Frage von Frei123,

kurzfristige Beschäftigung einer Messehostesse. Entlohnung?

ich soll mich um eine Entlohnung einer Messehostesse bei einem Kunden kümmern. Diese Dame ist Studentin und soll 300 Euro bekommen. Minijobbasis ist keine Option.

Mein Auftraggeber hat eine Bescheinigung der Dame, dass sie Kleinunternehmer ist. Nur habe ich nun mitbekommen, dass sie weder Gewerbe noch Freiberufler ist. Eine Rechnung will/ kann sie nicht stellen.

Mein Kunde sieht das ganz locker und meint: einfach überweisen, dann ist's gut. Ich wiederum will das nicht tun, weil es einen "unsauberen" Beigeschmack hat.

Nun habe ich die Steuernummer der Dame eingefordert und werde ihr eine Gutschrift mit Nennung der Steuernummer ausstellen und dann überweisen.

Ist das dann ok? Reicht die KU-Bescheinigung, eine Gutschrift und die Steuernummer der Person. Ist man dann im "grünen Bereich"?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FREDL2,

Eine Rechnung will/ kann sie nicht stellen.

Warum nicht?

Die andere Möglichkeit ist, den Lohn als kurzfristige Beschäftigung zu versteuern. Das kostet zus. 25% Lohnsteuer + KiSt + Soli, keine Sozialabgaben.

http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__40a.html

Kommentar von Frei123 ,

das Warum haben wir ihr auch als Frage gestellt. Fakt ist, sie stellt(e) keine. Daher haben wir es gelöst über eine Gutschrift.

Bei der Frage nach der Steuernummer haben wir uns auch verkeilt. Die habe sie nicht, weil sie noch keine Steuererklärung abgegeben hat :)

Und nun haben wir es so abgekürzt: sie hat ein Schreiben gegengezeichnet, dass sie Kleinunternehmerin ist und auf der Gutschrift ihre Steuer-ID (die lebenslange) angegeben. Unser Steuerberater meinte, das ginge in Ausnahmefällen. Wollen wir hoffen, dass dem so ist.

Antwort
von jowaku,

dass sie weder Gewerbe noch Freiberufler ist

Da behauptet sie Unfug. Messehostess (egal welcher Sorte) ist eine gewerbliche Tätigkeit.

Sie will Geld, also soll sie eine Rechnung mit ihrer Steuernummer und dem Hinweis auf § 19 UStG (Kleinunternehmer) stellen und fertig.

Alternative:

Gutschrift (ist ja wie Rechnung, nur halt vom Auftraggeber geschrieben) ist nur möglich, wenn es zur Hostessentätigkeit einen Vertrag oder etwas Ähnliches an Vereinbarung gibt.

Kommentar von FREDL2 ,

@Jowaku

Messehostess (egal welcher Sorte) ist eine gewerbliche Tätigkeit

Messehostess schon. Vielleicht aber war der Kunde die ERGO und der Erfüllungsort des Geschenkes Budapest? Oder so.

Kommentar von Frei123 ,

Es war weder ERGO noch Budapest. Es war eine Dienstleistung zur Tatzeit, angezogen, auf dem Stand. Und es war keine Pornomesse :)

Kommentar von FREDL2 ,

@Frei123: dann sind wir beruhigt. Diese Gedanken aber kommen auf, wenn Hostessen keine Rechnung schreiben mögen.

Die jetzt angewandte Vorgehensweise löst nur aus, dass bei einer Betriebsprüfung oder Lohnsteuerprüfung für eure Firma evtl. eine Kontrollmitteilung über die Zahlung gefertigt wird. Für die Versteuerung ist die Dame selber zuständig.

Antwort
von Rat2010,

Ich möchte der richtigne Antwort von FREDL2 nur hinzufügen, dass du dich nicht so blöde stellen sollst. Dem Kunden wurde eine Messehostess spendiert, bei der es schon komisch ist, dass sie nicht nur in bar bezahlt werden sollte. Du lässt es (zurecht) unter Geschenke > 75 € (oder was ist jetzt die Grenze) oder gleich unter nicht abziehbare Betriebsausgaben laufen. Die nächste Betriebsprüfung nimmt das sowieso auf nicht abziehbare Betriebausgaben und gut is's.

Dein Rumgezicke finde ich angesichts der klaren Aussage des Kunden unpassend.

Kommentar von Rat2010 ,

Nochmals klargestell (jetzt habe ich mehr Zeit): ich bin ein hochmoralischer Mensch, wenn ich das über mich schreiben darf aber du bist das vielleicht auch. Der Unterschied ist nur, dass du ein Problem siehst das da nicht ist und so was kann auch mal alle Beteiligten ärgern.

Die "freiberufliche Messehostess" hat ganz offensichtlich einen gut bezahlten Nebenjob. Unmoralisch ist der für den, der sehr moralisch ist. Bezahlt wird üblicherweise in bar aber das bedeutet bei einer Kapitalgesellschaft, welche den Kunde vielleicht ist, dass der Unternehmer die Hostess aus seiner Tasche bezahlt.

Da die Studentin (die dein Kunden vielleicht kennt) es ok fand, wenn sie das Geld überwiesen bekommt, wird es erst mal überwiesen. Nichts mehr ist dein Auftrag. Natürlich ist das Gewerbe (es ist das älteste der Welt, also ein Gewerbe) nicht angemeldet. Sie macht den Job der Messehostess ja auch vermutlich nur gelegentlich.

Alternativ ist die Studentin eine Freundin der Tochter und hat dem Vater der Freundin einen Gefallen getan.

So oder so sind deine Maßnahmen nur ärgerlich. Weder die Umsatzsteuer, noch die Steuernummer der Dame (hat sie eine) noch sonst was ist wichtig und sinnvoll. Wichtig ist nur, dass sie ihr Geld bekommt und zwar schnell, sonst mag sie den Job, den sie vielleicht gut gemacht hat nächstes Jahr nicht wieder machen!!!

P.S. München ist zu Messezeiten voller für die Messe eingereisten Messehostessen. Komisch, früher waren exakt genau so viele Prostituierte da.

Kommentar von Frei123 ,

der Punkt ist nur, dass die Hostess keine Dienstleistung in der Horizontalen geliefert hat, sondern auf dem Stand tagsüber.

Zickerei? Mag sein. Wenn die Firma jedoch abziehbare Kosten will, dann ist genau das so zu lösen.

Mit einer Überweisung sehe ich es nicht gelöst.

Kommentar von Rat2010 ,

Ok, es war also nicht die Hostess für den Kunden des Kunden sondern des Kunden.

Falsch verstanden.

Dann muss man das ganze so lösen, wie du es gemacht hast.

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