Frage von CanCan,

Leerverkäufe: woher bekommen die Verleiher ihre Aktien?

bei Leerverkäufern heisst es immer, dass sie sich Aktien leihen gegen Gebühr, diese dann verkaufen, um sie dann wieder zurückzukaufen, in der Hoffnung auf fallende Kurse während Verkauf-Kauf.

Ich kann mir das in der Praxis schlecht vorstellen, weil ich keine Verleiher von Aktien kenne. Ich vermute, dass die Verleiher Banken sind. Also geht der Leerverkäufer auf die Banken zu und fragt nach Aktien, die er sich leihen kann. Mit denen macht er dann den Leerverkauf.

Woher hat die Bank - die Verleiherin - jedoch die Aktien? Eigenbesitz oder kann es vorkommen, dass sie z.B. meine Aktien aus meinem Depot ohne meines Wissens verleiht?

Hilfreichste Antwort von wfwbinder,
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Über Deine Aktien darf die Bank nicht verfügen.

Es dürfte eigenbesitz sein, oder es verdienen sich institutionelle Investoren mit Ihrem Bestand etwas dazu.

Antwort von Wassertuermchen,
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bei gedeckten Leerverkäufen wird tatsächlich die Bank aus ihrem Eigenbesitz oder aus ihrem verwahrten Depotbestand Aktien verleihen. Dahingegen gibt es auch noch den ungedeckten Leerverkauf. Hierbei kann Leerverkauft werden ohne dass der Wert tatsächlich geliehen wurde. Es findet lediglich eine Verrechnung auf dem Papier statt.

Antwort von Default,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Gegenfrage: Woher nimmt die Bank das Geld, wenn Du Dir einen Kredit aufnimmst?

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Auf irgend einem anderen Konto fehlt es nicht und die Banken haben garantiert in der Summe mehr Geld als das Eigenkapital zu verleihen.

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Früher als Aktien tatsächlich noch physisch den Besitzer gewechselt haben, wäre für einen Leerverkauf eine richtiges Ausleihen notwendig gewesen.

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Heute läuft das aber nur virtuell, d.h. man muß die Aktien nicht von einem konkreten Konto abbuchen - es ist beim Leerverkauf nur notwendig, daß der Broker genügend Aktien als Sicherheit vorhält, würden Aktionäre dieser Aktie diese verkaufen wollen.

Deshalb heißt es auch gedeckter Lerverkauf.

Und deshalb gibt es bei Brokern die Leerverkäufe anbieten auch Listen der gerade "shortable Stocks", also der Aktien, die gerade ausrechend gedeckt sind und die man shorten kann.

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Nach welchen Kriterien der Broker das nun festlegt weiß ich auch nicht, bin aber sicher, daß da interne Risikomodelle zum Einsatz kommen, die bei jeder Aktie das Risiko, daß plötzlich viel Inhaber des Papieres dieses abstoßen wollen, beziffert.

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Wenn dem Broker die Gefahr zu groß ist, daß bei einem Ausverkauf des Papieres plötzlich ein negativer Gesamtsaldo auftreten würde, wird die Aktie eben nicht zum shorten freigegeben.

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