Frage von merda, 252

Kündigen vor Kündigungsfrist - Strafe?

Hallo, ich möchte aus privaten Gründen mein Arbietsverhältnis sofort kündigen. In meinem Vertrag steht: "Das Arbeitsverhältnis kann ordentlich mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Monatsende gekündigt werden". Muss ich jetzt wenn ich sofort kündige eine Strafe bezahlen und wenn ja wie hoch wird diese sein?

Danke Nicole

Antwort
von Primus, 192

Fristlose Kündigungen können in besonderen Situationen seitens des Arbeitnehmers rechtens sein.

. "So kann der Arbeitnehmer sofort seinem Job fernbleiben, wenn er zum Beispiel durch die Weiterarbeit seine Gesundheit gefährden würde oder der Arbeitgeber strafbare Handlungen von ihm verlangt", sagt die Rechtsanwältin Alexandra Wimmer aus Schwabach. Auch ein tiefgreifender Vertrauensverlust oder Mobbing können Gründe für eine außerordentliche Kündigung sein. Schlägt der Arbeitgeber etwa seine Mitarbeiter ist dies ein Fall von tiefgreifendem Vertrauensverlust.

Gründe, Fristen und Formalien

Immer wieder kommt es auch vor, dass ein Unternehmen bei der Lohn- oder Gehaltszahlung in Rückstand gerät. "Hat der Arbeitgeber mehr als zweieinhalb Monate nicht gezahlt, so kann der Mitarbeiter der Arbeit fernbleiben, ohne Angst vor Sanktionen haben zu müssen", sagt Wimmer. Allerdings müsse er seinen Arbeitgeber zuvor abgemahnt und ihm eine letzte Frist für die Zahlung gesetzt haben.

http://karriere-journal.monster.de/beruf-recht/kundigung-stellenwechsel/fristlos...

Antwort
von wfwbinder, 180

Willst Du die Rechtslage, oder das was wirklich passieren wird?

  1. Nach der Rechtslage bleibst Du vom Arbeitsplatz weg. Das ist vertragswidrig. Damit kann Dein Arbeitgeber Dich fristlos kündigen. Er kann auch vor das Arbeitsgericht gehen. Die könnten Dich dann verurteilen den Monat nachzuarbeiten.

  2. Aber in der Praxis wird das Ding eben so auslaufen, dass Du fristlos wegen unentschuldigtem Fernbleiben vom Arbeitsplatz gekündigt wirst. Der Arbeitgeber wird kaum vor Gericht gehen. Wenn doch, bezweifele ich, dass Du verurteilt wirst. Was Du verlierst ist das ALG I für 3 Monate, aber das scheint Dich ja sowieso nciht zu jucken.

  3. Wenn Du ernsthaft Untergewicht hast, dann ist es doch eigentlich kein Problem, dass könnte Dir doch ein Arzt bescheinigen.

Antwort
von Snooopy155, 176

Nachdem Du von einem Zerwürfnis mit Deinem Arbeitgeber sprichst, würde ich dennoch die ordentliche Kündigung wählen. Da Du sowieso Deinen Wohnsitz ins Ausland verlegst, gibt es ja auch noch die Möglichkeit einen Arzt aufzusuchen und zu prüfen, wieweit Du psychisch noch in der Lage bist, diese Arbeit dort weiter auszuführen. Möglichrweise gibt es dann auch eine Krankschreibung. Diese ist ja kein Hinderungsgrund für einen Umzug. Möglicherweise stimmt dann der Arbeitgeber auch einer verkürzten Kündigungsfrist zu.

Antwort
von LittleArrow, 141
privaten Gründen mein Arbietsverhältnis sofort kündigen.

Diese Begründung reicht nicht für eine sofortige Kündigung. Du beabsichtigst eine fristlose, außerordentliche Kündigung. Diese ist nach § 626 Abs. 1 BGB mit einem wichtigen Grund zu belegen und muss innerhalb von 2 Wochen(!) nach Entstehung des Grundes erfolgen. Der Arbeitgeber hat einen Anspruch nach Abs. 2, diesen Grund zu erfahren.

So einfach wird das nicht.

Siehe hier für weitere Überlegungen:

www.hensche.de/Fristlose_Kuendigung_Arbeitsrecht_Kuendigung_fristlos.html

Beachte dort auch die rechte Spalte "Ahnliche Themen".

Antwort
von qtbasket, 134

In deiner Situation empfiehlt sich ein Aufhebungsvertrag. Wenn der Arbeitgeber einverstanden ist, kann dein Vertrag mit sofortiger Wirkung aufgelöst werden. Üblich dabei ist auch, dass der Arbeitnehmer ein wohlwollendes, qualifiziertes Arbeitszeugnis erhält. Dein Problem dabei : ab sofort kein Geld mehr, da kein Lohn mehr bezahlt wird und beim ALG 1 eine dreimonatige Sperre.

Ein ordentliche Kündigung deinerseits zum Monatsende ist die sauberste Lösung.

(Ähm , psst, kleiner " illegaler Tipp" : Du könntest ja dich noch krankschreiben lassen........., ist zwar für den Arbeitgeber nicht schön, kommt aber in solchen Situationen durchaus vor..)

Antwort
von TOPWISSENinfo, 119

Strafe nicht. Höchstens wärst du schadensersatzpflichtig. Der Schaden muss aber erst ermittelt und nachgewiesen werden.

Kommentar von althaus ,

Schadensersatz ist höchst unwahrscheinlich. Ich denke, wer unbegründet dem Arbeitsplatz fern bleibt, dem droht die fristlose Kündigung. Auch eine Möglichkeit.

Kommentar von TOPWISSENinfo ,

Ja, stimmt schon. Nur bei Kündigungen steht immer Willkür/Absicht im Raum. Zumindest der Wille wäre durch Kündigung (=Willenserklärung) nachweisbar. Bei fern bleiben kann vieles sein, verschlafen, den Tag vergessen, de Uhrzeit vergessen, Kopf vergessen, etc. :D

Natürlich bezweifele ich auch, dass bei einer Kündigung der AG mit seinen Schadenersatzansprüchen gerichtlich durchkommt.

Kommentar von gammoncrack ,

Höchstens wärst du schadensersatzpflichtig.

und

Natürlich bezweifele ich auch, dass bei einer Kündigung der AG mit seinen Schadenersatzansprüchen gerichtlich durchkommt.

Und was nun?

Richtig ist, dass sich der AN schadenersatzpflichtig macht, wenn er ohne wichtigen Grund fristlos kündigt. Und private Gründe, die ja dem Wortlaut nach, mit der Arbeit selbst nichts zu tun haben, berechtigen eben nicht zur fristlosen Kündigung.

http://www.business-netz.com/Arbeitsrecht/Voraussetzung-fristlose-Arbeitnehmerku...

Hat der Arbeitnehmer unberechtigt fristlos gekündigt, ist er zum Schadensersatz verpflichtet. So können Sie beispielsweise die Kosten, die Sie wegen der zusätzlichen Einstellung eines neuen Mitarbeiters aufwenden müssen, in entsprechender Höhe (unter Anrechnung der Ersparnis der Nichtzahlung für den kündigenden Mitarbeiter!) geltend machen.

Und das ist wohl durchaus logisch!

Antwort
von althaus, 130

Verträge werden gemacht, damit man sie einhält, sonst könnte ja der machen was er will. Daher versuche Dich mit dem Arbeitgeber zu einigen, um einen Aufhebungsvertrag zu erreichen. Das wäre die beste Lösung mit Stil. Es macht ja auch für den Arbeitgeber wenig Sinn, wenn Du keine Lust mehr hast Dich weiter zu beschäftigen. Sollte er sich sturr stellen, dann kannst Du ja kündigen und bis zum Vertragsende krank machen. Ist weniger stilvoll, aber durchaus möglich. Erwarte dann aber kein gutes qualifiziertes Zeugnis. Ich würde die Einigung vorziehen, wenn ich mich mit dem Arbeitgeber sonst gut verstehe.

Kommentar von merda ,

Vielen Dank althaus für die Antwort. Ich verstehe mich leider mit meinem Arbeitgeber überhaupt nicht gut, deshalb ist ein Aufhebungsvertrag nicht möglich. Ich muss kurzfristig ins Ausland ziehen und kann deshalb die Arbeit nicht weitermachen-er denkt allerdings dass ich das nur erfinde (was nicht stimmt -deshalb sind wir auch in einen Streit gekommen und verstehen uns nicht gut). Also kann ich jetzt schlecht "krank machen" oder? Er weiß ja dass der Grund das ich das Verhältnis auflöse der ist, dass ich wegziehe.

Kommentar von althaus ,

Unfrieden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer lösen Stress und Unwohlsein aus. Zudem ist man einer psychischen Belastung ausgesetzt, die zur Arbeitsunfähigkeit führen kann. Du solltest das mit Deinem Arzt besprechen. Wenn der der Meinung ist daß es für Dich unzumutbar ist weiter zu arbeiten, wird er Dich krank schreiben. Auf jeden Fall solltest Du jetzt mit jemanden reden, der Dir weiterhelfen kann.

Kommentar von merda ,

Also es ist sowieso der Fall dass ich gesundheitsbedingt ins Ausland gehen muss da ich starke Magenbeschwerden und starkes Untergewicht habe. Ich habe mit meinem Arbeitgeber aber nur telefonisch gesprochen heute und hab als Grund das ich ins Ausland gehe nur private Gründe angegeben- wollte ihm das nicht sagen da ich dachte das ihm das ja nichts angeht und private Gründe wohl genug sein müssten. Aber da lag ich wohl falsch. Ich könnte zwar zum Artzt gehen und mir das schriftlich geben lassen aber wenns nicht sein muss dann würd ich das lieber vermeiden (möcht ja auch nicht den Artzt in eine für ihn ja nicht grad angenehem Position bringen wenns nicht sein muss). Ich werd vl. am besten einfach als Kündigungsgrund schreiben dass ich eben Magenprobleme habe und deshalb ins Ausland gehen muss und ich die Arbeit nicht weitermachen kann oder? Da werden die mir wohl keine weiteren Probleme machen wenn die diese Kündigung bekommen oder? Danke

Kommentar von althaus ,

Zum einem schreibst Du, daß es Deinem Arbeitgeber nichts angeht warum Du ins Ausland gehst (Magenprobleme) und zum anderen schreibst Du, daß Du das als Grund für die Kündigung angeben willst. Du sollest Dich nun nicht verrennen. Was richtig ist: Es geht dem Arbeitgeber nichts an, weswegen Du krank bist. Auch Magenprobleme können aus Stress und Unwohlsein kommen, bedingt durch dein gestörtes Verhältnis mit Deinem Arbeitgeber. Daher schreibe nichts über Krankheiten, sondern kündige und laß Dich danach Krank schreiben. Alles andere wäre dumm, vor allem erwähne nicht Deine Magenprobleme als Kündigungsgrund. Wegen Magenprobleme kündigt man nicht, sondern deswegen läßt man sich krank schreiben. Da Du offensichtlich nicht geschickt bist Dich richtig auszudrücken, empfehle ich Dir keinen Kontakt mehr mit Deinem Arbeitgeber aufzunehmen, denn damit stellst Du Dir selbst ein Bein und macht unnötige Probleme. Gebe die Krankmeldung beim Arbeitgeber ab und gut ist, oder rufe an, daß Du nicht kommen kannst, die Krankmeldung ist unterwegs. Kein Wort mehr! Was Du hast interessiert keinem. Auch solltest Du davon Abstand nehmen jemanden zu erzählen, daß Du ins Ausland gehst. Je weniger sie von Dir und Deinem Vorhaben wissen, desto besser. Zudem solltest Du Dich unmittelbar nach Deiner Kündigung beim Arbeitsamt arbeitssuchend melden. Eine Sperre ist aber unvermeidbar, da Du ja selbst gekündigt hast. Besser wäre, es wird Dir gekündigt, dann hättest Du keine Sperre.

Kommentar von merda ,

Ok also ich muss die Kündigung schriftlich einreichen. Also mache ich das und danch reiche ich eine schriftliche Erklärung vom Artzt ein? Oder kann ich einfach selbst eine Krankmeldung schreiben?

Kommentar von althaus ,

Bitte bevor Du was machst, frage erst nach wie das geht, sonst geht der Schuß nach Hinten los. Also: 1. Kündigung heute noch schreiben (ohne Grund zu nennen!) und morgen früh beim Arbeitgeber in den Briefkasten werfen. 2. Danach zum Arzt gehen und Deine Beschwerden übermitteln. Zudem informierst Du den Arzt, daß Du ein zerworfenes Verhältnis mit Deinem Arbeitgeber hast und Dich das stark belastet. Es ist für Dich nicht mehr möglich Deine Pflichten am Arbeitsplatz nachzukommen, da Du psychisch angeschlagen bist. Sage ihm auch, daß Du gerade gekündigt hast und es für Dich das beste wäre am Arbeitsplatz nicht mehr zu erscheinen. Demnach wird Dich Dein Arzt zunächst für 2 Wochen krank schreiben. 3. Du bekommst eine Krankmeldung mit zwei Abschnitte. Abschnitt 1 ist für den Arbeitgeber. Den wirfst Du unverzüglich beim Arbeitgeber in den Briefkasten, somit ist er auch informiert. Abschnitt 2 ist für die Krankenkasse. Die sendest Du dorthin. 4. Vermeide unnötige Gespräche mit Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen, solange Du krank geschrieben bist. Wenn Dich jemand fragt, dann sag einfach es geht Dir nicht gut und schluß! Die vier Wochen kriegst Du auch so rum, ohne Dummheiten zu machen. Wenn es in Deiner Auslandsreise darum geht, Dein Gesundwerden zu unterstützen, kannst Du sie sogar antreten und keiner kann was dagegen sagen. 5. Wenn Du Fragen hast, dann schicke mir doch eine PN.

Kommentar von Gaenseliesel ,

;-)) althaus, DH ! für deinen detaillierten Ablauf, ich denke der ist auch dringend notwendig !

Oder kann ich einfach selbst eine Krankmeldung schreiben?

tssss :-)) K.

Kommentar von althaus ,

@Gaenseliesel: Eine Aufklärung ist bei Nicole dringend nötig. Man kann sich viele Probleme sparen, wenn man weiss wie man vorzugehen hat. Leider ist man in vielen Situationen auf sich alleine gestellt und lernt erst durch Fehler dazu. Diese Fehler kann man vermeiden, wenn man zumindest weiss, wen man fragen kann. Leider musste ich auch in meiner Jungend durch Fehler dazulernen, da ich keine kompetenten Eltern hatte die mir zur Seite standen. Ich wünsche Nicole eine gute Besserung und dass sie sich daran hält was ich geschrieben habe.

Kommentar von merda ,

Vielen Dank althaus! Genau das ist auch bei mir der Fall - bin leider total auf mich alleine gestellt. Du hast mir sehr weitergeholfen. Ich habe heute den Termin beim Arzt und lass mich krankschreiben (das ist auch kein Problem da ich schon länger bei ihm in Behandlung bin und er meine Situation kennt und sich meine Situation eben wirklich in letzter Zeit sehr verschlechtert hat). Kündigung hab ich geschrieben und schicke diese heute weg - hab einfach geschrieben "Hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag." - ich hoffe das geht in Ordnung. Den Bericht vom Artzt schick ich dann auch gleich nach - bzw. verschick beides gleichzeitig. Ich hoffe es geht alles gut aus..

Kommentar von althaus ,

Du solltest doch die Kündigung und die Krankmeldung in den Briefkasten der Firma einwerfen. Durch die Post geht die Zeit (Postweg) verloren. Der Arbeitgeber ist unverzüglich zu informieren, daher mein Rat mit dem Briefkasten, wenn Du nicht persönlich erscheinen willst. Oder hat die Firma keinen Briefkasten? Du solltest Dich schon daran halten was ich Dir geraten habe. Viel Glück!

Kommentar von Amicus ,

Sie schreiben: "Also es ist sowieso der Fall dass ich gesundheitsbedingt ins Ausland gehen muss da ich starke Magenbeschwerden und starkes Untergewicht habe."

Dieser Grund wäre insofern unglaubwürdig in einer Kündigung, als dass Ihre gesundheitlichen Beschwerden auch sehr gut in Deutschland behandelt werden können.

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