Frage von Hans0815, 898

Lohnsteuerhilfeverein - auch schlechte Erfahrungen gemacht?

Der komplette Termin war in knapp 30 min erledigt, woraus ich ersteinmal gelernt habe, dass ich (steuerlich betrachtet) ein sehr einfacher Fall bin. Die Beratung hätte ich gar nicht wirklich gebraucht. Wie ich mittlerweile weiß, tut es in meinem Fall auch eine Software für 20,- Euro. Der Berater wußte das vielleicht vorher schon...

Mir scheint auch, dass der Verein - entgegen der Werbung - handfeste wirtschaftliche Interessen verfolgt. Warum macht er sonst so viel Werbung? Als grobe Faustregel gilt, dass der Mitgliedsbeitrag zu 25% an den Verein und zu 75% an den Beratungsstellen-Leiter fließt.

Und dann gibts ja noch die mehr oder weniger sinnvolle Kündigungsfrist von 3 Monaten...

Bin ich nur an den falschen Berater geraten oder habt Ihr ähnliche Erfahrungen mit dem Lohnsteuerhilfeverein gemacht?

Antwort
von SBerater, 898

deine Argumentation kann ich nicht nachvollziehen. Der Verein hilft einem bei der Steuererklärung. Und darauf hast du dich eingelassen.

Wenn du zum Kfz-Mechaniker gehst und der dir nur die Wischerblätter wechselt und dann noch Beratungskosten abnimmt, beklagst du dich auch dann - wenn du 2 linke Hände hast?

Du hast bei der Steuer mehrere Möglichkeiten:

  • Steuerberater
  • LoHi
  • selbst machen

Auch wenn man es selbst machen kann, kann es zu Fehlern führen. Und dann sind Lohi oder Steuerberater immer noch die bessere Alternative.

Ich käme auch bei der leichtesten Steuererklärung nicht auf die Idee, sie selbst zu machen. Für mich ist und war das Geld immer gut angelegt.

Im übrigen kann ich nicht nachvollziehen, dass dein Fall unter schlechte Erfahrung fällt.

Kommentar von Hans0815 ,

Wie ich auch an anderer Stelle sinngemäß schon geschrieben habe: wenn die Wischerblätter wirklich gewechselt werden müssen, bin ich bereit dafür zu zahlen.

Nicht nur, wenn ich zwei linke Hände habe, sondern zum Beispiel auch, weil es bequem ist.

Voraussetzung ist allerdings, dass 1) die Blätter wirklich gewechselt werden müssen und 2) mir nicht vorgegauckelt wird, wie schwierig das Ganze doch ist und wie teuer es eigentlich sein muss und wie glücklich ich mich schätzen kann, jemanden gefunden zu haben, der es für mich macht

Antwort
von robinek, 822

Was bitte erwartest Du Dir in der heutigen Zeit denn noch für 20,--€? Klar wollen oder müssen diese Institutionen von etwas leben. Meistens von Leuten wie Du. Ist oder war das Dein erster Lohnsteuer/Einkommensteuerausgleich? Jedes Lohn-/Personalbüro kann den Mitarbeitern kostenlose Auskunft geben und evtl. nötige Tipps!

Kommentar von Tina34 ,

da werden sich die Lohnbüros bedanken wenn sie für die Mitarbeiter auch noch die steuerliche Beratung übernehmen (ist auch verboten!).

Kommentar von EnnoBecker ,

ist auch verboten!

...was aber die Mitarbeiter meist nicht hindert. Aber ein MA eines Lohnbüros hat da im Normalfall keine Ahnung.

Kommentar von LittleArrow ,

Ja, mancher MA glaubt nach dem Gucken in die Lohnsteuerrichtlinien Steuerexperte zu sein.

Kommentar von LittleArrow ,

Ich meinte "Steuerexperte für das Ausfüllen der Anlage N zu sein."

Kommentar von Hans0815 ,

"Meistens von Leuten wie Du."

Ja? Woher wissen Dir?

Kommentar von EnnoBecker ,

Hans, der Poster ist Wiener. Und spätestens seit gestern (Hello Wien) solltest du wissen, dass man da ein wenig Verständnis aufbringen sollte.

http://www.der-postillon.com/2013/11/polizei-nimmt-500000-vermummte.html

Kommentar von Hans0815 ,

Ja, stimmt, hab ich vergessen. Geschichten aus dem Wiener Wald sind eigentlich recht lustig :-)

Antwort
von EnnoBecker, 738

Mir scheint auch, dass der Verein ....handfeste wirtschaftliche Interessen verfolgt.

Und vorher hast du geglaubt, das ist eine caritative Vereinigung?

Deine Einschätzung mag alles in allem ja richtig sein, aber das sollte nicht zu der Folgerung "schlechte Erfahrung mit Lohi gemacht" führen, sondern zu deiner anderen Folgerung "hätte ich gar nicht wirklich gebraucht".

Man muss den Friseur nicht fragen, ob die Haare geschnitten werden müssen.

Ein Lohi beispielsweise ist per Gesetz dazu verdonnert, eben die ganzen einfachen Fälle abzuwickeln, denn mehr darf er gar nicht. Und ein Steuerberater hat meist genug zu tun und hat gar keine Lust, sich mit Lutscherfällen den ganzen Tag zu versa^^^^^beschäftigen.

Also zieh deine Lehre draus, mach es nächstes Mal selber, und wenn du damit auf die Schnauze fällst, ziehst du eine neue Lehre aus der neuen Situation. Wenn nicht - um so besser.

Das Leben ist nun mal nicht vollkaskoversichert.

Kommentar von Hans0815 ,

Der Verein schreibt über sich selbst:

"... eine Selbsthilfeorganisation von Arbeitnehmern für Arbeitnehmer. ..."

"... In unseren Beratungsstellen nehmen wir uns gerne Zeit für unsere Mitglieder. ... Wir informieren Sie mit kostenlosen Steuertipps und beantworten Ihre Fragen. Das alles für einen geringen jährlichen Mitgliedsbeitrag ..."

"... Weil wir als Lohnsteuerhilfeverein keine Gewinne erwirtschaften, sind unsere Mitgliedsbeiträge niedrig ..."

Doch, genau den Friseur bzw. Fachmann frage ich, was zu tun ist. Dazu ist er da! Was sagst Du denn, wenn Du zum Arzt gehst, und der nimmt Dir ein Bein ab, obwohl es nur Fusspilz war? Ts, ts, ts, ...

Kommentar von EnnoBecker ,

Okay, dann erwirtschaftet der Verein vielleicht keine Gewinne, aber er muss die Leute ernähren, die dort arbeiten.

Kommentar von Hans0815 ,

Weiß ich gar nicht. Muss er das? Ich glaube, die meisten Berater arbeiten dort eher nebenberuflich.

So oder so: kein Problem, wenn jemand für seine Arbeit vernünftiges Geld haben möchte. Das möchte ich ja auch.

Aber ich stelle mich auch nicht hin und behaupte, Geld wäre mir völlig wurscht, ich mache es, weil ich ein großes Herz habe.

Kommentar von EnnoBecker ,

Aber ich stelle mich auch nicht hin und behaupte, Geld wäre mir völlig wurscht, ich mache es, weil ich ein großes Herz habe.

Und deshalb fängst du auch nicht die Kunden, die der Lohi fängt.

In deiner Argumentation bin ich ja völlig bei dir. Du hast da absolut recht, was die Sache betrifft.

Nur Schuld möchte ich da niemandem geben. Die Dinge sind eben so, wie sie nun mal sind.

Hak es ab.

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