Frage von pssst,

Lt Studie über 50 Milliarden uro pro Jahr Verlust für Verbraucher bei Altersvorsorge w. Fehlberatung

...Allein 16 Mio sind Einbußen aus Lebensversicherungen...macht es wirklich Sinn, eine AV abzuschließen wenn man sich selber nicht auskennt und nur auf den Berater verlässt? Wie kann ich sicher gehen, an den richtigen Berater zu kommen- bin sehr verunsichert nach diesem Bericht von Oehler (Finanzwissenschaftler). Habt Ihr Euch wg. so einer Meldung vom Sparen verabschiedet fürs Alter?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Niklaus,

Altersvorsorge ist ein schwieriges Thema, dass leider essentiell wichtig ist.

  • Es wichtig sich zu informieren.
  • Es ist wichtig zu verstehen, was einem vorgeschlagen wird.
  • Es ist wichtig zu verstehen was man dann abschließt.

Dazu solltest du dir vorher Literatur besorgen. Du musst danach nicht selbst die Produkte verkaufen, aber du solltest sie im Großen und Ganzen verstehen.

Natürlich ist alles leichter, wenn man einen Berater seines Vertrauen findet. Du wirst dir schon einen guten Berater suchen müssen. Vielleicht auch zwei. Dann Vergleiche die Ergebnisse.


Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten:„Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? In Deutschland ist die Altersvorsorge in drei Schichten aufgebaut. Aber Achtung: Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand eine Rürup-Rente, eine Riester-Rente, eine betriebliche Altersvorsorge eine privat Rentenversicherung oder einen Fonds-Auszahlungsplan abschließt. Jede der Versorgungsarten hat unterschiedlich hohe Aufwendungen um die gleiche Nettorente zu erzielen. Dies ist abhängig von der Art der Arbeit, selbständig oder angestellt, ob er über oder unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, welchen Familienstand er hat, der Anzahl der Kinder, der Höhe des Einkommensteuersatzes und der Form der Krankenversicherung, gesetzlich freiwillig gesetzlich oder privat.

Alle Versorgungsformen sind sowohl in der Einzahlungsphase wie in der Rentenphase unterschiedlich besteuert. Die größten Auswirkungen entstehen aber ab Beginn der Rentenphase. Die Besteuerung und die Krankenversicherung wirken sich hier enorm aus. Um eine gleiche Nettorente nach Steuern und Krankenversicherung in allen Vorsorgearten zu erzielen, hat man unterschiedlich hohe Aufwendungen für seine Rente. Denn es ist schon ein großer Unterschied, ob ich von dem im Angebot errechneten Betrag noch Steuern und ggf. Krankenversicherung bezahlen muss oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Erst dann kann man sagen welche Schicht, welche Art der Altersvorsorge optimal ist. Auch Kombinationen können in betracht kommen.

Seit 1.1.2005 gilt das Alterseinkünftegesetz,

  • Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente)
  • Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente
  • Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. –Kapitallebensversicherungen, Investmentfonds
Kommentar von betroffen ,

Bei dieser Gelegenheit...

Hi Niklaus. Hast du mittlerweile auf die zugeschickten Unterlagen bezüglich der hier im Forum diskutierten PRV (Garantiezins) geschaut?

Du wolltest dich kurz nach Neujahr melden und was dazu sagen! Gruß b

Kommentar von Niklaus ,

Ich mach das noch.

Antwort
von dessau51,

Hallo in die Runde, ich bin neu hier . Allerdings verfolge ich seit längerer Zeit die hier gestellten sehr interessanten Fragen und die Anworten. Ich bin seit 20 Jahren selbständig in der Finanzdienstleistung tätig. Als unabhängiger Berater arbeite ich sowohl auf Honorar als auch auf Provisionsbasis. Damit genug. Aber nun zum eigentlichen Thema . Ich persönlich würde jedem auf der anderen Seite des Tisches ,also demjenigen der sich ernsthaft mit eigener Altervorsorge beschäftigt, entsprechendes Studium von Fachliteratur empfehlen. Ich freue mich immer wenn ich in meinen Beratungsgesprächen über solche Mandanten die in Grundzügen wissen worum es geht . Das hilft ungemein um im gemeinsamen Gespräch so manchen Nebel oder Falschinformation über das eine oder andere Anlageprodukt zu beseitigen. Gute Berater findet man ganz leicht. einfach mal rumhören unter Freunden , hingehen oder Berater kommen lassen, eigene Vorstellungen formulieren,anhören was er zu sagen hat (und wie er bezahlt wird ), schauen ob die Produkte(dehalb gewisses Grundwissen) in den eigenen Lebensplan passen (Single, Familie, Fristen etc.) Wer Lust hat kann sich kostenlos ein paar Tipps von mir runterladen. Keine Angst. Keine Produkte. Vielleicht kann ja der ein oder andere etwas damit anfagen. Viel Spaß dabei. Ach fast vergessen: www.rausausdervorsorgefalle.de

P.S. Wenn Interesse vorhanden, kann ich hier gern mal eine der 94 Millionen Lebens oder Renterversicherungen finanztechnisch (Zahlen, Daten, Fakten) analysieren um aufzuzeigen was das für Giftpapiere sind.

Antwort
von spiridon,

Ich empfehle sehr, selbst Grundwissen über mögliche Formen der Altersvorsorge und Anlagemöglichkeiten zu erwerben. Dies spricht nicht dagegen, anschliessend noch - je nach Umständen, Kenntnissen und Neigungen - ein Verkaufgesprächs mit einem Makler, Banker, Honararberater (je nach Wunsch) zu führen. Und die Gefahr, sich von jemandem der eine schnelle Provision einsacken will etwas aufschwatzen zu lassen wird auch kleiner, je mehr Wissen im Hintergrund vorhanden ist. Sich ein paar Monate Zeit zu nehmen und Ruhe das Thema anzugehen ist kein Problem. Immerhin ist die Investitition in die Altervorsorge beträchtlich, und für ein Auto gehen wir auch nicht mal schnell nach Feierabend zum Händler um die Ecke.

Sparen fürs Alter ist notwendig. Ich verzichte ja auch nicht aufs Auto, weil der Autoverkäufer dem Ahnungslosen das Auto was vom Hof muss ohne Rabatt verkaufen könnte.

Nachtrag: Kapitallebensversicherungen sind wirklich schlecht: Niedrige Rendite, hohe Stornokosten bei Beitragsfreistellung (das ist der Grund für die Verluste). Das ist schon mal ein Filter: Wer mir sowas empfiehlt fliegt raus.

Kommentar von GAFIB ,

DH - m.E. richtiger Ansatz. Selbstverständlich gibt es sinnvolle Möglichkeiten. In vielen Fällen ist ein Riestervertrag ein guter Anfang, vgl. Link. Was passend ist für den Einzelnen, baut zunächst auf einer guten Gesamt-Analyse auf.

http://www.finanzfrage.net/tipp/lohnt-sich-ein-riestervertrag-eher-als-eine-priv...

Kommentar von betroffen ,

DH - In welchen Fällen ist denn ein Riestervertrag ein guter Anfang?

Erzähl doch mal gafib!

Antwort
von Candlejack,

Welche Studie soll das sein und wie begründen sich die 50 MIa pro Jahr ? Das ist eine exorbitante Summe. Einbußen aus Lebensversicherung kann ich mir maximal vorstellen wegen Kündigung des Kunden oder wegen der Anpassung der Überschüsse. Das ist aber weder ein Fehler des Beraters noch der Versicherung.

Ansonsten mache ich das jetzt seit 16 Jahren und baue immer wieder Vertrauen zu Kunden auf, die sich dann ausführlich beraten lassen und eine AV abschließen. Es gibt also noch sinnvolle Vorsorgen und viele Kunden, die einem Berater nach mehreren Beratungen vertrauen. Einen guten zu finden ist so ähnlich wie Metzger, Fleischer, Autowerkstatt... testen, kosten und kennenlernen.

Ich habe mich absolut nicht verabschiedet von dem Thema, weder als Kunde noch als Berater.

Antwort
von gammoncrack,

Ganz schwierige Frage.

Natürlich muss man etwas für die Altersvorsorge tun und es gibt etliche Möglichkeiten. Das geht wohl kaum ohne eine gute Beratung und die muss man auch erst mal finden.

Ich bin zwar mit meinen Lebensversicherungen gut gefahren, aber das waren eben auch anderen Zeiten, mit einem Garantiezins von 3,5% und einer Laufzeit von 25 Jahren. Bei dem heutigen Garantiezins würde ich das wohl nicht mehr machen. Aber auch hier sind die Auffassungen unterschiedlich.

Wenn ich mich heute entscheiden müsste, hätte ich ein großes Fragezeichen über dem Kopf.

Antwort
von barmer,

Sparen ist ja o.k.

Die meisten Verluste entstehen bei abenteuerlichen Anlageformen. Und (konventionelle) Lebensversicherungen sind nur dann ein Verlust, wenn man sie vorher auflöst.

Kommentar von Rat2010 ,

Nett von dir! Irgendwer mss die Schulden ja bezahlen.

http://www.youtube.com/watch?v=X0Bg96bBlLU

Kommentar von spiridon ,

Wenn man heute eine Lebensversicherung abschliesst, ist vor allem erstmal garantiert dass die NETTOverzinsung unter der Inflationsrate bleibt. Die ist nämlich viel niedriger als die von der Versicherung angegebene Verzinsung, die sich nur auf den Sparanteil bezieht. Von den irrealen Zinsprognosen mal abgesehen.

Das der nominelle Verlust nur auftritt, wenn man die Versicherung nicht durchält ist klar. Nur passiert das nun mal gar nicht so wenigen: Arbeitslosigkeit, Scheidung, Oma ins Pflegeheim... Und merke: Wir reden nur von Beitragstillegung, nicht von Rückkauf! Wer seine Beiträge aussetzt, ist schon beim Minus dabei.

Was verstehst Du unter einer abenteuerlichen Anlageform?

Kommentar von barmer ,

alles richtig.

Nur was ist die Alternative ?

Die LV-Zinsen sind niedrig, weil die Zinsen anderer Anlageformen niedrig sind.

Bei Aktien, Immobilienfonds, der Mehrzahl von Fonds reden wir nicht über Renditen unterhalb der Inflation, sondern von viel höheren Risiken bis zum Totalverlust. Und auch da kommt die Arbeitslosogkeit etc. zum falschen Zeitpunkt.

Ich befürworte nicht die LV als Allheilmittel, vor allem nicht als einzige Anlage. Man muss streuen. Und vor allem misstrauisch sein, wenn die Versprechen zu verlockend sind.

Kommentar von spiridon ,

Bei Immobilienfonds besteht tatsaechlich ein strukturelles Risiko (da die Fonds liquider sind als die Immobilien selbst und weil man als Anleger den Wert der Immobilien nicht einschaetzen kann). Wenn man sich dafuer entscheidet, dann nur zu einem kleinen Teil des Portfolios.

Natuerlich kann eine Aktie bis auf 0 fallen. Wenn man alles Geld in nur eine Aktie setzt, geht man ein grosses Risiko ein. Deshalb sollte man breit streuen - nicht nur eine Asset-Klasse, sondern Aktien, Renten, Edelmetalle usw. Und nicht nur eine Aktie sondern viele global gestreut. Geht ein Unternehmen Konkurs faellt das dann nicht so ins Gewicht. Natuerlich schwanken die Werte, weshalb der Anlagehorizont entsprechend lang sein muss. Wer dies im Rahmen eines Riester-Fondssparplan tut, erhaelt darueber hinaus die eingezahlten Beitraege zum Ende der Laufzeit garantiert (der Preis ist, dass im schlimmsten Fall zu einem unguenstigen Zeitpunkt von volatilen in nicht volatile Anlagen umgeschichtet werden kann). Wie viel eine solche Garantie wert ist, ist wie bei der Lebensversicherung wegen der Inflation unklar. Aber wer eher skeptisch gegenueber Aktien ist, tut gut sich fuer sowas mit Garantie zu entscheiden und eher einen kleineren Aktienanteil zu fahren als ansonsten aus Angst alle Fonds am Tiefpunkt zu verkaufen.

Gedankenbeispiel: Man stelle sich vor, man haette in den 20er Jahren einen ETF-Sparplan auf den Dow Jones Index haben koennen. Der Verlauf waere dann durch die grosse Wirtschaftskrise und den zweiten Weltkrieg der gewesen:

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dow_Jones_Industrial_Average.png

Und der Index ist ohne Dividenden, da kommt also noch ein Prozentsatz oben drauf. Natuerlich nich prickelnd vor dem schwarzen Freitag, aber auch nicht so dramatisch wie man meinen koennte.

Was die Flexibilitaet betrifft: Es stimmt, dass man auch Aktien, Rentenpapiere nicht zu jedem beliebigen Zeitpunkt verkaufen kann wenn man keinen Verlust machen will. Der Unterschied zur Lebensversicherung ist aber: Ich kann die monatlichen Beitraege die ich einzahle aussetzen ohne Verlust zu realisieren - was bei der Lebensversicherung nicht der Fall ist!

Und worin investiert die klassiche Lebensversicherung? Hauptsaechlich Rentenpapiere: Staatsanleihen, Bankanleihen, Unternehmensanleihen, ein paar Immobilien und ein ganz kleiner Anteil Aktien... Kommt es so schlimm, dass all die Fonds im Depot wertlos werden, sind die Versicherer auch pleite.

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