil des Portfolios sinnvoll. Die ganze Abfindung in solche Instrumente zu stecken entspricht nicht guter Anlageberatung zu einer Portfoliodiversifikation.

  • Drittens dürfte der Makler Kickbacks/Provisionen erhalten haben, über die Du nicht informiert wurdest. Bedenke jedoch, daß ein insolventer Makler Dir auch keinen Schadensersatz leisten kann.

Suche einen Anwalt auf, der Dich über die Chancen eines gerichtlichen Vorgehens berät.

Kommentar von regloh36 ,

gerichtliches Vorgehen in Richtung Makler??

Kommentar von gandalf94305 ,

Wenn überhaupt, dann in Richtung des Maklers. Du musst ihm eine konkrete Falschberatung nachweisen, was hinreichend schwer sein wird, denn alleine die schlechte Performance ist dafür kein Ansatzpunkt. Wären die Fonds gut gelaufen, hättest Du den Makler ja auch nicht verklagt... das nennt man Risiko.

Wenn Du als - wie Du ja selbst sagst - Laie Dir solche Fonds andrehen läßt, die Du offensichtlich weder verstanden hast, noch deren steuerliche Konsequenzen einschätzen konntest, warum hast Du dann überhaupt in diese Beteiligungen eingewilligt? Wenn ich etwas nicht verstehen kann, lasse ich die Finger davon, auch wenn mit der Verkäufer verspricht, daß das mindestens 10% Rendite pro Jahr, eine kostenlose Reise nach Hawaii und einen frischen Doppel-Schoko-Keks beinhaltet. Also: der Käufer - Du - hat hier ebenso wider gesunden Menschenverstand gehandelt. Darum halte ich die Erfolgsaussichten für gering.

Antwort
von Rat2010,

Jeder Fall ist anders. Oft ist irgendwas falsch gelaufen, was einem Anleger Chancen auf Schadensersatz oder Rückabwicklung eröffnen kann.

Ich halte wenig davon, sich auf die vielen einzulassen, die mit dem Argument, auch andere zu vertreten um Mandanten werben. Ich halte aber einiges davon, einen Fachanwalt für Anlagerecht anurufen und den um Rat zu fragen. Weil jeder Fall anders ist, kann es sein, dass du bei den drei Fonds drei ganz verschiedene Lösungsansätze hast. Also z. B. ein mal keien Chance, ein Fehler im Verkaufsprospekt und ein mal eine nicht unterschriebener Risikohinweis. Ein erfahrener Anwalt sollte das erkennen.

Eine Rechtsschutzversicherung würde vermutlich eh genau da nicht einspringen.

Wenn du, weil du schon etwas recherchiert hast, denkst, dass keiner etwas falsch gemacht hat und es mehr einfach nur schlecht gelaufen ist, kannst du auch darüber nachdenken, dass kein anderer als du daran schuld ist.

In geschlossenen Fonds werden mit "kreativen" Versprechen Gelder für Unternehmungen eingesammelt, die weder jemand, der sich damit auskennt, noch eine Bank noch sonst wer finanzieren will. Das ist das Grundprinzip der geschlossenen Fonds und so weit ist daran nichts illegales. Wenn es schief geht (und du bist nicht alleine!!!) ist auch noch nichts zu holen. Nur wenn eine der Regeln nicht eingehalten wurde, sieht es anders aus. Das zu prüfen braucht es einen Anwalt.

Die wichtigste Regel ist, dass man vor Beitritt darauf hingewiesen wurde, dass das Risiko auch eines Totalverlustes hoch ist. Das muss man auch unterzeichnet haben. Dann kommt aber dazu , dass auch alle Risiken aufgeführt wurden.

P.S. zeichne in Zukunft keine geschlossenen Fonds mehr!!!

Kommentar von regloh36 ,

Danke...

Antwort
von althaus,

Hatte auch mal ein Angebot meine damalige Abfindung in einem Filmfonds zu investieren um Steuern zu sparen. Glücklicherweise habe ich mich nicht darauf eingelassen. Die Risiken eines Totalverlustes waren mir klar und so sicher, daß die Erstattung per Gesetz festgelegt ist darf man nicht glauben, denn auch Gesetze können geändert werden auch rückwirkend! LIeber zahle ich ehrlich steuern, dafür geht mir mein Kaptal nicht verloren. Schade für dich, aber das Risiko durfte dir bekannt gewesen sein, denn man bekommt für jedes Produkt auch Risikoerklärungen in einer Emissionsbroschüre mit. Darin steht auch das mit dem Totalverlust. Zumindest hat der Makler was davon gehabt!

Antwort
von Privatier59,

Die Frage ist wohl nicht, wer Dir helfen kann, sondern, ob Dir überhaupt jemand noch helfen kann. Die allgemeine Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre. Da müßte man gründlich durchprüfen, wann die angefangen hat und, welche Ansatzpunkte man noch für einen Schadensersatz hat. Der allgemeine Irrtum ist insofern ja, dass für einen Schaden schon irgendjemand zur Verantwortung gezogen werden kann. Das aber trifft gerade nicht zu. Man müßte Falschberatung nachweisen können und das ist bei den immer umfangreichen Risikohinweisen in den Prospekten schwierig.

Um es klar zu sagen: Die Chancen auf Schadensersatz sind minimal und wenn Du noch nicht mal die Rechtsberatung finanzieren willst oder kannst, dann hast Du überhaupt garkeine Erfolgsaussicht. Oder glaubst Du, der Makler zahlt freiwillig?

Kommentar von GAFIB ,

Und nochmals aus ganz anderer Richtung: Vielleicht sollten wir alle Herrn Steinbrück danken, der (als gelernter Volkswirt) mit seinem wirtschaftspolitischen Sachverstand die Abschaffung der Steuerstundungsmodelle in 2005 betrieben hat. Das hat zwar die beliebten Steuerspar-Modelle wie Medien-, Schiffs-, und Windkraftbeteiligungen hart getroffen, aber es ist seitdem vielen Anlegern "Steuer-Optimierungs-Leid" erspart geblieben. Hier hat Steinbrück, der eigentlich nur die Erosion des Steueraufkommens bekämpfen wollte, faktisch etwas Gutes bewirkt in vermutlich ganz ungeplanter Richtung, nämlich zum Anlegerschutz!

Kommentar von Privatier59 ,

Nun ja, wenn ich PS für etwas danken würde, dann für 2 Sachen:

Das erste hast Du genannt.

Das zweite ist, dass er uns allen bestätigt hat, dass die Gerüchte über die notorische Humorlosigkeit der Bewohner der norddeutschen Tiefebene in allen schrecklichen Details der Wahrheit entsprechen.

Kommentar von GAFIB ,

Da geh ich mit... (;-) - und er wird´s auch nicht...

Antwort
von Larkolas,

Klar kannst du versuchen, gerichtlich gegen den Makler wegen Falschberatung vorzugehen. Da wird es dann wichtig, ob er dich z.B. aufgeklärt hat, dass das Geld eventuell auch futsch sein kann.

Ansonsten, sorry, hält sich mein Mitleid da auch in Grenzen, wer einfach blind was unterschreibt bringts in der heutigen Gesellschaft nicht weit. Leider ist das so, und je früher man das lernt, umso besser...

Antwort
von Niklaus,

Hast du nicht die Risikohinweise in den Prospekten gelesen bevor du unterschrieben hast. Du wolltest doch Steuern sparen. Das Produkte auch keine Rendite machen können ist keine Falschberatung.

Kommentar von regloh36 ,

Hatte eine Abfindung und wollte Steuern sparen, mir geht es nicht um Rendite, hoffe das ich überhaupt das angelegte Geld zurückkriegen kann?

Kommentar von Niklaus ,

Die Transportwirtschaft hat stark nachgelassen. Die Schiffe haben zum Teil kein Aufträge und verdienen kein Geld, sind aber noch nicht bezahlt.

In Filmfonds investiert man überhaupt nicht. Mit dem Kapital werden irgendwelche Filme produziert. Wenn die Filme ein Flop werden, gibt es keine Gewinne und keine Ausschüttungen. Das Kapital ist dann natürlich auch weg. Die amerikanischen Filmproduzenten freuen sich über "the stupid german money"

Kommentar von regloh36 ,

hinterher bin ich auch schlau, komme ja auch nicht aus der Finanzbranche, sondern wollte Steuern sparen, aber ein Makler, spezialisiert auf solche Sachen müsste es doch wissen??? Ich frage ja ob gegen "Falschberatung" vorzugehen einen Sinn macht. Es kann doch nicht sein , dass ein Makler mir drei Sachen anbietet und verkauft, die alle den Bach runter gehen??? Es waren doch seine Empfehlungen die Fonds zu kaufen???

Kommentar von Niklaus ,

Der Makler weiß doch vorher auch nicht ob der Film ein Renner wird und das den Schiffen die Aufträge ausgehen. Der Makler hat dir bestimmt die Prospekte gegeben. darin findest du garantiert für jedes Objekt 30 Seiten Risikohinweise. Hast du die Risikohinweise gelesen. Du kannst nicht sagen du hättest es nicht gewußt.

Nur weil dir jemand was empfiehlt, ist er doch nicht haftbar für den wirtschaftlichen Erfolg der Empfehlung. Du hast unterschrieben. Du wolltest Steuern sparen und Rendite machen. Das dies nicht klappt liegt am der weltwirtschaftlichen Lage, dem Filmprojekt oder auch sonst was immer.

Kommentar von regloh36 ,

also hat er mir doch völlig spekulative Fonds verkauft???? ich habe Abschreibungsmöglichkeiten gesucht, und bin kein Finanzexperte der 30 Seiten je Schiff liest ... sicher bin ich oberflächlich gewesen, aber solche Fonds anzubieten??? Oder waren diese die gängigsten und ansonsten zählt eben nur die Provision????

Kommentar von Niklaus ,

Sorry aber das ist blauäugig. Du unterschriebst gierig irgendwelche Verträge ohne sie durchzulesen. Jetzt soll der Makler dran schuld sein, weil sie nicht so laufen wie versprochen.

Wenn du das willst, darfst du nur Sparbriefe, Festgeld und Tagesgeld machen. Die Rendite muss irgendwie erwirtschaftet werden. D.h. mehr Rendite bedeutet immer mehr Risiko. Aber wie die Kollegen schon geschrieben haben, vielleicht findet ein cleverer RA irgendeinen Fehler im Prospekt oder im Antrag.

Ich finde die Anleger machen sich das etwas zu einfach. Da wird irgend ein Mist unterschrieben und wenn es nicht läuft verklagen wir den Makler.

Kommentar von Primus ,

Nun hat`s ihm/ ihr wohl die Sprache verschlagen...

So deutlich wollte er/sie es wohl doch nicht wissen ;-))

Kommentar von regloh36 ,

mag sein blauäugig, aber nochmal 3 Angebote eines Maklers alle 3 Pleite und ich als damaliger (wahrscheinlich auch heute noch Laie) soll prüfen , lesen usw ob alles ok ist??Er ist Spezialist und hat die Fonds rausgesucht, weil der Kunde unterschreibt ja, er hat doch mit mir nicht 10 verschiedene Fonds o.a. besprochen sondern die drei in der Tasche gehabt??

Kommentar von Niklaus ,

Sorry aber du verstehst es nicht. Die Fonds haben bestimmt gut ausgesehen, hatten unabhängige positive Bewertungen. Der Makler hat dir aus seiner Sicht bestimmt etwas gutes vermittelt. Aber ein Makler kann doch nicht beurteilen, ob sich ein Objekt in der Zukunft positiv entwickelt oder wie sich der Welthandel oder ein Film entwickelt.

Kennst du den Film Waterworld von und mit Kevin Costner. Der wurde auch mittels Filmfonds finanziert. Das Ergebnis ist eines der größten Flops. Der Film hat sein Produktionskosten nach zig Jahren immer noch nicht eingespielt.

Jetzt frage ich dich. Wer hätte das wissen oder ahnen sollen?

Kommentar von regloh36 ,

ich wollte nicht hochspekulieren, sondern Abschreiben, da hätte es vielleicht damals sichere Modelle gegeben.

Kommentar von Rat2010 ,

Wenn es welche gegeben hat, dann weiss man das jetzt. Damals den zu erwischen war mehr ein Zufallstreffer.

Wenn du also Steuern sparen wolltest. Also speziell der Fall einer Abfindung mit 5/5-Besteuerung, hast du ihn fast genötigt, dir entweder die Idee auszureden oder einen Medienfonds zu verkaufen. Die sind alle in der Krise.

Vor Gericht solltest du da gegen den Berater sehr wahrscheinlich den Kürzeren ziehen. Er hat da keinen Fehler gemacht und ds kann auch bei allen drei Fonds so sein.

Das bedeutet aber nicht, dass nicht irgendwas falsch gelaufen ist.

Kommentar von Rat2010 ,

Wenn es welche gegeben hat, dann weiss man das jetzt. Damals den zu erwischen war mehr ein Zufallstreffer.

Wenn du also Steuern sparen wolltest. Also speziell der Fall einer Abfindung mit 5/5-Besteuerung, hast du ihn fast genötigt, dir entweder die Idee auszureden oder einen Medienfonds zu verkaufen. Die sind alle in der Krise.

Vor Gericht solltest du da gegen den Berater sehr wahrscheinlich den Kürzeren ziehen. Er hat da keinen Fehler gemacht und ds kann auch bei allen drei Fonds so sein.

Das bedeutet aber nicht, dass nicht irgendwas falsch gelaufen ist.

Kommentar von heinerbumm ,

Er ist vielleicht Spezialist. Er ist vor allem aber Verkäufer. Und weil er das ist, musst du die Beratung erst dann bezahlen, wenn du etwas kaufst (erst dann fließt Provision). Wenn Steuernsparen das primäre Ziel ist, würde ich auch mal an einen Steuerberater denken.

Kommentar von Rat2010 ,

Was hätte der Steuerberater damals anderes machen sollen als ihn an einen Berater zu verweisen oder ihm zu erklären, dass er seine Steuer zahlen soll? Die dürfen so wenig Anlageprodukte verkaufen wie die Anlageberater Steuerberaten.

Antwort
von alphabet,

Steuern sparen wollen ist auch ein Teil der Rendite.

Je höher die Rendite - umso größer auch das Risiko.

Nun hat leider das Risiko bei Dir zugeschlagen.

Gruß alphabet

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