Frage von lohepudel, 83

Macht eine Unfallversicherung für Familien mit normalem Risikoprofil (keine riskanten Sportarten etc.) Sinn oder kann man sich das Geld getrost sparen?

Wir fahren eher nicht ins Ausland und die Kinder sowie auch wir Eltern betreiben keine riskanten Hobbys. Gibt es dazu allgemeine Empfehlungen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von macmorgan, 10

Ganz klar: ja, notwendig!

Bei Kindern sogar mehr als bei Erwachsenen.

Ein Unfall kündigt sich nicht an und trifft nicht immer nur den risikofreudigen Extremsportler.

Sie können sich und die Familie in Watte packen und am Stuhl festbinden, beißt Sie dann eine Zecke, können Sie davon trotzdem noch invalide werden.

Klartext :

Eine UV soll den erreichten Lebensstandard absichern. Das kann man bei Erwachsenen sehr gut bilanzieren und absichern. Kinder, die grundsätzlich ein höheres Unfallrisiko haben, haben keinen eigenen Lebensstandard, sondern "leihen" sich den erstmal von den Eltern. Damit Kinder sich etwas eigenes aufbauen können, sollte man im Zweifel das Maximum wählen.

Mein Vater hat sich so entschieden und nachdem ich mir das Knie beim Skifahren und ein Sprunggelenk beim tanzen zerlegt habe, konnte ich von der Unfallleistung 4 Jahre Miete in Köln und mein Studium zum Dipl.Kfm. im Bereich Versicherungswesen finanzieren. 

Danke Papa!

Ps: Mein Bruder ist genauso versichert gewesen, fährt aber anscheinend besser Ski und ist geschickter im tanzen. Der hatte noch keinen Unfall mit Invalidität.

Kommentar von Helge001 ,

Kleine Anmerkung: Kennst Du die Abfolge der Leistungserstattung bei einem Zeckenbiss? Da gab es sogar schon Gerichtsprozesse, weil die Unfallversicherung die Zecke haben wollte. Was sagt uns das? Die Zecke die gebissen hat immer aufbewahren.

Antwort
von RHWWW, 22

Hallo,

ob eine Versicherung sinnvoll ist, hängt immer von verschiedenen Faktoren ab:

- eigener Vermögenslage

- private Geldreserven

- eigenes Risikobewusstsein

Eine Versicherung kann sehr sinnvoll, wenn einen das betreffende Ereignis finanziell völlig aus der Bahn wirft.

Eine Hausratversicherung z.B. ist nicht sinnvoll, wenn man genügend finanzielle Reserven hat, um sofort einen komplett Hausstand zu kaufen.

Eine Unfallversicherung ist nicht sinnvoll, wenn meine bereits bestehenden Versicherungen und das eigene Vermögen ausreichen, um nach dem Unfall alle Kosten und Einkommensausfälle abzudecken. Das ist meistens nicht der Fall. Dann ist noch abzuwägen, was bei anderen Ereignissen finanziell passiert:

- Arbeitsunfähigkeit über 6 Wochen

- Berufsunfähigkeit

- Erwerbsminderung

- Pflegefall

Am besten bei der Krankenkasse, Pflegekasse (wesentliche Änderungen zum 1.1.2017), Berufsgenossenschaft und Rentenversicherung Infos zur aktuellen Absicherung einholen und dann entscheiden, wo die größten bzw. gefährlichsten Risiken liegen.

Vielleicht als erste Orientierung hilfreich:

https://www.test.de/Versicherungen-Optimaler-Risikoschutz-1162242-1218400/

Bei jedem Versicherungsvertrag sollte man auch das Kleingedruckte verstehen, damit man vorhandene Lücken erkennen kann.

Gruß

RHW



Antwort
von Niklaus, 18

Bei der Unfallversicherung, der Versicherungen liebstem Kind, gibt es ziemlich unterschiedliche Meinungen. Eine UV soll eine massive plötzlich auftretende Veränderung im Leben eines Menschen abdecken. Einen schweren Unfall. Man benötigt einen Rollstuhl, einen Umbau am KFZ für den Rollstuhl, eine barrierefreie Wohnung, eine Einstiegshilfe in die Badewanne etc. Diese Dinge können nur mit viel Geld angeschafft werden. Aus diesem Grunde muss die Versicherung eine hohe Invaliditätssumme haben und auszahlen. Wichtig zu wissen ist die Tatsache, dass Teilinvaliditäten nur von der Grundinvaliditätssumme an gerechnet werden. Eine Unfallrente ist nur erforderlich, wenn kein anderer Schutz besteht. Der kann eine private Berufsunfähigkeitsrente, private oder gesetzliche Erwerbsminderungsrente sein. Alle anderen Komponenten in einer UV wie Übergangsgeld Krankenhaustagegeld, Kurkostenbeihilfe etc. sind nicht erforderlich und verteuern bloß die Versicherung. Als Unfall gilt auch, wenn durch eine erhöhte Kraftanstrengung an Gliedmaßen oder Wirbelsäule ein Gelenk verrenkt wird oder Muskeln, Sehnen, Bänder oder Kapseln gezerrt oder zerrissen werden.

Laut §1 der Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen (AUB) ist der Begriff „Unfall“ wie folgt definiert: „Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis (Unfallereignis) unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.

Antwort
von Kalli77, 11

Eine UV hat schon seine Berechtigung, wobei es auf die hier schon erwähnten Faktoren ankommt und auch auf deinen sonstigen vorhandenen Versicherung. Wenn du finanziell in der Lage bist mit plötzlichen Veränderungen der Lebensumstände (z.B. Autounfall) klarzukommen, ist sie weniger sinnvoll. Wenn nicht, dann schon eher und gerade dann wenn du insgesamt mehr Risiken ausgesetzt bist (z.B. Motorrad fahren). Das muss man abwägen.

Antwort
von Kevin1905, 43

Ich sehe die private Unfallversicherung durchaus als sinnvoll an, manche Kollegen neigen jedoch dazu diese zu überladen mit Dingen die keine wirkliche Relevanz haben, jedoch einen Einfluss auf den Beitrag nehmen.

Da hier eine Risikoabsicherung im Raum steht würde ich auch wissen wollen ob schon andere Absicherungen bestehen, gegen Berufsunfähigkeit etc.

Antwort
von Helge001, 38

Auf jeden Fall macht für die Kinder eine Unfallversicherung Sinn, alleine von Preis/Leistung. Hierbei ist es wichtig, auch auf die kleinen Klauseln im Vertrag zu achten, als "nur" auf die Höhe der Invaliditätsleistung. 

Kleiner Nebensatz: ErgoDirekt gehört eher zu den schwächeren Unfallversicherungen, um das einmal anzumerken.

Natürlich wird für Kinder auch immer das Thema "Schwere Krankheiten" abzusichern, empfohlen. Ich bin dahingehend etwas reserviert. Mich ärgert sehr oft, dass bei diesem Thema immer auf die schlimmsten Ereignisse eingegangen wird. Dann schaue ich mir zu einer Erkrankung die Statistik bei Kindern an und meine Reserviertheit bestätigt sich.

Ansonsten kommt von der Wichtigkeit für die Eltern (Absicherung der Arbeitskraft) die Unfallversicherung erst an vierter Stelle.

Antwort
von basiswissen, 29

Es ist schwer aus der Ferne eine solche Frage wirklich gut zu beantworten. Einerseits steht die Frage im Raum ob es noch andere Absicherungen gibt, z.B. eine ganz wichtige BU-Versicherung. Weiterhin die Frage ob Du soviel Geld "auf der hohen Kante" hast das Du im Zweifel Kotsen auffangen könntest die durch Invalidität entstehen und zu guter letzt: Generell macht eine Unfallversicherung Sinn. Zumindest für die Kinder, aber auch für die Erwachsenen. Du solltest Dir von einem VersicherungsMAKLER (nicht Vertreter) helfen lassen um ein gute und bezahlbare Unfallversicherung zu finden. Zwar ist der Teuerste nicht immer der beste Anbieter, aber der sprichwörtliche "billige Jakob" ist es definitiv nicht. Viel Erfolg dabei!

Antwort
von Hanseat, 35

Na ja, ohne jetzt hier eine Diskussion über Sinn und Unsinn von Unfallversicherungen führen zu wollen, die meisten Unfälle passieren ja nicht beim Sport. Im Haushalt, beim Autofahren und sonst wo, hat also nicht unbedingt was mit "gefährlichen" Hobbies zu tun.

Antwort
von ERGODirekt, Business, 50

Hallo lohepudel, die Unfallabsicherung gehört zu den grundlegenden und wichtigsten Absicherungen, auf die nicht verzichtet werden sollte. Es ist in jedem Fall ratsam, die ganze Familie zu versichern. Auch bereits für Kinder ist das wichtig. Die Unfallversicherung ist die einzige Möglichkeit sich bei einem Unfall vor finanziellen Folgen abzusichern, das ist z.B. der Verlust des Einkommen. Die Höhe der Absicherung ist meistens frei wählbar. Besonders wichtig ist der Schutz im Falle von Invalidität und sollte möglichst hoch sein. Z.B besteht mit dem Verlust einer Hand besteht bereits ein Invaliditätsgrad von 60%. Viele Grüße aus Nürnberg. ERGO Direkt Versicherungen

Kommentar von Hanseat ,

Wenn Sie hier schon unbedingt sich als Versicherer zu Wort melden müssen, dann bitte nicht mit so einem Blödsinn.

".., die Unfallabsicherung gehört zu den grundlegenden und wichtigsten Absicherungen, auf die nicht verzichtet werden sollte"

Sicher gehört eine UV nicht zu den wichtigsten Versicherungen.

"Die Unfallversicherung ist die einzige Möglichkeit sich bei einem Unfall vor finanziellen Folgen abzusichern, das ist z.B. der Verlust des Einkommen."

Komplett falsch, erstens ist es garantiert nicht die einzige, und zweitens sichert eine UV nicht den Verlust des Einkommens ab.

"Besonders wichtig ist der Schutz im Falle von Invalidität und sollte
möglichst hoch sein. Z.B besteht mit dem Verlust einer Hand besteht
bereits ein Invaliditätsgrad von 60%."

Auch das ist, neben bedenklichem Schriftdeutsch, Unsinn. Eine Invaliditätsleistung ist die ureigenste Leistung einer UV, ohne diese geht es gar nicht. Und gute Uvs haben deutlich mehr als 60 % bei Verlust einer Hand, das hängt doch wohl an der Gliedertaxe.

Insgesamt ist die Antwort für ein Versicherer eine glatte Sechs, und nebenbei, die Frage wird eigentlich auch nicht beantwortet.

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