Frage von hambre, 6

Kündigung betriebsbedingt - Einspruch über Betriebsrat?

es kommt zu einer betriebsbedingten Kündigung mit Sozialauswahl. Wenn man mit der Auswahl nicht einverstanden ist bzw. einen Fehler vermutet, sollte man sich dann an den Betriebsrat wenden und Einspruch einlegen?

Oder geht man gleich zum Anwalt/ Arbeitsgericht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Mikkey, 3

Man geht gleich zum Arbeitsgericht.

Grund:

Die Sozialauswahl sollte in der Regel mit dem Betriebsrat bereits abgestimmt sein (Wenn die Bedingungen gem. §17 KSchG zutreffen)

Du hast nur 3 Wochen Zeit. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass der Betriebsrat beim Arbeitgeber eie Rücknahme der Kündigung herausholt, zumal der Betriebsrat auch den verbleibenden Arbeitnehmern verpflichtet ist.

Die Klage vor dem Arbeitsgericht kannst Du bis zur ersten streitigen Verhandlung jederzeit ohne Kosten für Dich zurückziehen.

Kommentar von Niklaus ,

Gute Antwort. Soziale Auswahl ist schon mit dem BR vereinbart.

Antwort
von Primus, 3

Entscheidend ist der Eingang der Kündigung. Sie muss schriftlich erfolgen, die Kündigungsfristen müssen eingehalten sein. Wer dagegen prozessieren will, muss innerhalb von drei Wochen nach Eintreffen des Schreibens beim Arbeitsgericht Klage einreichen.

Die Anwaltskosten muss man selbst tragen. Gewerkschaftsmitglieder bekommen einen Rechtsvertreter gestellt.

Eine Kündigung bleibt wirksam, bis vom Gericht das Gegenteil festgestellt wird. Somit fällt erst einmal das Gehalt weg. Gewinnt der Arbeitnehmer, erhält er das entgangene Gehalt und darf auf seinen Arbeitsplatz zurück. Doch in der Praxis enden die meisten Prozesse mit dem Ausscheiden gegen Abfindung.

Antwort
von freiSein, 2

die Fristen sind hier kurz. Ich glaube, so ein Einspruch beim Betriebsrat muss binnen 1 Woche erfolgen.

Man sollte jedoch wissen, dass bei einer Sozialauswahl eher selten Fehler passieren. Sollte dem doch so sein, besteht die Gefahr, dass die ganze Kündigungsaktion kippt.

Wenn du beim Arbeitsgericht klagen willst, muss das binnen 3 Wochen nach Kündigung erfolgen.

Kommentar von Mikkey ,
bei einer Sozialauswahl eher selten Fehler passieren

Nein klar, die Verstöße gegen das KSchG werden durchaus bewusst begangen. Deshalb kippt aber nicht die Kündigungsaktion, sondern nur die Arbeitnehmer, die den AG vors Arbeitsgericht zerren können einiges herausholen.

Antwort
von billy, 2

Als ersten und unmittelbaren Ansprechpartner ja, wird aber in der Regel nicht ausreichen weil der Betriebsrat vorher bereits eingebunden war. Als zweiten Schritt innerhalb der Einspruchsfeist würde ich einen Anwalt für Arbeitsrecht einschalten.

Antwort
von Privatier59, 2

Wer nicht fristgemäß Kündigungsschutzklage einreicht, kann sich nicht mehr wehren. Sein Anspruch wäre verfristet. Verhandlungen mit dem Betriebsrat ändern daran nichts. Sie sind zudem sinnlos weil der Betriebsrat vorher befragt wurde. Da Anwälte auch Bearbeitungszeiten haben, wäre es fahrlässig, diese Entscheidung auf den letzten Moment zu verschieben. Also muß der Weg in der Tat "gleich" zum Anwalt führen.

Kommentar von hambre ,

geht eine Klage auch ohne Anwalt - im ersten Schritt? Damit meine ich: wenn es schwierig wird, dann Anwalt nehmen, aber erst dann.

Kommentar von Privatier59 ,

In erster Instanz gibt es beim Arbeitsgericht keinen Anwaltszwang.

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