Frage von Falco,

Krankenversicherungsbeitrag in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung absetzbar?

Hallo, ich wollte in meiner Einkommenssteuererklärung für mich und meine Frau (Angestellter und Beamte) alle Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung angeben. Habe wie folgt zusammengerechnet. Versicherungsbeitrag (PKV) minus PKV Leistung minus Beihilfeleistung plus Fahrkosten zum Arzt. Für mich als gesetzlich Versicherter bleibt ja leider auch einiges an Kosten übrig, aber auch bei meiner beihilfeberechtigten Frau stehen am Jahresende auch ein paar Hundert Euro noch zu Buche. Alles zusammen würde die "zumutbare Belastung" zumindest rechnerisch übersteigen. Geht das überhaupt so? Ist der Versicherungsbeitrag minus die gezahlten Leistungen überhaupt als außergewöhnliche Belastung absetzbar?

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Antwort
von Meandor,

Die Beiträge zu den Krankenversicherungen abzüglich der Beitragsrückerstattungen sind Sonderaufgaben. Für gesetzlich Versicherte sind die Eintragungsfelder auf der Vorderseite der Anlagevorsorgeaufwand. Für Privatversicherte auf der Rückseite ganz oben.

Kosten die von den Versicherungen nicht getragen wurden, die aber trotzdem zwangsläufig waren, die sind als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig.

Antwort
von mig112,

Wie kommst du denn auf sowas!??

Deine Rechnung bedeutet doch, dass ein 6-wöchiger Intensivstation-Aufenthalt mit drei Herz-OP in der Gesamtleistung von 250.000 EUR dich erheblich steuerlich belasten würde!! Vorgenanntes nur, um dir deinen Denkfehler aufzuzeigen.

Was du sicher meinst war: Arztkosten abzüglich Versicherungsleistung = AO Belastung. Die KV-Beiträge sind Sonderausgaben und haben in obigem gar nichts zu suchen. (Bin aber kein Steuerspezi)

Kommentar von EnnoBecker ,

Die Rechnung kann ich zwar nicht nachvollziehen, aber der zweite Absatz ist den DH wert. Anscheinend bist du doch ein Steuerspezi.

Kommentar von mig112 ,

Versicherungsbeitrag 3.000 minus 250.000 Krankenhauskosten (Versicherungsleistung!) minus Beihilfeleistung ergibt einen negativen Abzugsbetrag... da muß er reichlich weit zum Arzt fahren....

Kommentar von EnnoBecker ,

ergibt einen negativen Abzugsbetrag

Ah, zumindest das habe ich jetzt verstanden. Danke.

Der Gedankenfehler ist ja inzwischen aufgeklärt.

Kommentar von Falco ,

Oh je, da habe ich mich ja völlig unverständlich (und falsch) ausgedrückt. Ihr habt ja Recht. Der Gedanke war, dass wir am Jahresende auf diversen Arztkosten sitzenbleiben. Diese wollte ich zusätzlich zu den gezahlten PKV-Beiträgen geltend machen. Zusammen mit der Beitragszahlung würden die auch die zumutbare Belastung überschreiten. Aber wenn die PKV nur als Sonderausgaben absetzbar sind klappt das für´s letzte Jahr zumindest nicht.

Kommentar von FREDL2 ,

@Falco: dann gehts Dir ja wie den meisten. Ist auch ein Trost.

Antwort
von FREDL2,

Euere Krankenkassenbeiträge sind Vorsorgeaufwendungen.

Aussergewöhnliche Belastung sind z. B. Krankheitskosten, welche die Kasse und Beihilfe nicht erstattet haben. Davon wird der zumutbare Eigenanteil abgezogen.

Bei Verheirateten sind das 5% bei Jahreseinkünften von 15.341,00 - 51.130,00. Darüber 6%. Sind Kinder vorhanden, mindert sich der Prozentsatz.

So geht das. Was soll an KK-Beiträgen auch aussergewöhnlich sein? Hat doch jeder.

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