Frage von Hoffnungsloss, 16

Lohnsteuerklasse 3obwohl man nicht mehr zusammen ist?

Hallo zusammen,

ich bin nun schon seit etwa 5 Jahren mit einer Frau aus einem "nicht-EU" Land verheiratet. Nach nur 2 jahren haben wir uns einvernehmlich getrennt und haben/hatten zwischenzeitlich auch neue Partner (aber nicht mit denen einen Haushalt geführt). Sie studiert derzeit etwa 400km weit weg und hat dort ihren "Zweitwohnsitz" und ist bei mir noch gemeldet. Der Hintergrund warum wir nun so lange getrennt sind, aber nicht geschieden ist, dass ich damals nicht loslassen konnte und gehofft habe wir würden wieder zusammenfinden. Nun bin ich mir aber sicher, dass das nichts mehr wird, da ich mir meiner jetzigen Partnerin sicher binund mich scheiden lassen will um sie zu heiraten.

Nun zum steuerlichen: Die ganze Zeit hatte ich Steuerklasse 3 behalten. Sie hatte ein Kleingewerbe und auf Messen gejobbt. Ihre einnahmen habe ich natürlich bei der Steuererklärung angegeben. Nun wo ich die (längst überfällige) Scheidung in Angriff nehmen will mache ich mir Gedanken ob ich evtl. für die letzten 3 Jahre auf Steuerklasse 1 gestuft werde und eine saftige Nachzahlung bekomme. Ist es also bei der Steuerklasse relevant ob man verheiratet oder ob man auch noch wirklich zusammen IST?

Antwort
von Gaenseliesel, 16

Hallo,

ja klar !

Trennt sich ein Ehepaar im Laufe eines Kalenderjahres, bleibt die gewählte Steuerklassenkombination noch bis zum 31.12. des Jahres erhalten.

Erst ab dem 1. Januar des Folgejahres werden beide Ehepartner steuerrechtlich so behandelt, als wären sie Singles. Dies hieße dann ganz konkret, dass sie in die Steuerklasse 1 eingeordnet werden.

Empfehlung, Steuerberater ! K.

Kommentar von Hoffnungsloss ,

Danke für die Antwort :-) Nun ist es aber schon recht schwierig bei uns zu beurteilen seit wann wir jetzt tastächlich getrennt sind, weil 100% sicher waren wir die meiste Zeit nicht. Wie setzt das Finanzamt fest ab wann wir tatsächlich getrennt sind? Oder wird dann von uns entschieden ab wann wir wirklich getrennt sind? Dann könnten wir ja theoretisch ab Anfang des Jahres als getrennt bezeichnen und Anfang nächstes jahr scheiden lassen ohne große steuerliche Nachzahlungen. Oder laufen wir da Gefahr vom Finanzamt Betrug vorgeworfen zu bekommen?

Kommentar von vulkanismus ,

Du bringst da zwei Sachen durcheinander.

Gegenüber dem Finanzamt haben Deine/Euere Gefühle keine Bedeutung. Da geht es um Tatsachen.

Ihr habt. ja offensichtlich schon in den Steuererklärungen falsche/unvollständige Angaben gemacht. Du kannst froh sein, wenn sie Euch da nicht draufkommen.

Die andere Sache ich das mit dem Trennungsjahr und die Streiterei der Rechtsanwälte.

Kommentar von Gaenseliesel ,
Dann könnten wir ja theoretisch ab Anfang des Jahres als getrennt bezeichnen und Anfang nächstes jahr scheiden lassen ohne große steuerliche Nachzahlungen.

Steuerberater !!! K.

Antwort
von EnnoBecker, 13

Nun interessiert die Lohnsteuerklasse ja nicht wirklich jemanden.

Viel wichtiger sind die Antworten auf diese Frage:

  • Hast du mit deiner ungeschiedenen Frau, von der du jedoch dauernd getrennt lebst, eine Zusammenveranlaagung beantragt?

Wohl ja:

Ihre einnahmen habe ich natürlich bei der Steuererklärung angegeben
  • Was hast du im Mantelbogen über den Status eurer Ehe mitgeteilt?

Mir ist unklar, dass das Finanzamt da nicht nachhalt, das fällt doch auf, wenn die Frau woanders wohnt. Oder stand das nicht in der Einkommensteuererklärung?

ob ich evtl. für die letzten 3 Jahre auf Steuerklasse 1 gestuft werde

Das kann nicht passieren, da diese Jahre vergangen sind und du demzufolge da keinen Arbeitslohn, von dem ein Lohnsteuerabzug erfolgen kann, bekommen kannst. Falls das anders ist, würde ich dir gern deine Zeitmaschine abkaufen.

und eine saftige Nachzahlung bekomme

Wenn, dann bekommst du die nicht, sondern musst sie zahlen.

Nämlich falls euch eine Zusammenveranlagung nicht zustand. Ob das der Fall ist, hängt auch von eurer Argumentation ab:

dass ich damals nicht loslassen konnte und gehofft habe wir würden wieder zusammenfinden.
Kommentar von Hoffnungsloss ,

Hast du mit deiner ungeschiedenen Frau, von der du jedoch dauernd getrennt lebst, eine Zusammenveranlaagung beantragt?>

Also wir hatten von Beginn der Ehe bis heute eine Zusammenveranlagung.

Ist denn die Argumentation, dass man hoffte wieder zusammenzufinden zulässlich oder ist das für das Finanzamt kein Grund für eine Zusammenveranlagung?

Kommentar von EnnoBecker ,

Das kann man nicht vorhersagen. Dauerndes Getrenntsein ist ein innerer Tatbestand - wer soll da sagen können, wie genau der Sachbearbeiter in deinem zuständigen Finanzamt die Lage beurteilt?

Man kann nur viel falsch machen. Oder wenig.

Kommentar von Hoffnungsloss ,

Sorry für die dumme Frage, aber was ist INNERER TATBESTAND gemeint?

Und nach welchen Richtlinien entscheidet das Finanzamt, ab wann wir "getrennt" sind? So wirklich können wir das selbst nicht einmal beurteilen.

Übrigens vielen dank für die Antworten

Kommentar von Gaenseliesel ,

also wenn EnnoB. einer vom Fach, dir den inneren Tatbestand, die Auslegung des Bearbeiters deines FA nicht vorhersagen kann, wer soll es hier dann wissen ?

Deine Frage ist zu individuell. Nochmals meine Empfehlung, Steuerberater ! K.

Kommentar von vulkanismus ,

Der Bearbeiter legt nicht aus - er wertet Tatsachen - ggf. ermittelt er sie.

Daran ändert auch kein Steuerberater etwas.

Kommentar von gammoncrack ,

Wenn Enno das nicht kann, warum kann das dann ein Steuerberater?

Kommentar von EnnoBecker ,
was ist INNERER TATBESTAND gemeint?

Das hat Brande nebenan erklärt:

"Im Allgemeinen muss der Finanzbeamte die Erklärung der Eheleute, Sie lebten nicht dauernd getrennt, anerkennen. Dies gilt allerdings nicht, wenn die äußeren Umstände das Bestehen einer ehelichen Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft fraglich erscheinen lassen (H 174 EStR). "

http://f3.webmart.de/f.cfm?id=1021138&r=threadview&t=4039022&pg=1

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten