Frage von hawk66, 314

Krankenkassen-Beitrag als Selbstständiger / Freiberufler ohne Einkommen

Hallo Leute,

wie sähe es denn mit den Krankenkassen-Beiträgen aus, wenn man sich selbstständig machen wollte - aber zumindest in den ersten 1-2 Jahren so gut wie kein Geld verdienen würde?

(Beispiel: Autor/Software-Entwicklung(nicht als Dienstleistung, längerfristige Produktentwicklung)

Ich habe zu dem Thema diesen Beitrag gefunden: http://www.krankenkasse-vergleich.de/artikel/freiwillige-krankenversicherung-ohn...

Bin mir aber nicht sicher ob der gemässigte Krankenkassen-Beitrag (~170 Eur/Monat) hier gelten würde.

Kann mir hier jemand beim Verständnis helfen ?

Vielen Dank!

Antwort
von Kevin1905, 306

Wer hauptberuflich selbständig ist erzielt ein monatliches Einkommen von 1.417,50 € (Härtefallregelung), ansonsten 2.126,25 €.

Wer nebenberuflich selbständig ist erzielt ein monatliches Einkommen von 945,- €

Hierauf werden die Beiträge zur Kranken- (14% zzgl. Zusatzbeitrag) und Pflegeversicherung (2,35 bzw. 2,6%) festgelegt. Eine Unterschreitung ist nicht möglich.

Die Einkünfte sind nachzuweisen. Werden sie nich nachgewiesen ist stets von Einkünften in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze auszugehen (4.125,- € p.M.)

Vgl. u.a. § 240 SGB V.


Alternativ könnte Arbeitslosengeld II und evtl. ein Gründerzuschuss beantrag werden. Wer ALG II bezieht ist hierüber krankenversichert.

Antwort
von Primus, 266

Selbst wer wenig oder gar nichts verdient, muss für ein fiktives Mindesteinkommen Beiträge an die Krankenkasse zahlen.

Hier findest Du eine Beitragstabelle:

http://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/krankenkasse-beitrag/freiw...

Kommentar von hawk66 ,

Bedeutet das also, dass wenn jmd vorgibt nicht zu arbeiten, besser gestellt wird als ein Autor, der noch keinen Euro verdient hat?

Kommentar von Primus ,

Gibt jemand etwas vor, was nicht den Tatsachen entspricht, macht er sich strafbar. Damit möchtest Du Dich bestimmt nicht auf eine Stufe stellen, oder? ;-))

Kommentar von hawk66 ,

Ich denke Du hast meine Frage falsch verstanden ;)

Wie ist denn, im Sinne des Gesetzgebers, die Definition eines Selbständiges ? Ist denn jmd. selbstständig, der keinen Euro verdient?

Es ist für mich unlogisch zu unterscheiden, ob jmd. selbstständig ist oder nicht und daraus die Krankenkassen-Beiträge zu ermitteln. Vielmehr sollte doch das Einkommen herangezogen werden.

Oder anders ausgedrückt...aus welchem Grund sollte z.B. ein Autor, der noch nichts verdient, schlechter gestellt werden, als jmd. der 'nichts' macht und auch nichts verdient?

Nicht, dass ich behaupte, unsere Gesetze sind logisch und nachvollziehbar ;)

Kommentar von Kevin1905 ,
Wie ist denn, im Sinne des Gesetzgebers, die Definition eines Selbständiges ?

Selbständig ist wer

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§ 13 EStG)
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG)
  • Einkünfte aus selbständiger Arbeit (§ 18 EStG)

bezieht oder versucht zu beziehen. Dass es sich hier um Gewinneinkunftsarten handelt und der Gewinn auch mal ausbleiben kann spielt keine Rolle.

Antwort
von ralle66, 202

Hallo,

wenn man als Selbständiger in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, dann ist es kaum möglich den gemässigten Beitrag zu erhalten. Du wirst den Mindestbeitrag von ca. 351 Euro im Monat bezahlen müssen, selbst wenn du weniger verdienst. (Quelle: http://www.pkvvergleich365.de/freiwillige-krankenversicherung-fuer-selbstaendige/ ).

Ist bei mir genau so. Wollte das am Anfang auch nicht glauben, aber meine GKV hat sich auch geweigert den Mindestbeitrag zu reduzieren, obwohl ich in einem Jahr weniger als die angenommenen 2126 Euro verdient habe. Da werden Selbständige gegenüber Angestellten wirklich benachteiligt, denn wenn die nur 800 Euro im Monat verdienen, dann werden darauf auch nur die Beitragssätze erhoben.

LG

Kommentar von hildefeuer ,

ja diese Möglichkeit wird von den GKVs verschwiegen, ebenso die Bedingungen die erfüllt werden müssen um sich für 170€ zu versichern. Man muss weniger als 15 Wochenstunden selbstständig tätig sein und sein Gewerbe auch als Nebengewerbe angemeldet haben bzw. keins angemeldet haben.

Antwort
von hawk66, 179

Danke für die vielen Beiträge.

Hier eine interessante Übersicht: http://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/krankenkasse-beitrag/selbs...

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