Frage von FrageAnDich, 26

Lohnen sich Überstunden bei einem Teilzeitjob?

Hallo!

Ich bin an eine Teilzeitbeschäftigung mit 30 Std in der Woche über eine Zeitarbeiterfirma gekommen. Am Anfang sagte man mir, dass man maximal 48 Stunden in der Woche arbeiten kann.

Ich wollte, weil ich zurzeit Geld brauche(zwar nicht dringend, aber ich brauchs einfach), soviel wie möglich arbeiten.

Der Lohn sieht wie folgt aus: 9,10 € die Std. 30 Std pro woche dann 273€. 273x4 = 1092 Also sind wir bei 1092 Brutto. Nach den Abgaben an Steuern usw, mit einem Brutto Netto Rechner, bleiben ca. 855€ netto über. Wenn ich nun nicht nur 120Std insgesamt im Monat arbeiten würde, sondern 192 Std, dann würde ich auf ca. 1747,20€ Brutto kommen. Weil 9,10x48 = 436,80 pro Woche. 436,80 x 4 = 1747,20€. Und wenn ich den Brutto Netto Rechner benutze, komm ich dann auf 1240,11€ Netto. Also arbeite ich 60% mehr und bekomme 45% mehr Netto einkommen. Steuerklasse 1 und 19 Jahre alt. Keine Kirchensteuer. Ist die Rechnung ungefähr korrekt?

Also für 72Std mehr Arbeit nur 400€ mehr bekommen, lohnt sich meiner Meinung nach nicht. Da würde sich sogar ein Minijob neben dem Teilzeitjob mehr lohnen, da man für gewöhnlich für 450€ monatlich ca. 40Std arbeitet. Also je nach Aufteilung. Normalerweise aber 10 Std die Woche.

Aber ich bin mir halt nicht sicher, ob ich die Rechnung korrekt durchgeführt habe.

Antwort
von wfwbinder, 26

Im Prinzip hast Du Recht, auch wenn ich auf ca. 17,- Euro mehr komme bei den 1.783,60.

Auch der Vergleich mit den Minijob ist richtig, aber zu einem gewissen Teil Äpfel mit Birnen vergleichen.

Bei der Normalanstellung bekommst Du die 9,10 Euro pro Stunde und der Arbeitgeber gibt den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung dazu.

Beim Minijob kalkulierst Du selbst schon nicht mit 9,10 Euro proStunde, sondern mit 11,- Euro netto, wobei der Arbeitgeber 30,99 % an Abgaben zusätzlich zu tragen hat. Ein Minijob kostet den Arbeitgeber somit ca. 590,- Euro. Auch hast Du beim Minijob, wenn es zur Kündigung kommt, keinen Anspruch auf ALG I, bei der Haupttätigkeit aber schon, inkl. des Mehrlohns als Basis für die Berechnung.

Antwort
von Rat2010, 22

Die Rechnung stimmt so. Ohne sie genau nachzurechnen aber dass sich die Steuerprogression auswirkt, wodurch dir anteilig weniger übrig bleibt, wenn du mehr brutto verdienst, ist logisch.

Ebenso logisch ist es, dass ein 450-€-Job im Vergleich (weil Progression da kein Thema ist) für dein laufendes Nettoeinkommen interessanter sein dürfte.

Das mehr an Steuer ist für dich auch wirklich weg. Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung werden aber auch Abgaben zur Renten, Arbeitslosen- und Krankenversicherung gezahlt, die wie die Leistungen aus diesen Versicherungen vom Einkommen abhängig sind. Dass du bei der Variante mit 450-€-Job weniger Rente, Arbeitslosen- und Krankengeld bekommst, solltest du wenigstens wissen.

Ob deine Aufstiegschancen und dein Netzwerk auf den einen oder anderen Weg besser ist, solltest du auch bedenken. Vor allem dann, wenn durch Wege zur Arbeit die Zeit zum Leben durch den 450-€ Job nicht mehr sondern weniger wird.

Antwort
von ScroogeMcDuck2, 18

Wenn dir die Arbeit Spaß macht und du das Geld brauchst, würde ich da nicht lange überlegen. Aber auch nur dann. Sonst sind Überstunden ja eher lästig.

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