Frage von doubleju, 34

Längere Kündigungsschutzfrist bei langjähriger Betriebszugehörigkeit?

Hat man bei einer langjährigen Betriebszugehörigkeit eine längere Kündigungsschutzfrist? Gibt es da gesetzliche Regelungen. Müssen Regelungen im Arbeitsvertrag erfolgen?

Antwort
von Mikkey, 33

Da Gerichte und Arbeitgeber sich oftmals nicht an das halten, was bei Wikipedia steht, gilt gemeinhin das BGB als zuverlässige Quelle für solche Dinge: In §622 (2) findet sich:

Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen

  1. zwei Jahre bestanden hat, einen Monat zum Ende eines Kalendermonats,
  2. fünf Jahre bestanden hat, zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  3. acht Jahre bestanden hat, drei Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  4. zehn Jahre bestanden hat, vier Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  5. zwölf Jahre bestanden hat, fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  6. 15 Jahre bestanden hat, sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  7. 20 Jahre bestanden hat, sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats
Antwort
von Snooopy155, 34

Es gibt zum einen gesetzliche Regelungen, aber oftmals kommen auch tarifvertragliche Regelungen zur Geltung, die über die gesetzlichen Regelungen hinausgehen und nach langer Betriebszugehörigkeit sogar zur Unkündbarkeit führen können.

Kommentar von gammoncrack ,
nach langer Betriebszugehörigkeit sogar zur Unkündbarkeit führen können.

Das bezweifel ich aber ernsthaft!

Antwort
von free777, 27

das BGB gibt die Untergrenzen für die Kündigungsfristen an:

http://dejure.org/gesetze/BGB/622.html

Im Arbeitsvertrag können andere (längere) Fristen vereinbart sein. Ist im Vertrag nichts angegeben, dann gilt das BGB.

Antwort
von gammoncrack, 16

Wiki:

Für den Arbeitgeber erhöht sich nach § 622 Abs. 2 S. 1 BGB diese Frist nach einer Dauer des Arbeitsverhältnisses von

  • 2 Jahren auf 1 Monat zum Ende eines Kalendermonats,

  •    5 Jahren auf 2 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
    
  •    8 Jahren auf 3 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
    
  •    10 Jahren auf 4 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
    
  •    12 Jahren auf 5 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
    
  •    15 Jahren auf 6 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
    
  •    20 Jahren auf 7 Monate zum Ende eines Kalendermonats.*
    

Allerdings gibt es diverse Ausnahmeregelungen, z. B. Schwerbehinderung, Betriebsräte, Unternehmensgröße unter Berücksichtigung der Art der Beschäftigten, etc.

Da Gesetz, kann arbeitsvertraglich nicht zum Nachteil des AN davon abgewichen werden.

Antwort
von Niklaus, 23

Ja das wurde vor kurzem sogar gerichtlich noch mal bestätigt.

http://www.kostenlose-urteile.de/BAG_6-AZR-63613_Keine-Altersdiskriminierung-dur...

Kommentar von gammoncrack ,

Allerdings ging es hier um einen Fall, bei dem die AN die gesetzliche Regelung für diskriminierend hielt, da sie als junge AN die lange Zugehörigkeit nicht erreichen konnte. Sie bezog sich auf Diskriminierung wegen Alters.

Allerdings ist sie mit der Klage gescheitert.

Kommentar von Niklaus ,

Das ist doch das gute und beweist, das MA mit längerer Betriebszugehörigkeit auch längere Kündigungsfristen haben.

Kommentar von gammoncrack ,

Lach :-))

Das war aber auch vorher schon Gesetz. Interessant wäre es geworden, wenn sie den Prozess gewonnen hätte. Das Gesetzeskonstrukt danach hätte mich sehr interessiert.

Kommentar von Niklaus ,

Ja das weiß ich auch. Es ist aber immer wieder interessant, dass es Menschen gibt, die meinen für sie gelte ein andere Rechtsprechung. Vor allem frage ich mich, wieso der RA so ein Verfahren seiner Mandantin rät??? Ich will ja nichts schlimmes denken dabei.

Kommentar von gammoncrack ,

Ich denke auch nichts, außer das Anwälte am Hungertuch nagen.

Kommentar von gammoncrack ,

Grrr ss

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