Frage von GeschwKredit, 520

Kredit unter Geschwistern - Steuer

ich habe meiner Schwester für ihren Hausbau Geld geliehen. Das ganze sollte unkompliziert abgewickelt werden.

Nun hat das Finanzamt nachgefragt, woher sie das Geld habe bzw. wieso der bei der Bank genommene Kredit geringer als vermutet sei.

Das Finanzamt will nun unseren zinslosen Kredit mit Zinsen belegen, so dass ich diese Zinsen versteuere.

Ich hatte mehr Glück in Geldsachen und würde meiner Schwester gerne das Geld zinslos überlassen. Kann das Finanzamt nun einen - wie es sagt - marktüblichen Zins bei dem Kredit ansetzen und uns zur Besteuerung zwingen?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, 520

Kann das Finanzamt nun einen - wie es sagt - marktüblichen Zins bei dem Kredit ansetzen und uns zur Besteuerung zwingen?

Euch nicht, aber deine Schwester.

Denn der Kredit wäre bezogen auf die nicht anfallenden Zinsen eine Schenkung. Unterstellt, die 80.000 EUR würden auf 20 Jahre darlehenswesie gegeben, wären nämlich derzeit mind. 2,5 % p. a. und damit insgesamt 101.741,36 EUR, mithin 21.741,36 EUR Zinsen zu bezahlen. Abzgl. des Freibetrages müsste deine Schwester demnach auf 1.741,36 EUR Schenkung Steuern entrichten - peanuts im Vergleich der Hypothekenlast von über 21.000 EUR gegenüber einer Bank.

Will sie auch das umgehen, wählt man die Laufzeit auf 18 Jahre und legt die Raten mit 370,37 € entsprechend fest - in einem schriftlichen Darlehensvertrag, damit das Finazamt das anerkennt.

Idealerweise mit eindeutiger Regelung im Falle des Versterbens von Darlehensgeber und -nehmerin :-)

Eine notarielle Beglaubigung der Unterschriften kostet gut 20 EUR.

Dein Schwester wäre gut beraten., die Rückzahlungen dokumentiert vorzunehmen - Dauerauftrag mit eindeutigem Verwendungszweck :-)

G imager761

Kommentar von GeschwKredit ,

also ist das mit dem zinslosen Kredit nicht möglich - bzw. möglich ja, aber das Finanzamt will Steuern auf was, was nicht fliesst....

Kommentar von imager761 ,

Habe ich mich so unverständlich ausgedrückt? Natürlich ist es möglich, wenn die ersparten Zinsen, die sie anderswo zahlen müsste, den Freibetrag von 20.000 EUR nicht übersteigen.

Und warum sollte sie selbst in dem Fall nicht lieber 30% Schenkungssteuer oder schlappe 580,45 € (!) auf die darüberhinausgehenden Schenkungsbetrag bezahlen wollen statt knapp 22.000 EUR an eine Bank?

G imager761

Antwort
von gammoncrack, 423

Die Zinsen sind ja eine Schenkung unter Geschwistern, somit gilt ein Freibetrag von 20.000.- Euro. Das Finanzamt wird wohl marktübliche Zinsen zugrunde legen und der übersteigende Anteil muss dann nach Steuerklasse II versteuert werden.

Bei 2,5% Zinsen muss das schon ein ordentlicher Kredit sein, wenn etwas zur Versteuerung ansteht.

Kommentar von GeschwKredit ,

es ist KEINE Schenkung! Es ist ein zinsloser Kredit, den ich meiner Schwester gebe. Die wird jeden Euro und Cent zurückzahlen.

Wir reden hier von annähernd 80.000 Euro.

Kommentar von blnsteglitz ,

Die Zinsen sind ja eine Schenkung

richtig lesen hilft manchmal.....

;-)

Kommentar von GeschwKredit ,

Die Zinsen sind ja eine Schenkung

... und genau das ist die Frage, ob es eine Schenkung ist. Es könnte ja auch sein, dass ein zinsloser Kredit möglich ist. Und damit wäre es keine Schenkung.

Egal!

Kommentar von vulkanismus ,

Ich verstehe nicht - Steuerklasse II - ich dachte immer, Steuerklassen wären eine Angelegenheit der Arbeitnehmer - bitte um Aufklärung.

Kommentar von blackleather ,

Steuerklassen gibt es sowohl für die Lohnsteuer als auch für die Erbschaft- und Schenkungsteuer. Bei beiden Steuerarten sind die Steuerklassen jeweils unterschiedlich definiert.

Guckst du §§ 38b EStG bzw. 15 ErbStG.

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