Frage von 100prozent, 1

Lohnt sich ein Riester-Darlehen immer, wenn Zinssatz niedriger als Darlehen ohne Förderung?

Lohnt es sich immer ein Riester-Darlehen aufzunehmen, wenn der Zinssatz niedriger ist, als für ein Darlehen ohne Förderung? Gibt es sonstige Nachteile oder Dinge die zu beachten sind?

Antwort
von Interhyp, Business Partner, 1

• Hallo 100prozent,

diese Frage kann man nicht pauschal beantworten, da es dabei immer auf Deine persönliche Situation und auch auf die Wünsche, die Du an eine Baufinanzierung stellst, ankommt.

Letztendlich ist es ratsam sich beide Optionen einmal von einem unabhängigen Berater durch kalkulieren zu lassen, dann siehst Du ja selbst welche Variante die für Dich attraktivere ist.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinem Vorhaben und hoffe, Ich konnte Dir die richtigen Denkanstöße geben.

Viele Grüße

Annette, Interhyp AG

Antwort
von Niklaus,

Das kann man sie nicht sagen. da müsste man deine finanziellen Möglichkeiten und alles andere genau analysieren. Was wichtig zu wissen ist, das auch ein Wohnriester-Darlehen ab Renteneintritt besteuert wird.

Bei dem Wunsch bauen zu wollen, empfiehlt sich wirklich Wohnriester (geförderter Bausparvertrag mit Recht auf gefördertes Bauspardarlehen). Denn hier gehen später auch die Zulagen direkt in die Tilgung ein. Man hat also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zulagen und schneller Tilgung. Am besten bei einer Baussparkasse, bei der dies als Sondertilgung funktioniert. Um die volle Zulage von 154 EUR p.a. zu erhalten, muss man 4 % Gesamtbeitrag p.a. vom letztjährigen Jahresbruttogehalt zahlen.

Achtung: Ein Wohnriestervertrag kann nur ein Baustein der Gesamtfinanzierung sein, weil nämlich die Darlehenssumme nicht ausreichend ist.

Besteuerung im Rentenalter

Die Bausparkasse muss ein (fiktives) Wohnförderkonto erstellen, auf dem die geförderten Eigenleistungen und Förderbeträge gebucht werden (zurzeit max. also 2.100,- EUR p. a.) und mit 2% p.a. verzinst werden.

Damit baut sich über die Dauer des Wohn - Riestervertrags ein (fiktiver) finanzieller Vorteil für den Immobilienbesitzer auf. Auf diesen Vorteil hat der Immobilienbesitzer Steuern zu entrichten und zwar wird dieser fiktive Vorteil im Jahr der Einlösung (i. d. Regel Renteneintritt wegen Alters) dem zu versteuerndem Einkommen hinzu gerechnet und mit dem (Erste Abweichung zur Kapitalsteuer / Abgeltungssteuer) persönlichen Steuersatz versteuert.

Hierbei hat der Steuerschuldner nochmals eine Wahlmöglichkeit:

  1. Sofortige Zahlung der Steuerschuld. Dann wird das zu versteuernde Einkommen um 30% reduziert und nur daraus eine Steuerschuld errechnet (kann sich u. U. auf den Steuersatz auswirken).

  2. Das Einkommen wird vom Jahr der Fälligkeit bis zum 85. Lebensjahr zu gleichen Teilen dem jeweiligen Jahreseinkommen zugerechnet.

Beispiel A: Alter 65 Jahre, Steuerlast (fiktiv) 60.000,- EUR zu versteuerndes Einkommen. Bis zum 85 Lj. = 20 Jahre = 3.000,- EUR jährlich sind dem Einkommen hinzu zu rechnen.

Beispiel B: Alter 67 Jahre, Steuerlast (fiktiv) 60.000,- ? zu versteuerndes Einkommen. Bis zum 85 Lj. = 18 Jahre = 3.333,34 EUR jährlich sind dem Einkommen hinzu zu rechnen.

Beispiel C: Alter 60 Jahre, Steuerlast (fiktiv) 60.000,- zu versteuerndes Einkommen. Kunde will Einmalzahlung 60.000 EUR - 30% = 42.000,- EUR werden in diesem Jahr dem Einkommen hinzu gerechnet und mit dem persönlichen Steuersatz versteuert.

Antwort
von NasiGoreng, 1

Ob sich ein Darlehen lohnt, ist in erster Linie vom vorgesehenen Verwendungszweck abhängig. Im Vergleich dazu ist der Zinssatz zweitrangig.

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