Frage von Reinhild, 153

Schenkungssteuer - können die Erben haftbar gemacht werden?

Meine Stiefmutter hat kurz vor ihrem Tod ein Bild von circa 150 000 Eur an einen Freund verschenkt und wir Erben möchten diese Schenkung beim Finanzamt angeben mit Expertise, da der Beschenkte den Wert mit 12 000 Eur falsch deklariert hat. Ich gehe davon aus, dass er die Schenkungssteuer zahlen muss. Meine Frage ist, ob die Erben dafür haftbar gemacht werden können? Es gibt da ein paar Angaben bei zu Lebzeiten gemachten Schenkungen bei denen unter Umständen auch der Schenkende haftbar wird. Nun ist allerdings die Schenkende verstorben. Geht die Haftung evtl an die Erben über? Kann ich mir zwar nicht vorstellen aber ich kenne mich nicht aus. Der Beschenkte hat ohne Zweifel versucht die Schenkungssteuer mit falscher Expertise zu umgehen.

Antwort
von Privatier59, 129

Was ist denn wertvoll? Unter 20.000 Euro Wert fällt keine Schenkungsteuer an bei nicht mit einander verwandten Personen.

Kommentar von Reinhild ,

Handelt sich eher um 150 000. Ich weiß 20 000 sind  steuerfrei. Die Erben möchten  diese Schenkung melden. Müssen sich die Erben evtl an der Schenkungssteuer beteiligen? 

Kommentar von LittleArrow ,

Lt. § 20 Erbschaftsteuergesetz sind bei einer Schenkung der Beschenkte und der Schenker die Steuerschuldner.

Da in Deinem Fall der Schenker verstorben ist, könnte es sein, dass die Steuerschuld (gesamtschuldnerisch) vererbt wird. Aber dabei bin ich mir nicht sicher! Bei soviel drohenden Steuerschulden sollte man einen Fachmann kontaktieren.

Kommentar von Privatier59 ,

Das sollte man wirklich durch einen Steuerberater überprüfen lassen. Ansonsten könnte das hier beabsichtigte Nachtreten zum Eigentor werden.

Da wir nahezu nichts über den Fall wissen, können wir auch nicht beurteilen, ob Herausgabeansprüche in dieser Sache nicht Erfolg haben könnten. Der "Beschenkte" wäre ja in der Pflicht, sein Recht an dem Gemälde zu belegen. Da die Schenkerin nicht mehr lebt, könnte er das mit Erfolg wohl nur, wenn es entweder eine schriftliche Vereinbarung gibt oder Zeugen bei der angeblichen Schenkung anwesend waren.

Kommentar von Reinhild ,

Vielen Dank für eure Antworten!! Ich habe gerade anonym mit dem Finanzamt gesprochen. Die haben mir nun gesagt, wenn die Schenkung vor dem Tod war und es einen Schenkungsvertrag gibt also das Bild nicht im Nachlass vorhanden ist, trägt nur der Beschenkte die Steuerschuld. Es gibt diesen Schenkungsvertrag. Und...es war ein Bild, das meinem Vater gehörte und zu uns sollte. Leider aber im Testament nicht aufgeschrieben. Da wurde eine Situation ausgenutzt...und da sollte es irgendeine Form von Gerechtigkeit geben finden wir als Erben. Oder?

Kommentar von Gaenseliesel ,

" Gerechtigkeit " .....wenn berechtigte Gründe vorliegen und ihr euch dann besser fühlt.........

es könnte immerhin sein, dass die Stiefmutter gerade dieses Problem, welches jetzt im Raum steht, mit dem vorgezogenen Schenkungsvertrag umgehen wollte. Der Begriff " verwirrt " kann auch eine Auslegungssache des Betrachters sein.

Wie hier schon gesagt wurde, wir kennen die Gesamtsituation nicht. Ich will deshalb in Hinsicht moralischer Gesichtspunkte auch kein Urteil dazu abgeben. 

Der " Letzte Wille " der Stiefmutter würde zwar etwas geschmälert, letztlich aber mit oder ohne Schenkungssteuer umgesetzt ! 

Kommentar von Hauseltr ,

Handelt sich eher um 150 000. Ich weiß 20 000 sind  steuerfrei. Die Erben möchten  diese Schenkung melden.

150.000 €. Liegt darüber eine Expertise eines unabhängigen Sachverständigen vor oder ist es nur eine Annahme? Viele Kunstwerke werden von Laien völlig überschätzt!

Antwort
von Primus, 64

"und wir Erben wollen den Beschenkten zumindest die Schenkungssteuer zahlen lassen."

Obwohl keiner der Erben davon profitieren würde, möchtet Ihr nun der Person, die sich um die kranke verstorbene Person kümmerte, einen Schaden zufügen.

Auch davon kommt das Bild nicht wieder in Euren Besitz und man wundert sich immer wieder, wozu Erben fähig sein können.

Kommentar von Reinhild ,

Wie kommen Sie darauf, dass sich diese Person, um die Verstorbene gekümmert hat? Außerdem verspüre ich in Ihrer Antwort eine Bewertung der Situation, die Ihnen meiner Meinung nach gar nicht zusteht...also nochmal hier ist ein sehr kranker alter Mensch von einer sehr viel jüngeren Person maßlos benutzt worden. Sonst würden wir der Sache nicht so nachgehen. Eine Schenkungssteuer ist hier angebracht und es ist auch das was der Gesetzgeber mit Recht  fordert. Also????? Sie fragen wozu Erben fähig sind anstatt zu fragen wozu Bekannte fähig sind die kurz vor dem Tod einer alten Person profitieren wollen. Ok ich frage dann lieber doch bei einem Steuerberater nach, der neutral ist. 

Kommentar von Primus ,

Sorry, aber um neutral zu reagieren, müsste ich auch die Stellungsnahme der Beschenkten hören. So kann ich das nur einseitig betrachten und es sieht für mich nach einem Rachefeldzug aus.

Antwort
von Gaenseliesel, 92

bist du Erbin oder Beschenkte ?

wahrscheinlich war es ein inniger, letzter Wunsch der alten Dame - wer sollte daran Anstoß nehmen ? Ohne Grund verschenkt man nichts Wertvolles.

Wer sollte jetzt, nach dem Tod der Stiefmutter ein Interesse daran haben den Wert bestimmen zu wollen ? Mir fällt dabei nur ein, daraus eigene Vorteile ziehen zu wollen ?

Die Beschenkte ist ( hoffentlich ) mit dieser Schenkung " für ihre Hilfsbereitschaft ", nach Ansicht der Schwiegermutter angemessen entschädigt worden.

Sozusagen als " Letzter Wille " !

Wo kein Kläger, da kein Richter !

Kommentar von Reinhild ,

Die Sache ist ein wenig schwieriger, da Verwirrung der alten Dame vorlag und wir Erben wollen den Beschenkten zumindest die Schenkungssteuer zahlen lassen. So wollen wir ihn nicht davon kommen lassen...

Kommentar von Snooopy155 ,

Also wieder einmal banale Neidgefühle - Auge um Auge, Zahn um Zahn.

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