Frage von MondPeter 30.06.2013

Lebensversicherung - für wen noch lohnenswert?

  • Antwort von HilfeHilfe 30.06.2013
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo eine klassische LV mit Kapitalauszahlung habe ich vor 15 Jahren abgeschlossen als die Auszahlungen noch steuerfrei waren.

    Aktuell lohnt nur eine Risikolebensversicherung für bestimmte Lebenslagen. zB junge Familie baut oder kauft Eigentum und will sich gegenseitig auf zb 20 Jahre absichern. Falls ein Partner stirbt kann der andere das Eigentum halten.

  • Antwort von EnnoBecker 30.06.2013
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Lebensversicherung - für wen noch lohnenswert?

    Für den Versicherer.

  • Antwort von gandalf94305 30.06.2013
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Kapitallebensversicherung: nicht lohneswert.

    Risikolebensversicherung: als Absicherung sinnvoll.

    Bestehende Kapitallebensversicherungen aus Altbestand von vor 2005 sind mit ihren Auszahlungen steuerfrei. Diese sollten nicht aufgelöst, sondern beitragsfrei gestellt werden, da auch die Höchstrechnungszinsen von damals noch deutlich im 3%-Bereich waren, wenn nicht sogar bei 4% lagen.

    Bestehende Kapitallebensversicherungen aus Bestand ab 2005 kann man erwägen aufzulösen, vor allem wenn es sich um übelst unterirdisch performende, fondsgebundene Versicherungen handelt, die selbst bei perfektem Verlauf der Kapitalmärkte bis zum Ablauf immer noch einen Verlust bedeuten würden. Dennoch sollte man das im Detail prüfen und vor allem auch prüfen, welche Alternativen bestehen. Vielleicht wird ja die Anlage in eine Risikolebensversicherung und einen Altersvorsorgevertrag aufzuteilen sein?

    Aber man sollte auch bedenken, daß selbst wenn die Versicherer inzwischen nur noch knapp 4% p.a. Rendite erwirtschaften, dann wäre das nach Steuern und durch den Zinseszinseffekt über die lange Laufzeit einer Lebensversicherung trotz Besteuerung noch nicht unbedingt ein schlechtes Modell. Man schlägt damit immer noch die Inflation nach Steuern und hat sogar eine Risikoabsicherung inclusive.

    Wenn also nicht eindeutig klar ist, daß ein Verkauf/eine vorzeitige Auflösung sich nicht empfiehlt, sollte man verschiedene Berater konsultieren, um im Detail prüfen zu lassen, welche Alternativen sinnvollerweise bestehen. Aussagen von Beratern sollte man einen Tag später selbst nachvollziehen und auf Plausibilität prüfen.

  • Antwort von alfalfa 30.06.2013
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Die klassische LV als Vorsorge dürfte aufgrund der steuerlichen Rahmenbedingungen als auch aus Rendite Gesichtspunkten (Niedrigzinsphase) als Neuabschluss ungeeignet sein. Altverträge jedoch erwirtschaften durchaus noch eine attraktive Rendite.

    Eines muss man konzeptionell wissen. Eine ewige Rente hat nicht das Ziel ein Renditemaximum zu erzielen, sondern ein Langlebigkeitsrisiko abzusichern. Im Idealfall eine monatliches Einkommen bis zum Tod abzusichern. Da niemand weiß, wann dieses der Fall sein wird, wird aufgrund der länger werdenden Lebenserwartung entsprechend konservativ gerechnet. Das wäre der einzige Pro Punkt für eine klassische LV.

    Gerne werden auch fondsbasierte LV als Wunderwaffe angesehen. Der Versicherungsmantel hat durchaus seinen Charme, grade bei geplanter Verbung aber auch bei der steuerlichen Behandlung von Dividenden. Ja, es gibt das eine oder andere Brilliantrnsplitterchen im Versicherungsanlageuniversum, doch die Ermittlung der Kosten bzw. TER ist auch für einen Versicherungsberater ein hoher zeitlicher Aufwand.

    Etwas interessanter - je nach Einzelfall - können geförderte Produkte wie Riester (es gibt zig Varianten) und Rürup sein. In Fällen wie sehr hohes oder sehr niedriges Einkommen, viele Minderjährige Kinder ist es durchaus eine Prüfung wert. Dann kann diese Produktklasse in der Einzelbetrachtung sogar hoch attraktiv sein. Doch bitte immer einen Schichtenvergleich durchführen lassen.

    Ich komme zum Schluss: Eine BU zählen sogar Verbraucherschützer zu eine der wichtigsten Versicherungen. Sie ist jedoch dazu dar Risiken (Erwerbsrisiko) abzusichern.

    Dasselbe macht eine Risiko LV: Sie sichert das Risiko Tod ab. Wichtig wenn nur ein Partner verdient und Familie und eine noch nicht bezahlte Immobilie existiert.

    Lange Rede kurzer Sinn. Bei Risikoabsicherung gibt es Sinn, zur Vermögensanlage ist eine Beurteilung nur dann möglich, wenn die anderen Alternativen im Verglich sind. Also eher selektiv zu betrachten.

  • Antwort von obelix 01.07.2013

    eine Risiko-LV kann Sinn machen, eine Kapital-LV jedoch nicht.

  • Antwort von LittleArrow 30.06.2013

    In der heutigen Welt am Sonntag ist ein langer Artikel über dieses Thema. Das Exemplar solltest Du Dir gleich holen.

    Dann kannst Du auch nachlesen, wie diffus Deine Fragestellung bei diesem sehr komplexen Thema ist.

  • Antwort von althaus 30.06.2013

    Die LV lohnt sich für denjenigen, dem die Rendite und Laufzeit egal ist und eine Alternative zum Tagesgeldzins sucht und sonst sehr risikoscheu ist. Wer zuviel Geld hat und nicht weiss wohin damit, der kann auch noch eine LV abschließen. Wer einen gesunden Menschenverstand hat läßt die Finger davon. Wer schon eine hat, der sollte sie auch behalten und bis zum Ende durchzahlen. Eine Stilllegung empfehle ich nur im Notfall, wenn wirklich kein Geld mehr zur Verfügung steht.

  • Antwort von VersiWeb 30.06.2013

    Hallo Peter; ich versuche die Antworten gleichzeitig mal mit ein paar Lösungsansätzen zu spicken...

    "Für wen lohnt es sich überhaupt noch eine Lebensversicherung zu haben?" Die Frage kann man sicherlich nicht pauschal beantworten, da es denkbar viele Umstände geben kann, die von "sinnlos" bis "unbedingt fortführen" und allem dazwischen zutreffen können.

    "Meine Freundin hat eine aber ich höre immer nur das wäre keine gute Option mehr. " Das kann man für Neuabschlüsse von klassischen (nicht fondsgebundenen) kapitalbildenden Lebensversicherungen zum aktuellen Zeitpunkt bis auf wenige Sonderfälle auch in etwa so stehen lassen. Mit "keine gute Option mehr" ist der Umstand gemeint, dass sowohl die Garantieverzinsung als auch die Gesamtverzinsung (Garantie+Überschüsse) in den letzten Jahren deutlich geringer wurden.

    "Wann lohnt es sich und wann sollte sie besser verkauft und aufgelöst werden?" Das hängt von vielen Faktoren ab, wie Höhe des Monatsbeitrages, Beginn, ursprünglich geplantes Ablaufdatum, Kostenstruktur, aktuellen Rückkaufswerten, zu erwartender Rendite, Ziel und Zweck der Absicherung und den Möglichkeiten, die man alternativ zur Verfügung hätte.

    Durch die Einführung der Unisextarife zum Ende letzten Jahres wurden Neuabschlüsse für kapitalbildende Tarife bei Frauen kalkulatorisch bessergestellt. Das KANN zur Folge haben, dass sich ein Neuabschluss lohnen würde, MUSS es aber nicht! Hier eine kurze Übersicht zu den Veränderungen durch die Einführung der Unisext-Tarife: http://blog.versiweb.de/unisex-tarife-2013-uebersicht-tabelle/

    Andererseits kostet eine Kündigung grundsätzlich immer Geld, weswegen man diese voher gut abwägen und nicht voreilig aussprechen sollte!

    Vorausgesetzt es stellt sich bei näherer Betrachtung tatsächlich heraus, dass eine Fortführung der alten Kapitl-LV nicht sonderlich rentabel erscheint, so könnte man als gute Alternative den bestehenden Vertrag auf den Mindestbeitrag (meist so zwischen 15 und 25 Euro Monatsbeitrag) reduzieren und reduziert weiterführen.

    Vermutlich erziehlt Ihre Freundin eine deutlich bessere Rendite, wenn sie den durch die Reduzierung freigewordenen Beitrag unter Ausschöpfung der Fördermittel in Riester, Rürup, oder zu gleichem Nettoaufwand mit einem entsprechend höheren Bruttobeitrag über eine betrieblich vereinbarte Barlohnumwandlung investiert. Das muss man ggf. einmal genau ausrechnen.

    Falls Ihre Freundin die Zusatzrente weiter lediglich in Schicht 3 (Private Vorsorge) aufbauen möchte, wäre ein reiner "Tausch" der Kapital-LV zu einer "Fondsgebundenen Rentenversicherung" aus Renditegesichtspunkten sehr genau zu überprüfen; in diesem Falle lohnt sich ein ausführlicher Blick in die Kostenstruktur und die Renditemöglichkeiten eines fondsgebundenen Neuvertrages.

    Auf der verlinkten Seite finden Sie übrigens auch Hinweise auf die unterschiedlichen Garantiemodelle von fondsgebundenen Rentenversicherungen, falls es Sie interessiert.

    Ich hoffe, die Antworten waren hilfreich für Sie; beste Grüße,

    Thorsten Gerte

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