Frage von lotteschaefer, 27

Krankenkassenwechsel bei der PKV - verliert man da nicht Alterrückstellungen?

Kürzlich war ein Bericht in meiner Tageszeitung, es wurden Preise und Leistungen der verschiedener Priivater Krankenversicherungen verglichen. Wenn man nun einen Wechsel in betracht zieht, verliert man dann nicht bereits angesparte Altersrückstellungen. Ist ein Wechsel ratsam?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Sobeyda, 25

Falls Du innerhalb Deine derzeitigen privaten Krankenversicherung wechselst, wird die Altersrückstellung angerechnet. Aber ich vermute, Du meinst ein Wechsel zu einem anderen Unternehmen.

In diesem Fall hängt es davon ab, wann die PKV begonnen hat. Vor 2009 ist es so, wie Du vermutest. Deine bisher angesparte Altersrückstellung ist für Dich verloren und wird auf die verbleibenden Versicherten verteilt.

Bei Neuverträgen ab 2009 kann die Altersrückstellung bis zur Höhe des Basistarifs mitgenommen werden.

Ob ein Wechsel ratsam ist, kann ohne nähere Informationen nicht entschieden werden. Wenn Du erst kurz in Deiner jetzigen PKV und gesund bist, könnte ein Wechsel sinnvoll sein, falls Du schon länger dabei und/oder gesundheitlich nicht mehr voll auf der Höhe ist es tendenziell besser bei der bisherigen PKV zu bleiben.

Antwort
von Kevin1905, 19

Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter ist ein Neuvertrag.

  • Neues Einstiegsalter
  • neue Gesundheitsfragen (inkl. evtl. Risikozuschläge und Ausschlüsse)

Allein deswegen ist es schwierig Tarife zu vergleichen, da nicht jede PKV jede Vorerkrankung gleich einstuft und die ausgegebenen Beträge immer nur für kerngesunde Menschen gelten.

Auch wegen dem oft höheren Einstiegsalter lohnt sich ein Wechsel zu einem anderen Versicherer oft nicht, bevor man überhaupt über Altersrückstellungen spricht.

Wie es sich dort verhält hat Sobeyda ja schon erwähnt.

Antwort
von alfalfa, 16

Es ist korrekt was meine Vorredner schreiben. Doch um das Thema Altersrückstellungen gibt eine Vielzahl von fast richtigen Informationen.

Also: Jeder monatlicher Beitrag enthält einen Risiko- und einen Sparanteil. Der Sparanteil sind die sogenannten Rückstellungen. Dabei gibt es zwei Formen der Rückstellungen. Einmall die gesetzlichen Rückstellungen - die individuell pro Person gebildet werden und auch vollumfänglich portiert werden können (ab 2009) und die tariflichen Altersrückstellungen (nur bei Verträgen nach 2009 können diese Werte portiert werden).

Eine Altersückstellung funktioniert wie eine monatliche Direktgutschrift. Das bedeutet: Je später man in eine PKV eintritt (oder je später man die PKV Gesellschaft wechselt) desto "geringer" ist diese Direktgutschrift. Ein Beispiel: Ein2 42 Jährige Person, die seit 10 Jahren in Tarif X der Pfefferminzia ist wird einen geringeren monatlichen Beitrag zahlen als die 42 jährige Person, die neu eintritt.

Ein zweiter Punkt ist, dass die Altersrückstellungen nicht individuell angespart werden wie eine Art Sparkonto. Nein, es wird im Kollektiv gespart. Es ist also kein individuelles Sparkonto. Tritt man einem Kollektiv neu bei, partizipiert man im Alter auch von den dort bereits angesparten AR - auch wenn man selbst 0 € durch Portierung mitbringt.

Die AR die die Person bei der alten PKV "zurücklässt" kommen als Gutschrift dem alten Kollektiv zu gute. Das nennt man Vererbung. Also die Angst man verliert die AR bei einem Wechsel ist nicht wirklich begründet, denn es wird so argumentiert, als dass man für die AR bzw die Ansparung selbst und allein verantwortlich ist.. Dem ist aber nicht so,

Auf einen Punkt sollte man achten. Laut KalV können die AR mit bis zu 3,5 % verzinst werden. Bei vielen neuen Verträgen liegen jedoch niedrigere aktuarusche Zinsen zugrunde. Das wirkt sich schon deutlich im Portemonnaie aus. Und was sich auch deutlich auswirkt ist das höhere versicherungstechnische Alter - und auch neu beginnende Froisten wie Wartezeiten etc.

Kommentar von Sobeyda ,

Also, der Beitrag enthält nur zum Beginn einen Sparanteil. Irgendwann ist das Risiko so hoch, dass der gesamte Beitrag Risikobeitrag ist und zusätzlich noch etwas aus der Alterungsrückstellung entnommen werden muss.

Was meinst Du mit der gesetzlichen Rückstellung? Meinst Du die nach § 12a VAG zur Beitragsmilderung im Alter? Und wenn diese eine individuelle Rückstellung ist, warum schreibst Du dann später, dass die Alterungsrückstellung nicht individuell angespart wird?

Das mit der Direktgutschrift habe ich irgendwie nicht verstanden. Ich kenne diesen Begriff aus der Lebensversicherung, wo er bedeutet, dass Überschüsse nicht zunächst in der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) geparkt werden sondern direkt, also im Jahr ihrer Entstehung, an die Versicherten wieder ausgeschüttet werden. Der Transfer zu dem, was Du schreibst, gelingt mir nicht, auch wenn es inhaltlich richtig ist.

Im Übrigen finde ich es nicht schön Abkürzungen und Begriffe zu verwenden, die Laien nicht kennen. Ich kenne die KalV und weiss, was "aktuariell" bedeutet, bezweifle aber, dass lotteschaefer weiss, wovon die Rede ist. ;-)

Kommentar von alfalfa ,

Ok, verstanden. Ja, manchmal verliere ich mich im Fachchinesisch. Ja der Begriff Direktgutschrift kommt aus der Lebensversicherung. Und er wird in der PKV auch so angewendet. Denn eine PKV ist nach Art der Lebensversicherung.

Es gibt - mal bildlich gesprochen - drei Töpfchen. Das eine nach § 12b ist ein individuelles Spartöpfchen und kann auch voll Portiert werden.

Das zweite Töpfchen ist ein Kollektivtöpfchen und wirkt wie eine Direktgutschrift.

Topf 3 ist ebenfalls kollektiv und ist der Sparanteil für das Alter - auch ein Kollektivtöpfchen.

Akturiell sind die Verfahren die der Aktuar - der verantwortliche Mathematiker nutzt und KalV die Kalkulationsordnung.

Schmunzelt und Du erklärst jetzt bitte RfB, ja?

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