Frage von mary31,

lohnt sich es den Mindestbeitag als Selbständiger zu zahlen

Hallo, mein Mann wird dieses Jahr 55 Jahre alt.Seit 1998 zahlt er den Mindestbeitrag in die Rv ein,da er selbständig ist.Vorher hat er ca.23 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt.Lohnt sich es jetzt noch 12 Jahre weiter einzuzahlen oder sollte er lieber die 85 Euro anderweitig anlegen.Was würden ihm denn die 12 Jahre noch bringen?Verliert er den Anspruch auf Rente?Danke für die Antworten!

Antwort
von Ohligschlaeger, Business,

Hallo mary31,

den Anspruch auf Altersrente verliert er glücklicherweise nicht. Allerdings kann es sein, dass er den Anspruch auf vorzeitige Rentenzahlung als langjährig Versicherter verliert. Hier kann er den Anspruch aufrecht erhalten, wenn er auf insgesamt 45 Jahre Pflichtbeiträge kommt. Wie das bei freiwilliger Zahlung allerdings ist, weiß ich nicht. Das wäre direkt in einem Gespräch mit der Deutschen Rentenversicherung (am Besten vor Ort beraten lassen) zu klären. Mit 85€ Monatsbeitrag baut er auch keine großartigen Ansprüche auf. Ca. 0,2 Entgeltpunkte pro Jahr. Das entspricht bei zehn Jahren zwei Entgeltpunkten und somit einer lebenslangen Rente von ca. 60€. Würde er das Kapital privat sparen ergäbe sich ca. ein Kapital von 12.000€. Wenn er sich das für 14 Jahre auszahlen lässt und er durchschnittlich 4% Rendite bekommt, dann entspricht das einer Monatsrente von 96€. Sooo groß ist der Unterschied also nicht. Die gesetzliche Rente würde es sogar lebenslang geben. Dafür kann man beim privaten Kapital einen Teil vererben.

Beste Grüße

Sebastian Ohligschläger (unabhängiger Finanz- und Versicherungsmakler aus Hamburg)

Kommentar von mary31 ,

Ja vielen Dank!

Antwort
von jsch1964,

Ich will mal hoffen, dass Dein Mann neben dem Mindestbeitrag auch noch eine andere Altersvorsorge betrieben hat. Ansonsten sieht es rentenmäßig ziemlich düster aus.

Wenn ihm jetzt mit 55 einfällt, dass man doch noch irgendwie anders hätte vorsorgen können, ist das fast schon zu spät - insbesondere mit einem Mini-Monatsbeitrag von 85 Euro. Was soll denn damit zusätzlich an Rente herauskommen?

Aber jetzt zu Deinen Fragen. A) Nein, er verliert seinen Rentenanspruch nicht. B) Jede andere Anlage bringt mehr in 12 Jahren, als wenn er in die RV einzahlt. Wenn er jetzt noch eine last-minute-Altersvorsorge starten will, dann muss er allerdings deutlich mehr an monatlichen Raten einplanen, als die 85 Euro.

Kommentar von mary31 ,

Ja danke Dir.Ja das hinten und vorne nicht reicht wissen wir.Er hat noch eine kleine LV.Aber er hat leider ein nicht so grosses Einkommen als Selbständiger,deswegen fiel da nicht so viel ab.Ok müssen wir mal sehen ,welche Alternativen es gibt.

Antwort
von barmer,

Hallo,

in dem Alter ist eine weitere Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung in der Regel empfehlenswerter.

Es werden nämlich bei den Berechnungen gerne zwei Dinge vergessen:

in den Berechnungen der Lebensversicherer und auch der Banken etc. ist bereits eine Verzinsung eingerechnet, die gesetzliche Rentenversicherung hingegen rechnet nur in heutigen Zahlen.

aus der gesetzlichen Rente erhält man im Rentenfall noch einen Zuschuss zur Krankenversicherung. (Allerdings kommt es sehr darauf an, wie man krankenversichert ist, ob aus diesem Vorteil nicht ein Nachteil wird.)

Vor allem erhält er sich mit der weiteren Beitragszahlung Ansprüche auf Erwerbsminderungsrente. Aber auch da kommt es die Details an. Unbedingt von der RV beraten lassen !

Viel Glück

Barmer

Antwort
von Lissa,

Er würde seinen Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente verlieren, wenn er nicht mehr zahlen würde.

Dieser besteht normalerweise nur, wenn man in den letzten 5 Jahren vor dem Versicherungsfall 3 Jahre mit Pflichtbeitragszeiten hart.

Nur diejenigen, die vor 1984 5 Beitragsjahre hatten und danach jeden Monat bis zum Vorjahr des Versicherungsfalls mit rentenrechtlich wirksamen Zeiten- dazu zählen auch die freiwilligen Beiträge- belegt haben, haben diesen Anspruch auch.

Wenn er nicht mehr zahlt, verliert er den Versicherungsschutz nach einem Jahr.

Er könnte die Rentenhöhe steigern, wenn er höhere Beiträge zahlen würde.

Ihr könnt euch ja mal von privaten Versicherern berechnen lassen, ob er da überhaupt noch einen entsprechenden Schutz bekommen könnte und wie hoch dieser wäre.

Antwort
von Rentenfrau,

Dein erfüllt von seinen Versicherungszeiten die Sonderregelung für die Erhaltung des Schutzes der Erwerbsminderungsrente: er hat vor dem 1.1.1984 bereits die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt und zahlt seitdem 1.1.84 lückenlos Beiträge, die sollte er auch weiterzahlen, denn er kann so mit freiwilligen Beiträgen den Rentenschutz wegen Erwerbsminderung afurechterhalten. Er sollte die Beiträge mindestens bis zum 63. Lebensjahr zahlen.

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