Frage von jowaku, 41

Kündigung und Abfindung - bei drohender Insolvenz?

Gesetzt den Fall, es soll eine Kündigung mit Abfindung stattfinden. Aus steuerlichen Gründen ist der AN daran interessiert, die Abfindung erst im Folgejahr ausgezahlt zu bekommen.

Wie könnte man das sicher abwickeln, falls sich der AG in der Gefahr einer Insolvenz befindet? Könnte der AG das Geld auf ein Notar-Konto einzahlen, und es wird dem AN erst nach Jahreswechsel überwiesen? Macht das Sinn?

Ist die Abfindung dann wirklich gegen die Insolvenz geschützt?

Wie hoch (%) sind die Notarkosten für so etwas ungefähr, und wer (AG oder AN) muss sie tragen?

Antwort
von Primus, 37

Ein Arbeitgeber, dem eine eventuelle Insolvenz ins Haus steht, lässt sich bestimmt nicht auf solche Spielchen ein.

Durch einen guten Steuerberater kannst Du vielleicht eher erreichen, dass die sofort ausgezahlte Abfindung ohne Nachteile für Dich versteuert wird.

Antwort
von vivaGreece, 32

das Vorgehen wird keiner machen, denn wenn Insolvenz droht, zählt jeder Cent. Und wieso dann noch ein solches Verwaltungskonstrukt aufsetzen, was Zeit und Geld kostet, nur um einem AN entgegenzukommen?

Man müsste nun Insolvenzrechtler sein, um das beurteilen zu können.

Ich halte Zahlungen im kommenden Jahr für Verbindlichkeiten in der Zukunft. Und die könnten anfechtbar sein.

Vor allem sollte man nicht vergessen, dass man so eine Zahlung jetzt noch nicht beurteilen kann, weil man die Gesetzeslage vom Folgejahr nicht kennt. Damit ist unklar, wie hoch die Zahlung auf so ein Konto sein müsste.

Vor allem: was machst du mit den Ansprüchen der Sozialversicherungen und der Finanzkasse aus der Auszahlung in der Zukunft? Die müsste der AG auch auf ein Konto einzahlen. Tut er das nicht, kann diese Zahlung auf die zurückfallen.

Ich halte das für nicht machbar. Damit du hier Rechtssicherheit bekommst, gehen nicht die Notarkosten auf dein Konto, sondern du musst dir auch Rechtssicherheit verschaffen für so einen Deal. Und das kostet vermutlich einiges.

Nimm das Geld - SOFORT! Wenn ein AG insolvenzgefährdet ist, würde ich solche Spielchen nicht spielen.

Antwort
von Zitterbacke, 24
Ist die Abfindung dann wirklich gegen die Insolvenz geschützt?

Nein !

Nur der Insolvenzverwalter entscheidet über die Auszahlung ! Von alles über wenig bis nichts .

Könnte der AG das Geld auf ein Notar-Konto einzahlen, und es wird dem AN erst nach Jahreswechsel überwiesen?

Ja. Dann macht er sich strafbar, weil das Geld eigentlich anderen zu steht.

Gruß Z... .

Antwort
von Tina34, 23

na ja wenn der AG nicht doof ist wird er sich auf so etwas nicht einlassen. Bei Insolvenz kostet es ihn wahrscheinlich keinen Cent den AN los zu werden. Außerdem muß er immer darauf achten das er kein Insolvenzverschleppung begeht, er wäre richtig blöd seine Verbindlichkeiten noch weiter zu erhöhen. Insbesondere beim FA / SV gibt es unter Umständen eine "Durchgriffshaftung" und im Zweifelsfall gehen die an ihn privat. Wenn der AG clever ist und gut beraten, lässt er den AN gehen ansonsten wartet er was passiert. Will der AN von sich aus gehen - soll er kostet dann wenigstens nichts.

Antwort
von mig112, 17

Warum sollte der AG eine Abfindung akzeptieren!?

Im Insolvenzfalle stehen sowieso Arbeitsplätze zur Disposition, die man dann sämtlich nahezu kostenfrei abbaut. Ist die Firma nicht zu retten, müssen ALLE gehen!

Kommentar von Zitterbacke ,

Ohne die "Abfindung" !

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