Frage von Salumi, 71

Lebenslanges Wohnrecht - Schenkungsteuer?

Hallo, ich möchte meiner Mutter in unserer Einliegerwohnung ein lebenslanges Wohnrecht im Grundbuch eintragen lassen. Muss sie dann Schenkungsteuer zahlen?

Antwort
von betroffen, 50

Nein, muss sie nicht.

Denke bitte daran, dass sie die Betriebskosten übernehmen sollte.

Verbrauchskosten sollte sie sowieso tragen.

Zum Thema Kaltmiete: Soll es ein kostenloses, lebenslanges Wohnrecht sein - dann kannst Du keine Reparatur- und Erhaltungskosten steuerlich geltend machen.

Willst Du das aber... so musst Du mindestens 66% der ortsüblichen Kaltmiete von ihr verlangen.

-Alle weiteren Fragen kann Dir der Notar beantworten, der das Wohnrecht beim Amtsgericht für Dich eintragen lässt.

Kommentar von Rat2010 ,

>Nein, muss sie nicht.

Quelle??? Natürlich muss sie!

Kommentar von betroffen ,

Sorry Rat2010, die Quelle war meine eigene Erfahrung im Frühjahr diesen Jahres.

Durch wfwbinder weiß ich nun mehr - nämlich dass nur in >unserem< Fall keine Schenkungsteuer gezahlt werden musste.

Grund: Die Eltern sind um einiges älter und die mietfreie Phase um einiges kürzer. Also ist das bei uns überhaupt nicht zur Sprache gekommen. Daraus habe ich fälschlicherweise geschlossen, dass so was nicht existiert.

Gruß b.

Antwort
von wfwbinder, 46

Es kommt auf den Wert an.

Nehmen wir an die Einliegerwohung wäre für 500,- Euro vermietbar, dann wäre der Jahreswert 6.000,-.

Wenn nun Deine Mutter 70 Jahre als ist, dann wäre der Vervielfältiger 11,005, somit der Wert des Wohnrechts 66.030, euro.

Bei Schenkung an die Eltern sind 20.000,- steuefrei, also wäre hier Schenkungssteuer zu zahlen. 15 % auf 46.000,- somit 6.900,- Euro.

Bei geringerem Mietwert, oder höherem Alter entsprechend weniger.

Antwort
von Rat2010, 37

Bist du alle anderen Möglichkeiten durchgegangen? Wem gehört die Immobilie?

Ein lebenslanges Wohnrecht kostet Geld (auch Erbschaftsteuer), mindert den Wert des Hauses und vielleicht gibt es wesentlich bessere Möglichkeiten, bei denen du dann, wenn deine Mutter z. B. weil sie in ein Pflegeheim umsiedelt, weil in dem Haus keiner mehr wohnt, den sie kennt, sie sich mit dem Rest des Hauses verstritten hat oder sie was schöneres findet (natürlich Fälle aus der Praxis) nicht eine Menge Probleme haben kannst (z. B. dann, wenn ihr Vormund wegen dem Wohnrecht rumzickt).

Kommentar von betroffen ,

Wohnrecht ist kein Nießbrauchsrecht. Wenn die Mutter dort nicht mehr wohnen will, können sie die Wohnung anders vermieten.

Wenn die Mutter dort nicht mehr wohnen kann (Pflegeheim), können sie die Wohnung auch anders vermieten /nutzen. Der Notar kann eine übliche Zeitspanne eintragen lassen (Abwesenheit wegen Krankheit, Pflegebedürftigkeit ab 3 Monate...)

Gruß b.

Kommentar von Rat2010 ,

Hört sich - sorry - irgendwie laienhaft an. Wie sollten die Eigentümer etwas vermieten können, auf das jemand anders ein Wohnrecht hat und wem steht die Miete zu?

Wem steht die Miete zu, wenn der Wohnrechtsinhaber das Geld braucht, weil er im Pflegeheim ist?

Womöglich lassen sich die vielen Problemfälle schon bei Eintragung des Wohnrechts im Grundbuch regeln aber dann muss man das auch machen. 

Wie viel logischer ist es bei halbwegs normalen Verhältnissen, die Mutter einfach dort wohnen zu lassen und das schriftlich zu regeln, das man eigentlich beim Notar regeln möchte? So bald es im Grundbuch steht, kriege ich zu 50 % mit dem Wohnrecht irgendwann Probleme.

Hier (München) stehen Häuser mit 3.000 qm großen Grundstücken jahrzehntelang leer und können auch nicht bebaut werden, weil jemand, der im Pflegeheim lebt ein Wohnrecht hat. Auch das Grundstück nebenan.

Kommentar von betroffen ,

Vielleicht ist das ja in Bayern anders.

Bei uns in NRW wird zwischen Wohnrecht und Nießbrauchsrecht unterschieden.

Die Miete steht nur bei Nießbrauchsrecht dem Inhaber des Rechts zu wenn er nicht selbst dort wohnt.

Bei Deinem fünften Absatz erklärt sich diese Unterscheidung (die es vielleicht in Bayern nicht gibt) auch. Überprüfe mal, ob es in den dort beschriebenen Fällen eventuell um ein Nießbrauchsrecht geht.

Kommentar von Rat2010 ,

Nießbrauch, also das Recht zur Nutzung fremder Dinge (auch Vermietung) und Wohnrecht sind in ganz Deutschland gleich (§ 1093 BGB gilt in ganz Deutschland). Nebenbei wird in § 1093 auf die wesentlichen Regelungen des Nießbrauchs verwiesen.

Du kannst (in deiner Meinung) einen wesentlichen Unterschied erkennen.

Ich sehe als einzigen Unterschied, dass der Wohnrechtsinhaber nicht an Fremde, die ihn nicht pflegen, vermieten kann, was aber durch Richterrecht (also entsprechende Urteile) im Pflegefall auch noch möglich ist bzw. vom Amt gefordert wird.

Deine Erfahrung sagt was total anderes als meine. Meiner Erfahrung nach gibt es sehr, sehr oft Probleme, die es ohne den Eintrag nicht gegeben hätte.

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