Frage von Claus696, 7

Krankmeldung ohne Bescheinung durch Arzt

In unserem Betrieb muss die AU ab dem 3. Tag vorgelegt werden. Ich war 2 Tage krank ohne AU, habe am 3. Tag von zu Hause gearbeitet, (Netzzugang zum Firmennetzwerk) Jetzt legt man mir denn 3 Tag als unentschuldigtes Fehlen aus und droht mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen. Welche Dinge können drohen, falls ich mit meiner Argumentation nicht durch komme.?

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Arbeitsrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von Lohnverrechnung, 7

Wie ist die Vereinbarung bei Euch im Betrieb- mußt Du arbeiten von zu Hause ankündigen, dann hättest Du das tun müssen zuvor. Andernfalls kannst du das ja belegen, daß du von zu Hause gearbeitet hast, nehm ich an. Bevor Du weiteren Ärger risikierst, schreib Deine Argumentation nieder, laß es dem Personalchef zukommen und biete zur Not an, einen Tag Urlaub dafür zu opfern. Verpacken dies dann aber als Kulanzvorschlag Deinerseits ohne jegliche Schuldanerkenntnis -und gut. Wenn der Arbeitgeber das dann nicht einsieht, stehst Du evtl. sowieso schon auf der Abschußliste-dann ist der Hintergrund ein anderer.

Antwort
von imager761, 7
Ich war 2 Tage krank ohne AU, habe am 3. Tag von zu Hause gearbeitet,

Ist dein regelmäßiger Arbeitsplatz im Betrieb, hast du das nicht.

Jetzt legt man mir denn 3 Tag als unentschuldigtes Fehlen aus und droht mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen.

Zurecht. Deine Arbeitskraft ist im Betrieb geschuldet, sofern nicht vertraglich ausdrücklich anders bestimmt (Heimarbeitsplatz).

Welche Dinge können drohen, falls ich mit meiner Argumentation nicht durch komme.?

Arbeitsverweigerung wäre Grund einer fristlosen Kündigung. Mit etwas Glück kann sie arbeitsgerichtlich in eine ordentliche gewandelt werden.

Dass es nur bei einer Abmahnung bleibt, wäre schon sehr großzügig und aus den angekündigten "arbeitsrechtlichen Konsequenzen" eher nicht abzuleiten - wie ist denn dein Stand dort?

G imager761

Antwort
von gammoncrack, 5

Die Frage ist, wer Dir hier droht, denn drohen kann man schnell Die Umsetzung einer solchen Drohung ist aber etwas ganz anderes.

Ich bin zwar der Meinung, dass ein nicht abgestimmtes Nutzen eines "Tele-Arbeitsplatzes" einem Fernbleiben vom Arbeitsplatz entspricht, möglicherweise auch abmahnungsfähig ist. Mehr kann Dir allerdings nicht passieren. Allerdings kann der Betriebsrat dem AG mitteilen, dass er mit der Abmahnung nicht einverstanden ist. Wenn die beiden sich nicht einigen, gibt es noch den Weg über die Einigungsstelle. Bleibt es bei der Abmahnung, bleibt Dir, zur Entfernung aus der Personalakte, nur der Klageweg.

Da Du das Recht zu einer Stellungnahme hast, solltest Du den Sachverhalt entsprechend schildern. Gut wäre in dem Fall auch, wenn Du schon des öfteren von zu Hause aus gearbeitet hast, ohne das eine Abstimmung erfolgt ist.

Ich persönlich vermute, dass es zu einer Ermahnung kommen wird. Allerdings würde ich mir an Deiner Stelle das nicht erneut erlauben, insbesondere dann nicht, wenn es tatsächlich zu einer Abmahnung kommen sollte.

Kommentar von imager761 ,

einem Fernbleiben vom Arbeitsplatz entspricht, möglicherweise auch abmahnungsfähig ist.

Möglicherweise? Grundlose Arbeitsverweigerung und Selbstbeurlaubung dringen als Rechtfertigung einer verhaltensbedingten Kündigung immmer durch.

Fragt sich (der Vorsitzende einer Kündigungsschutzklage) nur, ob es bei der konkreten Einzelfallentscheidung erforderlichen Interessenabwägung fristlos oder doch nur ordentlich gerechtfertigt ist :-)

Kommentar von gammoncrack ,

Wir sprechen hier ja nicht von Arbeitsverweigerung oder eigenmächtiger Urlaubsverlängerung. Ich stelle dann einmal den ganzen Satz ein, und nicht nur einen Ausschnitt:

Ich bin zwar der Meinung, dass ein nicht abgestimmtes Nutzen eines "Tele-Arbeitsplatzes" einem Fernbleiben vom Arbeitsplatz entspricht, möglicherweise auch abmahnungsfähig ist.

Und dann schau einfach mal hierein:

http://www.berufszentrum.de/artikel_0204.html

Antwort
von Claus696, 4

Danke für die schnelle Antwort. Ich bin jetzt mehr als 23 Jahre im Unternehmen und habe mir noch nie was zu schulden kommen lassen. Die Stimmung insgesamt ist aber ob der wirtschaftlichen Lage nicht sehr gut. Daher kann man das als Kündigungsgrund heran ziehen?

Kommentar von barmer ,

Hallo,

ein Kündigungsgrund ist das alleine nicht und nach 23 Jahren wäre eine Trennung nicht ganz billig fürs Unternehmen.

Gruss

Barmer

Antwort
von freelance, 2

habe am 3. Tag von zu Hause gearbeitet

hast du das nicht abgestimmt? Hast du dich kommentarlos im Firmennetz angemeldet und gehst nun davon aus, dass du damit deine Krankmeldung implizit aufgehoben hast?

Gibt es in eurem Betrieb überhaupt Homeoffice? Gibt es Regelungen dafür? Muss man um Erlaubnis fragen?

Wenn man die Regelungen bei euch nicht kennt, wenn man nicht weiss, wie du dich wieder arbeitsfähig gemeldet hast etc, kann man wenig dazu sagen. Wenn du dich autistisch ins Firmennetz eingewählt hast und nun davon ausgehst, es ist alles gut, dann sehe ich da Probleme.

Wenn du alles abgestimmt hast, den Tag zuhause mit dem Vorgesetzten besprochen etc., dann solltest du Beweise dafür haben.

Was drohen kann? Na ja... Die Fakten sind zu dünn, um das zu beurteilen. Und vor allem ist nicht klar, wie gross die Firma ist, ob es einen Betriebsrat gibt, ob Gewerkschaften mitreden etc.

Von einem "es passiert nicht" über unbezahlten Urlaub hin zu Abmahnung oder fristloser Kündigung ist alles möglich. Was dann wiederum rechtens ist, welche Rechtsmittel man hat, ist eine andere Sache.

Kommentar von Claus696 ,

Ich habe das nicht explicit abgestimmt. Das war bislang nicht notwendig, bzw. wurde stillschweigend geduldet. Homeoffice gibt es offiziell. Beweise für das Arbeiten sind lediglich die Mails und die Anwesenheit im Netzwerk.

Es ist ein Großbetrieb mit mehreren 1000 Mitarbeitern sowohl Betriebsrat als auch Gewerkschaft sind vertreten.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten