Frage von Kansy,

Kürzung des Grundsicherungsregelsatzes mangels eigener Küche

Ein Bekannter von mir wohnt zur Untermiete in einem möblierten 2 Zi-Appartement m. Bad und Kochgelegenheit (sprich kein sep. vollständig eingerichteter Küchenraum). Er ist krebskrank, entspr. Behindert und bezieht aufgrund seines rel. jungen Alters (45) Grundsicherung. Nun soll der MIndestregelsatz um mal eben 80 € gekürzt werden, da er ja keine eigene Küche besitzt. Auf was für einem Planeten leben wir hier eigentlich. Er soll dann mit noch nicht mal mehr 250 € monatlich sich versorgen. Ernährungsmehraufwand bzgl. seiner Krebserkrankung etc.??? Wer kann da mit entspr. Information aushelfen. Welche Rechtsgrundlage steht hier an...

Antwort
von Rentenfrau,

Hallo Kansy, da hat Dein Bekannter wirklich Probleme, tut mir sehr leid. Wie Jürgen010 schon schrieb, hat das mit dieser Regelbedarfsstufe 3 zu tun, die man ab 2011 eingeführt hat.. Das Sozialamt kann sich über die gesetzlichen Regelungen nicht hinwegsetzen, die vollziehen nur das geltende Recht, hier hilft der Besuch beim zuständigen Bundestagabgeordneten evtl. mehr. Ich kann nur raten Widerspruch einzulegen und auf die gesetzliche Neuregelung (das soll überprüft werden) zu hoffen. Gleichzeitig sollte er sich um eine Wohnung mit Küche bemühen, hier gibts Hilfe, evtl. könnte, da er gesundheitlich geschwächt ist, hier auch ein Betreuer helfen oder auch die Verwandten oder Freunde. Er könnte auch einen Mehraufwand wegen kostenaufwändiger Ernährung beim Sozialamt beantragen, hier gibts einen Vordruck wo der Arzt das bestätigen kann.

Antwort
von Juergen010,

Ich vermute mal, dass dieses Vorgehen der Behörde auf der umstrittenen Einführung der Regelbedarfsstufe 3 zurückzuführen ist.

Näheres hier: http://www.lebenshilfe-ludwigsburg.de/pdf/2011_04_13Grundsicherung-Regelbedarfss...

Wie du dem Dokument ziemlich am Ende entnehmen kannst, ist ein direkter Widerspruch relativ zwecklos. Meines Erachtens hilft da nur ein Umzug in "eigene vier Wände" - diesmal mit Küche.

Kommentar von blnsteglitz ,

Hammer!!!! Wer hat sich denn diesen Schwachsinn ausgedacht? Tzzzzzzzz

Ich kann das garnicht glauben- eigentlich müssten die doch mehr bekommen- weil sie nicht selbst kochen können ...... sollen die sich ne Kochplatte ins Wohnzimmer stellen?

Grrrrrrrrrrrrrrrrr

Kommentar von Juergen010 ,

Sehe ich auch so!

Diese "Stilblüten" unseres "Sozialstaats" gehen weit über das Mass hinaus, was man auch als Normalbürger noch unter sozialverträglich verbuchen kann.

Auch wenn es auch meine Steuern sind, die in den Sozialtöpfen landen - aber so darf man mit den sozial Schwachen und Bedürftigen in einem führenden Industriestaat einfach nicht umgehen. Diese "Entscheidungen" am grünen Tisch sind menschenverachtend und unwürdig.

Verwunderlich, dass Angesichts dieser unsozialen Zwangspoltik, die lediglich dem permanent heruntergebeteten "alternativelosen Sparzwang" an falscher Stelle geschuldet ist, nicht jeden Tag die Leute auf der Straße stehen und lautstark demonstrieren.

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