Frage von birnehelene, 90

Kundengeschenke gegenüber Finanzamt deklarieren?

Mein Mann, seit einigen Monaten selbständig, hat für Weihnachten für ein paar Kunden Geschenkkörbe besorgt. Welche Angaben benötigt das Finanzamt. Muss man die Beschenkten angeben? Die Geschenkkörbe haben einen Wert von 33 Euro. Muss man den Namen des Kunden und die Firma bei der Umsatzsteuererklärung bereits angeben?

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von Primus, 87

Wenn Sie als Inhaber einer Firma Ihrem Geschäftspartner etwas schenken, dann können Sie die Kosten dafür als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Wichtig ist jedoch, dass Sie das Geschenk aus betrieblichen Gründen machen und keine Gegenleistung damit verbunden ist.

Absetzen können Sie den Kaufpreis aber nur, solange er bei weniger als 35 Euro pro beschenkter Person und Jahr liegt. Sobald der Preis dieses Limit übersteigt, können Sie den Betrag nicht mehr als Betriebsausgabe verbuchen, nicht einmal den Anteil unter 35 Euro. Dann handelt es sich einfach um eine private Ausgabe, die als sogenannte Entnahme aus dem Betriebsvermögen zu behandeln ist. Das bedeutet: Die Ausgaben für das Geschenk müssen Sie als Gewinn versteuern (§ 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG).

http://www.finanztip.de/geschenke-an-geschaeftsfreunde/

Antwort
von billy, 60

Bevor man in die konkrete Geschenksuche einsteigt, sollte man sich vorher klar machen, in welchem Preisrahmen sich die Kundenpräsente bewegen sollen. Steuerrechtlich gibt es hier drei Modelle:

Geschenke bis 10,00 Euro: Die sog. Sachzuwendungen bis 10 Euro werden nicht besteuert und sind auch beim Empfänger nicht steuerpflichtig. Auch müssen bei solche kleinen Aufwendungen nicht die Namen der Empfänger einzeln notiert werden – je nach Kundenstamm spart das Geld und Zeit. Allerdings ist die 10-Euro-Grenze eine Brutto-Summe, also inkl. Umsatzsteuer. Geschenke bis 35,00 Euro: Geschenke für Geschäftskunden und -partner unterliegen einer Freigrenze von 35 Euro netto und können als Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Lediglich bei Kleinunternehmern nach §19 UStG, die nicht umsatzsteuerpflichtig sind, wird der Brutto-Betrag berechnet. In jedem Fall muss gegenüber dem Finanzamt der Name des Beschenkten genannt werden. Dieser wiederum muss das Geschenk lohnversteuern. Um dem Beschenkten das zu ersparen, kann das schenkende Unternehmen die Lohnsteuer übernehmen, muss dies aber dem Beschenkten mitteilen. Außerdem gilt: Die Freigrenze von 35 Euro gilt pro Person und Jahr und darf nicht mehrfach erreicht werden! Wurden also einer Person im Laufe des Jahres bereits zu Geburtstagen oder Firmenjubiläen Präsente überreicht, bleibt für Weihnachten nur noch der Differenzbetrag übrig. Sollte das nicht ausreichen, bleibt noch Variante drei: Geschenke über 35,- Euro: Diese sind nicht von der Steuer absetzbar. So soll verhindert werden, dass vollkommen überteuerte oder zu hochwertige Geschenke als Betriebsausgaben deklariert werden können. http://blog.viking.de/erfolgreich-durchstarten/frohsinn-freude-fragezeichen-weih...

Antwort
von mig112, 51

Entscheidender ist, dass die BESCHENKTEN den Korb versteuern müssen!!

Ich kaufe, verschenke und schweige gegenüber dem Finanzamt... denk mal darüber nach.

Kommentar von gammoncrack ,
Entscheidender ist, dass die BESCHENKTEN den Korb versteuern müssen!!

Das kann ich nicht glauben!

Kommentar von mig112 ,

Ich stehe generell nicht auf die Antworten von @billy da sie meist grober Unfug sind... aber heute zitiert er die neue Regel für Weihnachtspräsente korrekt:

"In jedem Fall muss gegenüber dem Finanzamt der Name des Beschenkten genannt werden. Dieser wiederum muss das Geschenk lohnversteuern. "

Kommentar von mig112 ,

Das Unternehmen kann das Geschenk pauschal mit 30 Prozent des Wertes versteuern, ansonsten muss es der Beschenkte mit seinem persönlichen Steuersatz als Einnahme beziehungsweise Arbeitslohn versteuern.

Kommentar von gammoncrack ,

Ich stehe generell nicht auf die Antworten von @billy da sie meist grober Unfug sind...

Wie wahr! Aber ein anderes Thema.

Ich bin immer noch der Meinung, dass die Versteuerung nicht eintritt, solange der Empfänger eine Privatperson ist. Deswegen werden die Geschenke häufig an die Privatadresse verschickt.

Unternehmer, Freiberufler oder Mitarbeiter müssen allerdings versteuern. Wenn Du das gemeinst hast, ist das natürlich richtig.

Kommentar von FREDL2 ,

@gammoncrack

Glaub`s ruhig. Entweder der Schenker versteuert den Kram nach § 37b EStG - und zwar zur Zeit noch ab einem Wert von 10,00 Euronen - oder der Beschenkte muss ran. De jure.

Mit "Privatperson" hat das nix zu tun. Die Privatperson wird schon in irgendeiner Form Kunde gewesen sein.

Kommentar von gammoncrack ,

Du bist natürlich die Spezialistin.

http://www.steuer-schutzbrief.de/steuertipp-rubriken/steuer-tipps/artikel/der-em...

Ich finde hier den Satz

Privatpersonen empfangen Geschenke immer steuerfrei.

Wenn also ein Versicherungsmakler einem Privatkunden zu Weihnachten ein Präsent im Gegenwert von 30.- Euro zukommen lässt, muss der Empfänger diese 30.- Euro versteuern? Da habe ich mich aber mehrfach der Steuerhinterziehung schuldig gemacht, wenn der Makler das nicht pauschal versteuert hat.

Kommentar von FREDL2 ,

@gammoncrack

Denkfehler! Der Makler beschenkt Dich doch nicht, weil Du so einen schönen Bart hast, sondern weil Du ihm eine Versicherung abgekauft hast oder ähnliches. Also nix mit Privatperson.

Als Privatperson Makler kann der Dir als Privatperson gammoncrack steuerfrei 20.000 Flocken schenken. Von seinem Privatkonto, natürlich.

http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__37b.html

Da habe ich mich aber mehrfach der Steuerhinterziehung schuldig gemacht

Perfekter Zeitpunkt. In Landsberg/Lech wird zu den Feiertagen Platz frei.

Kommentar von gammoncrack ,

Ich habe gestern eine Selbstanzeige erstattet. 2009 ein Geschenk über 45.- Euro und 2010 eines über 16.- Euro.

Ich hoffe jetzt, dass ich nicht nach Landsberg muss...

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