Frage von Backfee, 12

Lohnt sich der Abschluss einer Lebensversicherung?

Ich wollte mal wissen, ob sich aktuell der Abschluss einer Lebensversicherung lohnt.

Habe mich mit dem Thema kurz beschäftigt, aber überall steht, dass sich der Abschluss nicht lohnt, da die Zinsen momentan sehr niedrig sind.

Was bekommt man nach 30 Jahren einzahlen wenn die Lebensversicherung ausläuft und kein Todesfall eingetreten ist?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Kevin1905, 6
Ich wollte mal wissen, ob sich aktuell der Abschluss einer Lebensversicherung lohnt.

Der Abschluss einer Risikolebensversicherung lohnt sich, wenn man Angheörige hat und diesen im Falle eines Ablebens kein finanzielles Desaster on top zu dem emotionalen hinterlassen möchte.

Eine kapitalbildende Lebensversicherung ist seit 2005 schon nicht mehr interessant für die Altersvorsorge. Geringe Rendite, zu hohe Risikokosten, steuerlich nicht abzugsfähig, keine steuerfreie Auszahlung mehr.

Was bekommt man nach 30 Jahren einzahlen wenn die Lebensversicherung ausläuft und kein Todesfall eingetreten ist?

Zu wenig. Eine Rentenversicherung mit genau den gleichen Beiträgen, Laufzeiten und Geldanlagen wird immer eine höhere Ablaufleistung produzieren, da der Risikokostenanteil geringer ist.

Bei einem Anlagehorizont von 30 Jahren und mehr gibt es keine Alternative zu fondsgebundenen Produkten.

Antwort
von wfwbinder, 1

Die Kapitallebensversicherung ist wirklich im Nachteil gegenüber einer Produktkombination.

Gehe mal zu einem Finanzmakler, der beides und neutral anbieten kann.

Da bekommst eine richtig gute Geldanlage mit weitaus besserer Rendite udn für die Absicherung der Familie nimmst Du eine Risikolebensversicherung.

Antwort
von Primus, 6

Momentan sollte man keine neuen Lebensversicherungen abschließen.

Im schlimmsten Fall kann es Jahrzehnte dauern, bis der Vertrag überhaupt den Wert der eingezahlten Beiträge erreicht hat.

Der Neuabschluss einer Kapitallebensversicherung ist nicht mehr attraktiv

Kommentar von Backfee ,

Was wäre denn eine gute bzw. "sichere" Alternative?

Kommentar von Primus ,

Zum Beispiel sein Geld monatlich in eine Palette von mehreren Fonds einzahlen. Die Mischung sollte einen hohen Anteil von Aktienfonds umfassen, um einen Renditevorteil gegenüber der Versicherung zu haben.

Aber das ist ein Thema für unserer Finanzberater, die Dir bestimmt gerne Tipps geben werden ;-))

Antwort
von Sobeyda, 1

Die Zinsen sind überall sehr niedrig, das ist kein stichhaltiges Argument gegen eine Kapitalbildende Lebensversicherung, weil die Zinsen woanders auch nicht höher sind. Das Prolem bei der LV sind die Abschlusskosten, die zu Beginn des Vertrages fällig werden auch für Beiträge, die vielleicht nie gezahlt werden (weil man z. B. vorher kündigt).

Die Frage ist, wofür brauchst Du die LV? Geht es um die Absicherung von Hinterbliebenen, dann reicht die deutlich günstigere Risikolebensversicherung.

Oder geht es um den Aufbau von Vermögen z. B. als Altersvorsorge? Da wäre möglicherweise aus steuerlichen Gründen eine Riester- oder Rürup-Rente sinnvoll. Oder, gerade wenn Du noch jünger bist, bieten sich auch Fonds an. Dazu ist ja schon einiges geschrieben worden, das muss ich nicht alles wiederholen.

Am besten lässt Du Dich von einem unabhängigen Berater beraten.

Antwort
von Niklaus, 2

Gegenfrage. Wenn willst du absichern. dich oder irgendwelche anderen Personen. Deshalb die Frage welche Art Lebensversicherung.

Kapitallebensversicherung oder Risikolebensversicherung.

  • Kapitallebensversicherungen einen Höchstrechnungszins (Garantiezins) von 1,75 % p.a. auf. Wie hoch die Überschüsse bei der aktuellen Zinslage werden, weißt du nicht. Ergo als Kapitalanlage und/oder Altersvorsorge nicht geeignet.
  • Risikolebensversicherung schließt man ab um jemanden abzusichern, falls man stirbt. Hier gibt es gute preiswerte Lösungen.
  1. Solltest du eine Kapitalanlage suchen, so ist ein Investmentfondssparplan gut geeignet.
  2. Solltest du etwas für deine Altersvorsorge machen wollen, muss deine Frage anders lauten.

Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten: „Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? Die Altersvorsorge ist seit 2005 in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente). Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc. Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede Form der Altersversorgung hat unterschiedlich hohe Aufwendungen zum Ansparen einer gleichen Nettorente. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man von der ausgezahlten Rente noch Steuern und ggf. Krankenversicherung zahlen muss oder nicht.

Antwort
von qtbasket, 2

Du kannst es dir ziemlich einfach ausrechnen: bei einer Lebensversicherung werden nur durchschnittlich 70% deiner Beiträge am Kapitalmarkt für dich angelegt. Für diese wird dir der Garantiezins angeboten, eine Überschussbeteiligung ist möglich zurzeit natürlich wenig wahrscheinlich. Auch wenn sich während der langen Laufzeit das Zinsniveau wieder ändern sollte, insgesamt ist die Renditeprognose schlecht. Und die anderen 30% deiner Beiträge benutzt der Versicherer für die Risikoabsicherung (das ist der Versicherungsteil) und seine Vertriebskosten.

Insgesamt ist also klüger, das Risiko mit einer Risikolebensversicherung abzusichern und zur Kapitalbildung selbst, beispielsweise mit einem Fondssparplan, aktiv zu werden.

Die Kapitallebensversicherung als Kombination rechnet sich eigentlich nicht mehr.

Antwort
von billy, 3

Der Abschluss einer Kapitallebensversicherung lohnt sich zur Zeit nur für den Versicherer, für den Kunden eher nicht. Es gibt bessere Alternativen für das Alter vorzusorgen. Wenn es darum geht die Familie oder ein Darlehen gegen Todesfall abzusichern genügt auch eine Risikolebensversicherung. " Was bekommt man nach 30 Jahren einzahlen wenn die Lebensversicherung ausläuft und kein Todesfall eingetreten ist? " ganz einfach die Ablaufleistung. Wie hoch die ausfallen wird ist heute niemand in der Lage zu beziffern. Die Versicherer prognostizieren die Ablaufleistungen leider durchweg zu optimistisch.

Antwort
von althaus, 4

Du erhälst wahrscheinlich Dein Geld Plus eine Rendite zwischen 2,5% und 3% zurück. Tendenz im Moment eher fallend. Genau kann das keiner sagen, da wir auch nicht wissen wo die Zinsen der Zukunft stehen werden.

Kommentar von althaus ,

Wer heute 100 Euro/Monat spart kann in etwa mit 50.000 € Auszahlung in 30 Jahren rechnen. Grob geschätzt.

Antwort
von Privatier59, 4
Was bekommt man nach 30 Jahren einzahlen wenn die Lebensversicherung ausläuft und kein Todesfall eingetreten ist?

Das weiß kein Mensch, nicht mal die Versicherung selber. Vor 30 Jahren hatten die Lebensversicherer ihren Kunden Renditen von 6 bis 7% p.a. vorgerechnet. Wenn das damaligen Zinsniveau gleich geblieben wäre, hätte das hinkommen können. Leider ist es das nicht und da Versicherer nur den niedrigen Garantiezins einhalten müssen, sind die Kunden die Leidtragenden gewesen. Für die nächsten 30 Jahre sieht es, was die Prognosewahrscheinlichkeit betrifft, nicht besser aus.

Kommentar von GAFIB ,

Stimmt, das weiß niemand. Aus den vor 20+ Jahren versprochenen Renditen sind leider in den letzten Jahren auch nur noch bestenfalls ca. 4% Rendite herausgekommen, trotz des noch recht hohen Zinsniveaus in den ersten zwei Dritteln der Laufzeit.

Ich wäre deshalb wirklich vorsichtig, das könnte künftig leicht ein "Nullsummenspiel" werden...

Es gibt bessere Altersvorsorgeinstrumente.

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