Frage von tullux, 60

KVdR. Wie verhält es sich bei einem langjährigen Auslandsaufenthalt mit der Vorversicherungszeit?

Ich lebe seit 3 Jahren in Thailand und werde ab 2017 eine Regelaltersrente beziehen. Gleichzeitig plane ich meine Rückkehr nach Deutschland. Die 9/10 Vorversicherungszeit in der GKV in der 2. Hälfte des Erwerbslebens als grundsätzliche Regel für die Aufnahme in die kostengünstige KV der Rentner kann ich wegen des Auslandsaufenthalts nicht mehr erfüllen.

Meine Frage: Besteht vielleicht in Fällen wie dem meinen eine Ausnahme dahin, dass der Aufenthalt im Ausland bei der Berechnung der 9/10 Grenze unberücksichtigt bleibt?

Antwort
von Mikkey, 29

Nun die Definition in §5 SGB5 lautet:

Personen, die die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erfüllen und diese Rente beantragt haben, wenn sie seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Stellung des Rentenantrags mindestens neun Zehntel der zweiten Hälfte des Zeitraums Mitglied oder nach § 10 versichert waren,

Da gibt es keine Härtefallregelung, auch Ausländer, die erst in höherem Alter nach Deutschland kommen, müssen die "erstmalige Aufnahme einer Erwerbstätigkeit" in ihrem Herkunftsland berücksichtigen lassen.

So soll dafür gesorgt werden, dass gerade diejenigen, die mehr an die Versichertengemeinschaft gezahlt haben, in den Genuss der günstigeren Beitragsmodalitäten kommen.

Kommentar von Gaenseliesel ,

.... nachvollziehbar ! 

Kommentar von Snooopy155 ,

Das Problem hätte der Fragesteller umschiffen können, wenn er bei seiner Auswanderung eine Anwartschaft bei seiner Krankenversicherung beantragt hätte. So wird es bei Entsendungen gehandhabt.

Kommentar von tullux ,


Zitat: "So soll dafür gesorgt werden, dass gerade diejenigen, die mehr an die Versichertengemeinschaft gezahlt haben, in den Genuss der günstigeren Beitragsmodalitäten kommen." Zitat Ende

Das wäre nachvollziehbar, wenn nicht auch Versicherte nach § 10 (Familienversicherung) zum Kreis der Begünstigten zählten. Die zahlen bekanntlich auch keinen Beitrag.

Kommentar von Mikkey ,

Diese Menschen unterliegen dem besonderen Schutz von Ehe und Familie gem. Grundgesetz. Betrachtet man ein Ehepaar als wirtschaftliche Einheit, wurden für den nicht erwerbstätigen Ehepartner sehr wohl Beiträge entrichtet.

Kommentar von tullux ,

Ich sehe nicht, dass ich der Versichertengemeinschaft weniger gegeben hätte als jemand der mindestens 9/10 der 2. Hälfte seines Erwerbslebens Beiträge gezahlt hat. Schließlich steht meiner 3 jährigen "Nichtversicherung" anlässlich des Auslandsaufenthalts auch die "Nichtinanspruchnahme" von Leistungen gegenüber.

Antwort
von RHWWW, 26

Hallo,

bestand vor 3 Jahren in Deutschland zuletzt eine gesetzliche oder eine private Krankenversicherung?

Gruß

RHW

Kommentar von tullux ,


Ich war Zeit meines Lebens In Deutschland ausschließlich in der GKV versichert.


Kommentar von tullux ,

P.S. Inwiefern spielt es für die Versicherungspflicht in der KVdR eine Rolle, ob zuletzt vor dem Umzug ins Ausland eine gesetzliche oder private KV bestand?

Kommentar von RHWWW ,

Die KVdR-Vorversicherungszeiten werden immer vom Beginn der ersten Berufstätigkeit bis zum Tag des Rentenantrages berechnet. Mit bestimmten ausl. Staaten gibt es Regelungen, dass Krankenversicherungszeiten dort wie deutsche Zeiten gewertet werden (z.B. EU-Staaten, Türkei, Tunesien). Mit Thailand gibt es solch ein Abkommen nicht.

Wenn die KVdR-Zeiten nicht erfüllt sind, kann man direkt ab Rückkehr (Meldung beim Einwohnermeldeamt) sich nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V sich in der GKV versichern, da zuletzt in Deutschland eine GKV bestand. Es sind dann alle Bruttoeinnahmen beitragspflichtig, der Mindestbeitrag liegt bei ca. 170 Euro monatlich (Regeln wie bei freiwilligen Mitgliedern: § 240 SGB V).

Tipp: Solche Fragen am besten vor der Wohnsitzverlegung ins Ausland klären. Dann gibt es weniger Überraschungen.

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