Frage von Macintosh, 57

Lebensmittelpunkt & Arbeit ins Ausland verlegen, Flug von Steuer absetzen (Privatperson)

Im Dezember 2012 habe ich meinen Job gekündigt und bin ins Nicht-Europäische Ausland geflogen, im Februar habe ich dann begonnen dort zu arbeiten (ca. 500 EUR Netto im Monat), bis September 2013, die gesamte Zeit über war ich in Deutschland gemeldet.

Kann ich den Flug dorthin als Werbungskosten von der Steuer absetzen?

Zudem hatte ich dort noch einiges an Kosten bezüglich meiner Miet-Wohnung dort, allerdings nur noch wenige Belege, kann man hier irgendwie einen Pauschalbetrag angeben ohne alle Belege einzureichen?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Macintosh,

Schau mal bitte hier:
Steuererklärung Ausland

Antwort
von gammoncrack, 57

Das musst Du mit der Steuerbehörde klären, die in dem Land, in dem Du nun arbeitest, zuständig ist.

Kommentar von gammoncrack ,

Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil!!

Kommentar von EnnoBecker ,

Nein, du hast völlig recht: Was im Ausland abzugsfähig ist, muss dort geklärt werden.

Ab 2013 wahrscheinlich sowieso nur dort. Beine Ausführungen bezogen sich nur auf 2012.

Antwort
von EnnoBecker, 50

Anders als die beiden bisher gegebenen Antworten stellt sich die Realität dar, zumindest für 2012 und in Deutschland:

Denn im Zuge der Wegzugsbesteuerung unterliegt dein im Ausland erwirtschaftetes Einkommen im Jahr 2012 in Deutschland dem Progressionsvorbehalt. Die Bemessungsgrundlage für den Progressiosnvorbehalt richtet sich nach deutschen Grundsätzen. Um die zu ermitteln, muss man also tatsächlich in die deutschen Werbungskostenvorschriften gucken.

Danach sind sowohl der Flug als auch der Umzug Werbungskosten. Diese sind von den (ebenfalls nach deutschen Grundsätzen) ermittelten Arbeitseinkünfte abzuziehen. Gab es in Dezember 2012 keine Einkünfte, so muss trotzdem der Verlust festgestellt werden. Dieser mindert in einem späteren Jahr (beispielsweise beim Zurückzug nach Deutschland) den Progressionsvorbehalt auf die ausländischen Einkünfte im Jahr des Zuzugs.

Die Mietwohnung selbst dürfte keine Werbungskosten darstellen. Macht ja die normale Wohnung nie.

Kommentar von gammoncrack ,

Ich würde es nie wagen, Dir zu widersprechen. Aber eine Frage darf ich vielleicht dazu stellen:

Wie würde das denn aussehen, wenn er die Kosten im Beschäftigungsland bereits hätte absetzen können? Er muss doch vermutlich dort auch Steuern zahlen?

Kann man dann bis zur Rückkehr nach Deutschland warten, und das dann hier geltend machen, was ja bei den hiesigen Steuersätzen vermutlich attraktiver wäre?

Kommentar von EnnoBecker ,

Ob und wie das im dortigen Ausland abzugsfähig ist, bestimmen die dortigen Steuerregeln.

Beispiel:

Der Umzug kostet 1.000 Taler.

In Deutschland kann man 1.000 Taler als WK absetzen. In Ausland nur 400.

In Ausland hätte er also 400 Taler Werbungskosten. In Deutschland gar keine, da der Umzug ja nicht im Zusammenhang mit einer Einkunftaus Deutschland steht.

Aber: Bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlage müssten 1.000 Taler abgezogen werden.

Kann man dann bis zur Rückkehr nach Deutschland warten, und das dann hier geltend machen, was ja bei den hiesigen Steuersätzen vermutlich attraktiver wäre?

Er versteuert hier ja nicht. Das ausländische Einkommen unterliegt hier nur dem PV.

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