Frage von toto29, 121

Lohnt es sich eine Steuererklärung abzugeben?

Hallo Finanzprofis,

habe die letzten Jahre keine Steuererklärung abgegeben. Bis Herbst 2010 habe ich in den Niederlanden gearbeitet. Danach in Deutschland als Zeitarbeiter. Da ich in Privatinsolvenz war, sah ich keinen Anlass eine Steuererklärung ebzugeben. Einkünfte lagen bei ca. 1100 € netto im Monat.

Keine Kirchensteuer, Entfernung zur Arbeit 2,5 km. Keine sonstigen Werbungskosten, keine sonstigen Besonderheiten (kein Eigentum, keine Reichtümer)

Seit 2014 sieht die Sache anders aus. Mehr Einkommen (1500 netto) und Entfernung 17km zur Arbeit. Keine Insolvenz mehr.

So nun die Fragen: Lohnen sich die Steuererklärungen ab 2011 bis 2013? Lohnt sich eine Steuererklärung 2014?

Danke für Eure Hilfe Toto

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo toto29,

Schau mal bitte hier:
Steuererklärung Geld

Antwort
von wfwbinder, 101

Die Insolvenz hat keinen Einfluss auf die Höhe der Steuer.

in den Jahren 2011-2013 wären die Werbungskosten, wenn wirklich nur die Entfernugnspauschale anfällt nicht höher als der Arbeitnehmerfreibetrag. Also daraus keine Erstattung zu erwarten.

in 2014 liegt die Entfernungspauschale mit 1.173,- über dem Arbeitnehmerfreibetrag. Wenn da noch Reinigung und Neukauf von Berufskleidung zu kommt, dann bringt das was. ggf. Noch Bankgebühren für das Gehaltskonto und was sich sonst noch an Kleinkram anfinden könnte.

Kommentar von toto29 ,

Danke, das dachte ich mir auch so.

Stimmt übrigens, Insolvenz hat keinen Einfluss auf die Höhe der Steuer, aber eine Rückzahlung ginge nunmal an den Insolvenzverwalter... ergo für nüsse... ;-)

Kommentar von Primus ,
... ergo für nüsse... ;-)

Nein, eher zum Schuldenabbau.

Kommentar von EnnoBecker ,

Erklärungspflicht besteht aber für 2010, siehe meine Ausführungen.

Antwort
von EnnoBecker, 74

Man kann nur aus dem was machen, was man hat. Fehlende Informationen muss man dann durch Annahmen ersetzen:

Nettolöhne taugen nicht, da sie nicht díe Bemessungsgrundlage für die Steuern darstellen. Ohne groß rumzurechnen, gehen wir für 2010 also mal von 1.500 brutto aus.

"Herbst" ist auch keine so besonders aussagekräftige Größe, nehmen wir hier also ab Oktober 2010 die Tätigkeit in Deutschland an.

Sodann fehlt die Angabe, ob in der Zeit bis September 2010 ein Wohnsitz in Deutschland bestand. Annahme: nein.

Und dann, ob ein Wohnsitz ab Oktober 2010 in Deutschland bestand. Nehmen wir JA an.

Dann fehlt auch noch die Angabe über die Höhe des Bruttolohnes in den Niederlanden. Gehen wir davon aus, dass diese ebenfalls bei 1.500,00 Euro lagen.

Außerdem gehen wir noch davon aus, dass Werbungskosten (in NL) nicht anzusetzen sind und es damit bei dem WK-Pauschbetrag von 1.000 Euro bleibt.


Jetzt haben wir alles beisammen:

Situation 2010:
Hier ist nicht die Frage, ob es sich "lohnt". Lohnen tut es sich immer, für dich oder für das Finanzamt oder für den Steuerberater, das ist lediglich eine Frage der Betrachtung.

2010 hast du in Deutschland einen Bruttolohn von 4.500 gehabt. Das allein führt nicht zu einer Erklärungsverpflichtung. Da aber in diesem Jahr die Zuzugsbesteuerung greift und damit die niederländischen Einkünfte dem Progressionsvorbehalt unterliegen, und diese Einkünfte mit 13.500 (Bruttolohn) deutlich über 410,00 Euro liegen, bist du für 2010 zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet, § 46 (1) Nr. 1 2. Halbsatz EStG.

Es ergibt sich folgende Rechnung:

DE- Einkünfte: 4.500- 1.000 WKP = 3.500
davon ab: Sonderausgaben, agB usw: Geschätzt 1.000,00 Euro, macht 2.500

NL-Einkünfte: 13.500, kein- WK-P, da bereits verbraucht, siehe § 32b (2) Nr. 1 EStG, bleiben 13.500, macht zusammen 16.000,00.

Steuer daraus sind 1.680 Euro bzw. 10,5%

10,5% auf 2.500 ergibt eine Steuer von 262 Euro.


Wie du siehst, "lohnt" es sich, allerdings fürs Finanzamt.

Ab dem Jahr 2011 sieht das anders aus, weil die Zuzugsbesteuerung nicht mehr reinschlägt. Da besteht keine Erklärungspflicht.

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