Frage von MilaS, 13

Lücken bei der Altersvorsorge erkennen - wie vorgehen?

Hallo, wie kann ich feststellen, ob meine Altersvorsorge aureicht? Wie erkenne ich Lücken/Schwachstellen? Wie soll man vorgehen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Springbutterfly, 3

Als Erstes musst Du Dir einen Überblick über Deinen Status quo machenn. Wenn Du schon sieben Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hast, bekommst Du einmal im Jahr einen Rentenbescheid mit der augenblicklichen Rente und einer Schätzung, wie sich diese bis zu Deinem Renteneintritt entwickeln kann (wenn alles so weiterläuft wie in den letzten 5 Jahren). Ebenso gibt es ja eine Rentenberechnung für die Zuatzrenten (Riester, Rürup, Betriebsrente, Privatrente). Die Summe aus allen Vorhersagen ist die zu erwartende Rente. Je nach Renteneintritt musst Du diese dann noch versteuern. Wenn Du nach 1973 geboren bist, bis Du mit 100% dabei! Nun wird es schwierig. Je nachdem, wie lange Dein Rentenbeginn noch hin ist, umso ungewisser ist es, die Inflation und die Höhe der Steuern zu berücksichtigen. Ich habe bei meiner Analyse vier verschiedene Fälle gerechnet: 2%, 3%, 4% und 5% Inflation bis zum Renteneintritt unterstellt und die zu erwartende Rente damit auf ein Vergleichseinkommen von heute umgerechnet. Dann kannst Du ungefähr abschätzen, wie hoch die Steuern sein werden. Ich gehe davon aus, dass sich an der ungefähren Höhe der Steuern nichts ändert, das ist in den letzten 40 Jahren auch passiert. Bei der Besteuerung der Renten musst Du darauf achten, welche Rentenart wie besteuert wird (Privatrente wird anders besteuert als Riester z.B.). Dann noch Kranken- und Pflegeversicherung von der gesetzlichen und der Betriebsrente abgezogen, und schon hast Du einen ANHALTSPUNKT, wie hoch Deine Netto-Rente BEI RENTENEINTRITT sein wird. Das wird spätestens bei der 4%- und 5%-Inflationsrechnung sehr ernüchternd sein! Da heißt es dann, mit einer inflationssicheren Geldanlage gegenhalten (z.B. Aktienfonds). Wenn Du etwas weiter planen möchtest - und das solltest Du tun! - rechnest Du nochmal 15 Jahre weiter, weil die Rente soll ja auch bis zum Tod reichen. Das wird gerne vergessen! Und dann kann es auch bei 2% Inflation nochmal eng werden...

Kommentar von Springbutterfly ,

Hier ein Beispiel: Angenommen, Dein Rentenbescheid lautet auf 1200 € Rente in 20 Jahren, wenn Du so weiterverdienst, wie in den letzten 5 Jahren. Dann wären das bei 1%er Rentensteigerung ca. 1464 € Rente/Monat in 2034. Hinzu kommt noch eine Riesterrente, die genau 450 € betragen wird.

Wenn sonst keine weiteren Versicherungen bestehen, wären das 1914 €. Bei 3% Inflation wären das nach heutigem Wert 1914 € / 1,03^20 = 1060 €. In 20 Jahren (2034) sind 94% davon zu versteuern = 996 €. KV & PV ca. 101 € (die musst Du für die ganze Rente zahlen), Steuern ca. 5 € (94% der Rente) - die Werte kannst Du Dir über einen Brutto-Netto-Rechner ermitteln.

Das ergibt eine Nettorente von 1060 - 101 - 5 = ca. 954 €. --> GANZ GROBE SCHÄTZUNG im Wert von heute! Aber ich glaube, das war hier gefragt!

15 Jahre später läge die gesetzliche Rente bei 1700 €, wäre aber nur noch 604 € wert, die Riesterrente läge immer noch bei 450 €, wäre aber nur noch 160 € wert. Die Summe läge bei 764 €, wofür wohl keine Steuern mehr anfielen, wohl aber noch Sozialversicherungsabgaben!

Das Beispiel ist sehr drastisch, aber es soll ja veranschaulichen, was passieren kann. Steigt die Rente z.B. um 2 %, sind die Beträge nicht ganz so niedrig. Es wird aber in jedem Fall ersichtlich, dass man etwas tun muss!

Antwort
von Niklaus, 3

Altersvorsorge ist nicht einfach. Ganz sicher kann man das mit einer Ruhestandsplanung machen. Da fließen alle Parameter ein, die bestehende Vorsorge, das vorhanden Kapital, Krankenversicherung Steuern und Inflation ab Rentenbeginn. Ergebnis: Versorgungslücke und Lösungsansätze wenn erforderlich.

Antwort
von macmorgan, 3

Nach der Art, wie die Frage formuliert ist gehe ich davon aus, dass das "Wie stelle ich fest?" mehr zählt, als das "Ist meine Altersversorgung ausreichend? "

Für letzteres fehlen etliche Angaben. Auch ist dieses Forum ungeeignet. Ich empfehle ein ausführliches Gespräch mit einem Rentenberater oder Vers.Vermittler mit Qualifikation für Altersversorgung.

Zum ersten Teil (="wie stelle ich fest?) empfehle ich erstmal vollständige Informationsbeschaffung, um den IST-Zustand zu ermitteln: - Jahresmitteilung gesetzliche Rente (GRV) - Jahresmitteilungen private Versicherungen (Renten- und Kapital-Versicherungen) - Jahresmitteilung betriebliche Altersversorgung - Jahresmitteilung Riester-Versicherung - Jahresmitteilung Rürup-Versicherung - Ablaufsummen aus Sparpläne - etc.

Da in all diesen Unterlagen Aussagen über garantierte Ablaufleistungen -natürlich unter der Prämisse, dass alle Verträge unverändert durchgehalten werden- gemacht werden, erhält man so den voraussichtlichen Betrag, den man als Rentner einnehmen wird.

Man muss sich auch -zumindest bei den privaten und betrieblichen Altersvorsorge-Versicherung- entscheiden, ob man mit dem garantierten Betrag oder inkl. Überschüssen (= ungewiss) rechnen will. Ich bin Vorsichtsmensch und rechne mit den garantierten Summen und freu mich dann, wenn trotzdem mehr rauskommt. Geschmackssache!

ACHTUNG: Dieser Betrag muss relativiert werden. 100 Euro Rente haben in x-Jahren nicht dieselbe Kaufkraft wie heute. Der Betrag muss für jedes zukünftige Jahr um die Inflation abgezinst werden (= Schätzung, weil Inflation veränderlich, daher ungenau!). Erst dann kann man den zukünftigen wahrscheinlichen Gesamtrentenbetrag mit heute vergleichen.

Auch muss man berücksichtigen, dass man als Rentner wahrscheinlich steuerpflichtig ist und Sozialversicherungsbeiträge zahlen muss.

Als "Versorgungslücke" würde ich mindestens die Differenz zwischen heutigen Einkünften und der zukünftigen Gesamtrente betrachten.

Wenn es aber so einfach wäre, bräuchte man keine Fachberater, den unberücksichtigt bleiben noch: - zukünftige Gehaltssteigerungen - Veränderung des Lebensstandards (= Gewöhnung an teureren Lebensstil) - Veränderung des Familienstand (= Heirat, Scheidung (= Stichwort "Versorgungsausgleich")) - Kinder - etc.

Auch verändern Dinge wie eigener Wohnraum den Kapitalbedarf im Alter. Man spart Miete, muss aber Rücklagen für Instandhaltung und Sanierung treffen.

Alles in allem ist jede Überlegung und Berechnung einer Versorgungslücke eine Schätzung, die umso genauer wird, je mehr Informationen man berücksichtigt und je genauer man Annahmen für die Zukunft trifft.

Am genauesten lässt sich die Lücke am Tag des Rentenbeginns berechnen.

Antwort
von Primus, 3

Du kannst z. B. eine kostenlose Analyse durchführen lassen.

Siehe hier:

http://www.einfach-rente.de/altersvorsorge-analyse.php

Antwort
von mig112, 3

Ausreichen?? Tut sie nicht--- keinesfalls tut sie das!

Kommentar von Primus ,

Sorry, aber was soll diese sinnfreie Antwort?

Kommt Dir das bekannt vor und wie war das mit dem Glashaus?

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